… und versorgt nicht nur unsere Zellen mit Sauerstoff, sondern kann auch das Bewusstsein verändern. Es gibt unzählige Atmen-Techniken für alle möglichen Zwecke, von denen man wenigstens einige kennen sollte.

Foto (C) SPT Photographe (seanthibert.com) / flickr

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Rund 20.000 Atemzüge macht ein Mensch pro Tag. Das geschieht ganz von selbst und wir denken selten darüber nach. Dabei kann man mehr falsch machen, als man glauben möchte. Folgende Fehler kommen häufig vor und können zu energetischen Nachteilen führen.

 

  • Zu flache Atemzüge, vor allem bei Angst und Stress
  • Atmung in den Brustkorb statt in den Bauch
  • Das Ausatmen erfolgt nicht entspannt, sondern mit Druck
  • Es wird mehr eingeatmet als ausgeatmet
  • Abgeknickte oder eingeschnürte Körpermitte
  • Unregelmäßige Schnapp-Atmung mit langen Pausen
  • Regelmäßige Pausen zwischen Ein- und Ausatmung
  • Ungleichgewichte zwischen Einatmen und Ausatmen
  • Einatmen durch den Mund
  • Röcheln und Schnarchen mit Aussetzern

 

Bewusstes Atmen

Normalerweise atmet man durch die Nase ein und aus. Da der Atem der Aufmerksamkeit folgt, ist es nicht günstig, sich auf die Nase zu konzentrieren, sondern man atmet am besten „mit dem Bauch“ ein und aus, so dass die Luft von selber nachströmt. Dies setzt voraus, dass sich der Bauch frei bewegen kann und nicht durch enge Kleidung behindert wird. Um die Ausatmung zu verstärken, zum Beispiel beim Sport, kann man auch durch den Mund ausatmen. Das Einatmen sollte immer durch die Nase erfolgen.

 

Verbundenes Atmen

Das verbundene Atmen ist die Atmung, wie Kleinkinder sie praktizieren und alle offenherzigen Menschen, die sich gegen keine Erfahrung sträuben. Sie wird auch Rebirthing genannt – was daher kommt, dass man sich nach einer Therapie-Sitzung wie neugeboren fühlt. Verbundenes Atmen bringt verdrängte Emotionen in Gang und führt ganz allgemein zu einer intensiveren Wahrnehmung. Wenn wir etwas Unangenehmes erleben, neigen wir nämlich dazu, den Atem anzuhalten, um das Leidige weniger zu spüren. Man atmet sanft und so lange wie möglich durch die Nase ein und übergangslos wieder aus, ohne Pause. Das Einatmen erfolgt aktiv, das Ausatmen hingegen ist ein passives Loslassen. Verbundenes Atmen kann eine bewusste Atemtechnik sein, aber auch zur Gewohnheit werden.

 

Die Chi-Atmung

… ist eine chinesische Atem-Technik, damit die Energie im Körper zirkulieren kann.

Das Einatmen erfolgt durch die Nase, wobei die Zungenspitze hinter die oberen Schneidezähne gelegt wird. Ausatmen durch den leicht geöffneten Mund, wobei die Zungenspitze hinter die unteren Schneidezähne gelegt wird. Dabei werden zwei wichtige Meridiane verbunden, nämlich das Konzeptionsgefäß und das Lenkergefäß. Es gibt auch Atem-Varianten, die entweder eine ausleitende oder eine aufbauende Wirkung haben.

 

Holotropes Atmen

Mit dieser Technik nach Stanislav Grof wird ein erweiterter Bewusstseinszustand erreicht. Erinnerungen an unbewusste Inhalte können hochkommen. Oft lösen sich Traumata, die mit der eigenen Geburt zu tun haben. Neben biografischen Erinnerungen sind auch transpersonale Wahrnehmungen von Zusammenhängen möglich, die über den irdischen Radius hinausgehen. Die gesamte Prozedur dauert zirka 3 Stunden und sollte nicht allein, sondern mit einem geschulten Therapeuten erfolgen – am besten in einer Gruppe und mit spezieller Musik. Die Atmenden liegen entspannt auf dem Rücken, mit Augenbinden und kleinen Kissen unter den Köpfen. Nach einer Einleitungsphase mit Trommeln wird die Atmung langsam schneller und tiefer, bis ein vorgegebener Rhythmus erreicht ist. Jeder Atmende bekommt einen „Sitter“, der daneben sitzt, aufpasst und kleine Hilfsdienste leistet.

 

 

 

Der Feuer-Atem

„Breath of Fire“ ist eine Yoga-Übung, die das innere Feuer aktiviert. Sie bringt schnell Energie, macht einen klaren Kopf, vitalisiert und erfrischt, macht wach und präsent. In aufrechter Körperhaltung (Stehen oder Sitzen) hintereinander schnell und tief einatmen durch die Nase in den Bauch, einmal kräftig ausatmen. Ohne Unterbrechung wiederholen, so dass eine Luft-Pumpe mit fließendem Rhythmus entsteht. Diese Technik bewirkt eine spürbare Veränderung im Kopf und ist besonders geeignet als Kaffee-Ersatz in der Früh oder in der Mittagspause.

 

 

 

Entspannendes Atmen

Während bei energetisierenden Techniken das Einatmen betont wird, ist zum Entspannen die Ausatmung wichtiger. Sie sollte kräftig und laut erfolgen, eventuell mit Seufzen und Gähnen begleitet, aber ohne Druck. Der Körper ist entspannt, wenn er sich in den Aus-Atemstrom fallen lassen kann. Man kann die Ausatmung verlängern oder durch den Mund ausatmen und sich vorstellen, dass man eine Pusteblume anbläst.

 

Meditatives Atmen

Beim meditativen Atmen geht es weniger um den Atem selbst, als um das Ankommen im Hier und Jetzt. Die Atmung wird genau beobachtet, egal wie sie ist, ohne aktives Denken. Falls Gedanken, Gefühle oder Bilder aufsteigen, bleibt man in der Beobachterrolle und kehrt mit der Aufmerksamkeit immer wieder zum Atem zurück.

 

Therapeutisches Atmen

… ist eine Form von meditativem Atmen, wobei bewusst in verspannte oder schmerzhafte Bereiche geatmet wird. Man kann grundsätzlich überall hin atmen, wo man die Energie im Körper haben möchte, nicht nur in den Lungenraum und in den Bauch.

Kräftiges Atmen kurbelt die Entgiftung an, denn mit der Ausatmung ist eine wichtige Ausscheidungsfunktion verbunden. Das verstärkt aufgenommene Prana über den Luftstrom kann dazu führen, dass man weniger essen muss. Nur wenn der Atem gut fließt, sitzt auch die Stimme locker und die Worte kommen uns ohne Anstrengung in den Sinn. Der Atem verbindet uns mit den feinstofflichen Welten und mit allem, was lebt (und ebenfalls atmet).

 

Atembeschwerden als Symptom

Schluckauf bedeutet, dass man sich zu sehr hetzt und Ruhe genehmigen sollte.

Niesen ist eine heftige Abwehr- und Entgiftungsreaktion, gemischt mit unterdrückter Wut.

Asthma kann darauf hindeuten, dass ein Mensch mehr nehmen will als geben.

Nasenbluten kann ein Zeichen sein, dass sich jemand bedroht fühlt.

Eine verstopfte Nase kann folgende Bedeutungen haben:

  • Abgrenzung und Rückzug von der Außenwelt
  • Mitmenschen werden auf Distanz gehalten
  • Die Nase voll haben von etwas oder jemandem
  • Versteckte Verteidigung des eigenen Reviers

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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