Sexuelle Energie ist gleich Lebensfreude – und daher sind alle so scharf darauf. Wer sie selber nicht hat, neigt zu Missbrauch. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Auch Architektur kann sexy sein! Foto (C) paul bica / flickr

Auch Architektur kann sexy sein! Foto (C) paul bica / flickr

 

Null Sex-Appeal und steif wie ein Stock? Niemand schaut hinterher? Weder „hot“ noch „scharf“ noch „geil“? – Das kann vorkommen! Menschen, die nicht attraktiv wirken, gibt es sogar in Hülle und Fülle!

 

Erotik-Konsum und Missbrauch

Der Markt reagiert auf diesen Mangel mit Silikon-Füllungen, Botox-Spritzen, Stöckelschuhen, Schminkzeug, Dessous, tief dekolletierten Oberteilen und knappen Röcken. Die Auswahl für das männliche Geschlecht ist deutlich kleiner. Offenbar gibt es für die Herren der Schöpfung keinen Grund, sich anziehender zu machen als sie von Natur aus sind. Sie schmücken sich eher mit schnittigen Accessoires wie stromlinienförmigen Autos, Goldketterl und hochkarätigen Uhren. Alle diese Krücken ändern jedoch nichts daran, dass es grundlegend an Sexiness mangelt. Diese Menschen finden sich meist auch selber nicht schön und wissen nicht, wie sie ihre Ausstrahlung verbessern könnten.

Es geht hier nicht vordergründig um die Wirkung auf das andere Geschlecht, sondern in erster Linie um ein erotisches Lebensgefühl, das der eine mit vollen Zügen genießen kann, während der andere nicht mal eine Brise davon wahrnimmt. Wenn er so etwas wie Erotik erleben möchte, ist er auf Stimulation durch begabtere Menschen angewiesen. Er kann Erotik nur konsumieren, aber weder generieren noch austauschen. Das Benutzen anderer Menschen (die meist wehrlos, naiv, traumatisiert oder unerfahren sind) ist jedoch Missbrauch.

 

Was ist Sex-Appeal?

Sex-Appeal ist die erotische Anziehungskraft eines Menschen – nicht seine Bedürftigkeit nach Sex. Nur jemand, der etwas besitzt, kann etwas ausstrahlen. Wahre Sexiness entsteht von innen heraus, nicht durch äußerliche Attribute. Sie hat mehr mit der Art zu tun, wie ein Mensch sich selbst und seine Umwelt wahrnimmt als mit körperlichen Vorzügen. Sie ist eine Form von Empfindsamkeit und die Fähigkeit, mit subtil-erotischen Energien zu spielen. Der Energiespeicher wird auf natürliche Weise aufgeladen durch eine gewisse Schwingungsfähigkeit, die angeboren ist, aber auch geübt und trainiert werden kann. Sex-Appeal drückt sich aus in der Art, wie jemand schaut, wie er sich bewegt, wie er sich selbst und andere Menschen berührt, wie seine Stimme klingt, wie er lacht und wie er sich benimmt. Sexiness ist vergleichbar mit der Art, wie sich Tiere in der Sonne wälzen, im Gras, im Moos oder im Schlamm. Wie sie den Regen genießen, sich von Wellen oder Luftzügen davontragen lassen. Wie sie knabbernd und sabbernd vor sich hindösen, leckend ihr Fell säubern und übermütig durch die Gegend springen. Sexiness ist eine Form von lustvoller Liebe zu allem was ist, sowie die Fähigkeit, diese Lust auch auszudrücken und auszustrahlen.

 

Körperkultur

Nicht jeder hat große Augen, volle Lippen, die idealen Proportionen, einen eleganten Hüftschwung und ein strahlendes Lächeln. Um den Körper in Schwung zu bringen empfehlen sich Sportarten, die die Beweglichkeit des Beckens fördern. Sitzende Sportarten wie Radfahren, Reiten und Rudern können zwar den Beckenboden festigen, aber auch zu Verhärtungen führen. Wandern, Klettern, Gartenarbeit, Tanzen, Skaten und Yoga sind besser geeignet.

