Zu einem nachhaltigen Haushalt gehört unbedingt eine kleine Kompost-Anlage, damit die Bio-Abfälle direkt verwertet werden. Wer einen Garten besitzt, ist hier eindeutig im Vorteil, aber es geht auch ohne.

Kleine Garten-Kompost-Anlage aus Holzlatten mit Abdeckung, Foto (C) andy carter / flickr

Kleine Garten-Kompost-Anlage aus Holzlatten mit Abdeckung, Foto (C) andy carter / flickr

 

Es ist schon faszinierend, wie aus Pflanzenabfällen wieder duftende neue Erde entsteht innerhalb relativ kurzer Zeit! Eine gewisse Zersetzung wird bereits über den Winter erreicht und nach einem Jahr kann man die Erde schon wieder verwenden. Idealer Kompost mit fein krümeliger Struktur benötigt ungefähr zwei Jahre, bis er fertig ist. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten die Abfälle sofort weiter zu verwenden, ohne sie zwischenzulagern.

1) Man zerkleinert sie bestmöglich und gibt sie als unterste Schichte in Pflanzenkübel.

2) Ebenso kann man sie als unterste Schichte in Hochbeeten verwenden, wobei hier auch gröbere Stücke dabei sein dürfen.

3) Wenn man einen Garten hat, kann man die Abfälle auch an Ort und Stelle vergraben.

4) Oder man verwendet das verkleinerte Material zum Mulchen von vorhandenen Beeten. Das sieht zwar eine paar Tage lang ungepflegt aus, aber wenn man das Ganze mit Stroh, Grasschnitt, Sägespänen oder Blättern bestreut, ist die Optik durchaus akzeptabel.

 

Komposter, Kompostsilos und Komposthaufen

Kleine Kompost-Anlagen haben den Vorteil, dass man die Abfälle zuerst mal relativ sorglos auf einen Haufen schmeißen kann, ohne sie irgendwo einarbeiten zu müssen. Der Standort sollte sich in Hausnähe befinden, schattig und luftig sein. Auch ein Vordach ist kein Fehler. Meistens wird die Anlage aus optischen Gründen an den äußersten Gartenrand verbannt, möglichst direkt neben dem Nachbarn. Aber das kann nicht nur für Ärger sorgen, sondern ist auch ziemlich unpraktisch. Es gibt ja auch schicke Modelle, die sich von Hochbeeten kaum unterscheiden. Wer keinen Garten hat, findet vielleicht einen Platz für eine Kiste auf der Terrasse oder am Balkon. Bokashi-Komposteimer müssen nicht im Freien stehen und sind daher eine Alternative, wenn gar keine Freiflächen vorhanden sind. Vielleicht findet sich im Keller oder in der Garage ein Platz? Es wird zwar empfohlen, Komposter direkt auf den Mutterboden zu stellen, aber da das Material auch in Kübeln und Kisten verrottet, ist fehlende Gartenfläche kein Hindernis. Außerdem gibt es auch mobile Trommel-Komposter, die wie Mischmaschinen aussehen. Manche sind sogar mit Rädern ausgestattet, so dass man den Kompost dort hinführen und kippen kann, wo man ihn braucht. Eine andere Variante sind fertige Kompostsäcke, die ebenfalls mobil sind.

 

Garten-Komposter Bauweisen

Im Baumarkt findet man vor allem Modelle aus Holz, Metall und Kunststoff. Wenn man selber einen Komposter bauen möchte, ist zu beachten, dass zumindest die Grundkonstruktion aus wetterfestem Material besteht. Die Seitenbretter kann man dann leicht austauschen, falls sie verrotten. Für die Eckpfeiler kommen zum Beispiel Lärchenholz, Eichenholz und Kastanienholz in Frage. Aber auch Metallprofile oder sogar Natur- oder Betonsteine. Außerdem muss für ausreichende Luftzirkulation gesorgt werden. Komposter haben daher immer Luftlöcher und Luftspalten in den Seitenwänden. Auch Gabionen-Käfige lassen sich zweckentfremden und statt mit Steinen mit Pflanzenabfällen befüllen. Wer sicher gehen möchte, dass keine Mäuse und andere Nager dazu kommen, sollte auf der Unterseite ein engmaschiges Gitter anbringen und auch auf der Seite kein grobmaschiges Gitter nehmen.

