Der deutsche Erfinder Frank Stelzer hat einen genial einfachen Motor entwickelt, der aus nur 8 Teilen besteht. Er erzeugt keine Drehbewegungen, sondern Druck und kann daher auch als Pumpe oder Kompressor eingesetzt werden.

 

Der Stelzer-Motor ist ein sparsamer 2-Takt-Freikolben-Motor in linearer Bauweise. In einem Zylinder, der aus drei Kammern besteht, wird ein Stufen-Kolben hin und her bewegt. Während ein gewöhnlicher Automotor aus hunderten von Teilen besteht, kommt der Motor von Stelzer mit nur acht Teilen aus. Der Zylinder hat zwei Brennräume mit Zündkerzen und eine zentrale Verdichtungskammer. Der frei bewegliche Kolben zieht sich durch alle drei Kammern hindurch und schwingt bis zu 20.000 Mal in der Minute hin und her. Da sich nur der Kolben bewegt und auf Drehbewegungen völlig verzichtet wird, gibt es kaum Verschleißteile und die Haltbarkeit ist entsprechend hoch. Der Motor soll weiters nur 60 bis 70% Treibstoff brauchen – verglichen mit dem Otto-Hubkolben-Motor – und weniger Abgase produzieren. Auch der Rohstoff-Bedarf ist geringer.

 

Der Betrieb ist mit verschiedenen Brennstoffen möglich

Der innovative Druckluft-Motor ist kein so genanntes Freie-Energie-Gerät, sondern kann mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden. Zum Beispiel mit Benzin, Diesel, Methanol, Gas, Frittieröl und Heizöl. Er wurde seit seiner Erfindung im Jahr 1960 laufend weiterentwickelt bis zur Serienreife. Man kann ihn nicht nur als Wasserpumpe und Kompressor einsetzen, sondern auch in Blockheizkraftwerken, als Hydraulikpumpe, als Fahrzeugmotor und als Strom-Generator. (Kompressoren sind Verdichter zum Komprimieren von Gasen und Erzeugen von Druckluft, um Ventilatoren, Gebläse, Luftpumpen, Sandstrahl-Geräte, Hochdruckreiniger, Airbrush-Pistolen und Druckluftwerkzeuge zu betreiben.) Durch eine Längsbohrung im Kolben kann der Motor Flüssigkeiten beschleunigen und einen Hydraulik-Druck aufbauen, um Hydraulik-Motoren und Hydraulik-Maschinen anzutreiben. Die schwingende Linear-Bewegung lässt sich auch in elektrische Energie umsetzen.

 

 

Die Vorteile des Motors sind umstritten

Für die viermal längere Lebensdauer als beim Otto-Motor und die höhere Effizienz beim Treibstoff-Verbrauch mangelt es an unabhängigen Nachweisen. An lange haltbaren Autos besteht seitens der Hersteller-Firmen wenig Interesse, weil damit kein Geschäft zu machen ist. Die Umstellung der Produktionswege würde hohe Kosten verursachen. Es wurde daher mehr Energie in die Verhinderung der Technik gesteckt als in die Forschung und Weiterentwicklung. Zum Teil scheiterten die Verhandlungen auch daran, dass die Interessenten ihren eigenen Namen benutzen wollten und nicht den Namen des Erfinders. An der TU Braunschweig wurde 2005 eine Untersuchung des Motors durchgeführt, deren Ergebnis auf der Internet-Seite von Frank Stelzer bzw. seiner Lebensgefährtin Heideh Zimmermann publiziert ist. Die Frau betreibt auch einen Youtube-Kanal, wo mehrere Videos über die Technik zu finden sind. Die meisten Videos sind allerdings sehr kurz und wenig aussagekräftig. Die Präsentationen wirken wenig überzeugend, schlecht vorbereitet und unprofessionell gefilmt. Das Konzept für den Motor ist nicht völlig neu, sondern wurde bereits 1920 von einem spanischen Erfinder vorgeschlagen. Auch Professor Max Berchold von der ETH Zürich hat sich damit beschäftigt. Er glaubt an den Erfolg des Modells, wenn es gelingt, die lineare Bewegung mit hohem Wirkungsgrad in eine Drehbewegung umzusetzen.

 

Kein Geld für Erfindungen, die den Umsatz verringern

Der Erfinder war Autodidakt und hat seine Entwicklungen privat finanziert, weil freischaffende Personen, die keine Firma sind, keine staatliche Förderung bekommen. Es gab zwar Interessenten für seine zahlreichen Patente, aber die Konditionen waren für Stelzer nicht akzeptabel. Von General Motors wurden ihm 1968 laut eigener Aussage (FAKTuell-Interview 2003) zehn Millionen Mark geboten, wenn er den Motor aufgibt. Er hat schließlich seine Produktionsfirma aufgemacht, lebte aber ständig am Limit, machte Schulden machte und verfügte über kein ausreichendes Eigenkapital. Bei den Vorführungen kam es leider mehrmals zu Pannen und kurz nachdem Stelzer 2007 endlich einen Produzenten im Iran gefunden hatte, der den Motor serienweise herstellen wollte, verstarb er mit 73 Jahren in seinem Auto vor einer roten Ampel – angeblich an einem Herzinfarkt und noch vor dem Abschluss des Geschäftes. Dieser frühzeitige Tod mit ungeklärten Todesursachen ist leider typisch für viele Erfinder in der alternativen Energie-Szene, sobald sie für das herrschende Wirtschaftssystem „gefährlich“ werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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