Pflegeleichter geht es nicht: Luftdicht abgeschlossen in Glaskolben, Einmachgläsern oder bauchigen Flaschen bildet sich ein autarkes Ökosystem, das nie mehr gegossen werden muss.

Foto (C) erin / flickr

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Gewöhnliche Terrarien sind dekorative Glasbehälter, die mit kleinen Pflanzen bestückt sind und eine Luftöffnung besitzen. Für „ewige“ Terrarien werden verschließbare Behälter verwendet, die nach dem Anordnen und Befeuchten der Materialien dicht verschlossen und nicht mehr geöffnet werden. Als Zutaten sind zum Beispiel geeignet: Sand, Erde, Steinchen, Rinden, Laub, Totholz, grünes Moos, Farn, Flechten, Sauerklee und andere Kleinteile aus dem Wald. Auch kleine Tierchen wie Regenwürmer, Schnecken, Asseln und Einsiedlerkrebse sind möglich. Mikroorganismen werden automatisch eingeschleust, wenn man die Substanzen nicht im sterilen Baumarkt einkauft, sondern Waldboden-Teile direkt aus der Natur holt.

 

Autarker Mini-Kosmos im Glas

Es entsteht eine filigrane Mikroflora, die ganz langsam vor sich hin wächst und mit der Zeit immer dichter wird. Der Engländer David Latimer besitzt eine Pflanze in einer großen, runden Bauchflasche, die er seit dem Jahr 1960 nicht mehr geöffnet hat (Stand 2016). Ecosphere ist ein Markenname für ein geschlossenes Glas-Ei, in dem die darin eingeschlossenen Lebewesen mehrere Jahre lang lebensfähig sind. Es soll sogar möglich sein, dass sich Tiere vermehren. Alles, was die Pflanzen und Tierchen von außen brauchen, ist Licht und Wärme. Die Behälter verhalten sich wie kleine Planeten, die außer Sonnenenergie nichts benötigen. Was die Organismen zum Überleben brauchen, produzieren sie selbst. Die wichtigsten Bestandteile eines funktionierenden Ökosystems sind:

1) Wasser

2) Mineralstoffe

3) Bakterien

4) Grünpflanzen

Wenn es gelingt, den inneren Energiekreislauf im Gleichgewicht zu halten, kann ein Glas-Terrarium (oder -Aquarium) jahrzehnte lang leben. Bei Aquarien funktioniert der Kreislauf wie folgt: Biomasse und Sauerstoff werden durch Algen produziert, die Mineralsalze aus dem Wasser aufnehmen und Photosynthese betreiben. Kohlendioxid entsteht durch die Ausatmung von Garnelen. Für den Nachschub an Nährsalzen sorgen die Bakterien, die Ausscheidungen und totes Material zersetzen. Das verdunstende Wasser schlägt sich als Tauwasser an den Glasrändern nieder und tropft in Form von „Regen“ herab.

Foto (C) Sonny Abesamis / flickr

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Wardscher Kasten und größere Experimente

Als Erfinder der „ewigen“ Aquarien gilt Robert Warington, dem es 1849 zum ersten Mal gelungen ist, ein geschlossenes Ökosystem herzustellen, um zwei Goldfische in einem Glas mit Wasserpflanzen und Schlammschnecken wartungsfrei zu halten. Bereits im Jahr 1791 wurde von Nathaniel Bagshaw Ward ein geschlossener Glaskasten für lange Schiffstransporte von Pflanzen entwickelt. Größere Experimente sind unter den Bezeichnungen „Biosphäre 2 bzw. 3“ bekannt. Auch wenn es bislang nur gelungen ist, das ökologische Gleichgewicht sehr lange, aber nicht ewig zu halten, können wir sehr viel über die Naturgesetze lernen. Dass die Systeme letztlich doch zusammenbrechen, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass es im Universum keine gläsernen Hüllen gibt, sondern nur durchlässige Atmosphären. Anleitungen zum Selberbauen findet man im Internet auch unter den Bezeichnungen Flaschengarten, Bottle-Terrarium, Flaschen-Terrarium und Hermetosphäre-Garten.

 

Ist ein Ewiges Terrarium ein Perpetuum Mobile?

Der oft zitierte Energieerhaltungssatz besagt, dass in einem geschlossenen System die Gesamtenergie nicht zunehmen, sondern sich nur verwandeln kann. Damit ist jedoch keine Lebensenergie, sondern nur physikalisch messbare, materielle Energie gemeint. Ob eine Pflanze nun tot ist oder lebt, macht keinen Unterschied. In der Natur ist es freilich nicht egal, ob ein Samen keimfähig oder unfruchtbar ist, auch wenn materiell kein wesentlicher Unterschied zu erkennen ist. Aus dem lebendigen Kern kann ein riesiger Baum wachsen oder irgendeine andere Pflanze, die niemals stirbt, weil sie sich ständig durch Ausläufer verjüngt. Man kann nicht behaupten, dass dem System Erde für die Energiezunahme durch einen Baum Energie weggenommen werden muss. Im Gegenteil: Je größer der Waldflächenanteil in einer Region, umso günstiger das Klima und größer die Fruchtbarkeit der übrigen Flächen. Ist der Waldflächenanteil gering, wächst auf den restlichen Flächen nicht mehr (um die Energie in Summe gleich zu halten), sondern auch weniger, weil es an Bio-Informationen mangelt. Denn Pflanzen werden durch feinstoffliche Feld-Informationen gesteuert, die sich um materielle System-Grenzen nicht kümmern.

Im realen Leben gibt es keine geschlossenen Systeme, weil Wellen Energieträger sind und nicht völlig abgeschottet werden können. Auch wenn keine Lichtwellen und keine Wärmestrahlung durchkommen, ist es kaum möglich, jede Art von Wellentranfer auszuschließen. Wir müssen uns an der Natur orientieren und nicht an beschränkten physikalischen Gesetzen, die zwar stimmen mögen, aber nicht unter allen Umständen gelten. Das Universum ist ein Perpetuum Mobile, aber bis jetzt wurde noch keine Grenze gefunden – weder am Rand des Universums noch zwischen den Planeten, Sternen und Galaxien. Jedes Lebewesen wird Teil eines Perpetuum-Mobiles (ewigen Kreislaufes), sobald der Lebensfunke eingehaucht ist, der für das Geborenwerden, Wachsen und Sterben sorgt.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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