 

Haufen-Methode und Abdeckungen

Wer einen weitläufigen Garten hat, muss an die Optik keine so großen Ansprüche stellen, sondern kann einfach irgendwo einen hügelförmigen Haufen anlegen und diesen mit einer Plane abdecken. Nach dem „Umsetzen“ kann der Haufen mit verschiedenen Kürbis-Gemüsesorten (Melonen, Zucchini) oder Kartoffeln bepflanzt werden. Das Abdecken ist vor allem am Anfang nötig. Später können großblättrige Pflanzen oder Brennnesseln diese Schutzfunktion übernehmen. Manche Anlagen sind nur mit Gittern abgedeckt, andere mit Holzplanken oder passenden Deckeln. Das Abdecken ist wichtig, damit der Inhalt weder austrocknet noch vom Regen überschwemmt wird. Bei der Haufen-Methode muss man mindestens die doppelte Fläche vorsehen, damit das Material von einer Seite auf die andere geschaufelt werden kann. Das nennt man „Umsetzen“ und es dient zur Belüftung und Durchmischung des Inhalts. Diese Arbeit ist nur ein- bis zweimal fällig, ungefähr nach einem Jahr oder nach den Wintermonaten.

 

4-Kisten-Methode und Ansetzen des Kompostes

Mehrere kleine Kompost-Kisten sind besser als ein großer Haufen. Richtig angesetzter Kompost stinkt in keiner Phase, sondern riecht nur nach feuchtem Waldboden. Bei der 4-Kisten-Methode steht jederzeit fertiger Kompost zur Verfügung, der sauber entnommen werden kann. Wenn es nur eine Kiste gibt, kommt der fertige Kompost unten zu liegen und man benötigte eine Öffnung, um an ihn heranzukommen. Die vier Kisten enthalten:

1) Gartenabfälle vom laufenden Jahr

2) Kompost-Ansatz vom laufenden Jahr

3) umgesetzten Kompost vom Vorjahr

4) fertigen Kompost

Beim Ansetzen des Kompostes kann man die Abfälle mit fertigem Kompost, Stroh und Mikroorganismen vermischen, um die Durchlüftung zu verbessern und die Verrottung zu beschleunigen. Kleine Teile verrotten zwar schneller, aber sie setzen sich leichter und lassen weniger Lufträume als gröbere Materialien. Am Ende kann man noch eine Mulchschichte als Schutzschichte darauf geben oder Unkraut wachsen lassen.

 

Flächenkompostierung

Bei der Flächenkompostierung werden Ernte-Rückstände direkt vor Ort verteilt oder auf den abgeernteten Beeten von Starkzehrern aufgebracht, wo sie bis zum Frühjahr liegen bleiben und dann mit einen Kultivator oder anderen Hark-Werkzeug unter die Erde gemischt werden. Der Kultivator ist kein Pflug, sondern bewirkt nur eine Auflockerung der Bodenoberfläche.

 

Geeignete Inhalte und mögliche Fehler

Was darf nun in den Komposter? Im Prinzip dasselbe, wie in die Biotonne. Neben rohen Pflanzenabfällen (nichts Gekochtes!) sind auch Tiermist, Stroh, Strauchschnitt, Rasenschnitt, Herbstblätter sowie alte Blumenerde aus Töpfen und Kübeln erlaubt. Unbehandelte Holz-Materialien muss man vorher zerkleinern, weil sie sonst mehrere Jahre benötigen, bis sie vermorschen. Beim Einbringen sollte man darauf achten, dass die Inhalte nicht zu nass sind und nicht verkleben, sonder locker und gut vermengt sind. Bei saftigen Obst- und Gemüse-Abfällen ist es günstig, das Material ein wenig antrocknen zu lassen und mit Streu zu vermischen, um unangenehme Fäulnisprozesse zu vermeiden. Zutaten, die Fliegen anziehen könnten, sollte man sofort abdecken mit Grasschnitt oder Laub. Die richtige Mischung macht es!

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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