Die erotischen Talente sind laut europäischem Fengshui der Jahreszeit Mai sowie den Elementen Wasser und Luft zugeordnet. Wer viel Bewegung macht und gerne Sonne auf die nackte Haut lässt, entwickelt automatisch mehr Gefühl für seinen Körper. Auch die Körperpflege ist natürlich wichtig, sowie genügend Aufmerksamkeit für den Körper. Dazu gehört auch, sich regelmäßig zu wiegen und abzumessen, auf den Körper zu hören und ihn vor Leiden zu bewahren. Es soll sogar Leute geben, die nicht mal wissen, wie ihr Body aussieht, weil sie keinen großen Spiegel besitzen.

 

Ernährung und Gesundheit

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist, heißt es. Ein gesunder und gut gewachsener Körper ist daher bereits die halbe Miete. Ungünstige Körperproportionen und Schönheitsfehler lassen sich ausgleichen mit entsprechender Haltung. Industrienahrung zerstört das natürliche Geschmacksempfinden. Vor allem die Bitterstoffe fehlen. Alles ist übersüßt, versalzen oder übermäßig sauer. Basisch-vegane Rohkost repariert die Geschmacksnerven und lässt das Verlangen nach Genussmitteln schnell vergessen. Aphrodisierende Lebensmittel steigern die Libido, während Zigaretten, Alkohol, Übergewicht, Stress und negative Emotionen die Lust vertreiben.

 

Sich von der Muse küssen lassen

Wer weder singen noch tanzen kann, kann Tanzstunden nehmen, einen Malkurs besuchen, ein Musikinstrument erlernen oder Stimmtraining machen. Während die eigene Meisterschaft noch auf sich warten lässt, kann man die Kreativität von begabteren Designen nutzen und sich mit Kunstobjekten umgeben. Auch Geschmack und Stilsicherheit lassen sich bilden, indem man zum Beispiel eine Kunstschule besucht oder stilistisch beraten lässt.

 

Produkt-Design kann ein Werkzeug sein, um erotische Spannung zu erzeugen. (C) Razvan Orendovici /flickr

Produkt-Design kann ein Werkzeug sein, um erotische Spannung zu erzeugen. (C) Razvan Orendovici /flickr

 

Auf den Geschmack kommen

Genießen kann man nur im Augenblick, weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Die Natur bietet so viele Möglichkeiten, um die Sinne trainieren. Menschen, die in der Stadt aufgewachsen sind oder selten aus dem Haus kommen, sollten öfter in den Wald oder an ein natürliches Gewässer gehen, um die Natur zu beobachten. Überreizung bringt gar nichts, sondern lässt unsere Empfindsamkeit abstumpfen. Wer Natur langweilig findet und Porno-Vorlagen benötigt, um etwas Erotisches zu empfinden, wird kein bisschen attraktiver für seine Mitmenschen.

 

Liebesschwingungen aussenden

Sexiness ist eine Form von genussvoller Schwingungsfähigkeit. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, immer und überall seine Liebe auszusenden und Gefühle der Zuneigung zu empfangen. Egal, ob ein Partner vorhanden ist oder nicht. Auch Haustiere und zahme Wildtiere sind eine schöne Möglichkeit, um Liebesschwingungen auszutauschen. Sollte kein sympathisches Lebewesen in Reichweite sein, kann man im Internet Aufmerksamkeit, Zuwendung und Anerkennung verschenken.

 

Kommunikationsfähigkeit und soziale Geschicklichkeit

Jemand, der nicht offen mit anderen Menschen interagieren kann, wird kaum Sex-Appeal entwickeln. Freundlichkeit, Spaß am Flirten und Smalltalking, Humor, Esprit, Dynamik und Wendigkeit, Empathie und Anpassungsfähigkeit, ein feuriges Temperament, lockere und selbstbewusste Umgangsformen sind eindeutig von Vorteil. Wer nicht aus sich herausgeht, keine Miene verzieht, niemanden ansieht, einen bösen Blick aufsetzt (weil er das für cool hält), schlapp herumhängt und sich nicht engagiert, kann höchstes Mutter-Instinkte wecken oder Machos begeistern, die einen gefügigen Partner suchen. Sex-Appeal ist also auch eine Frage des Charakters und der Persönlichkeit.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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