Durch diverse religiöse Einschränkungen, Ehe-Vorschriften und persönliche Restriktionen sind auch heute noch viele Menschen unfrei, was ihre Liebesbeziehungen betrifft.

Foto (C) Danielle Moler / flickr

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Über dieses Thema traue ich mich ja kaum was zu schreiben, weil sich viele Menschen angegriffen fühlen. Für viele ist Sex immer noch ein Tabu-Thema und reine Privatsache, die in der Öffentlichkeit nicht besprochen werden darf. Und dann gibt es natürlich die großen Gruppen der religiösen und verheirateten Menschen, die sich aus Glaubensgründen zur Enthaltung verpflichtet haben und jeden in Gedanken „steinigen“, der diese Institutionen in Frage stellt. Und schließlich bin ich mir sicher, dass die meisten unter „sexueller Energie“ zuerst mal an zügellose Triebhaftigkeit denken und gar nicht verstehen, worauf ich hinaus will. Die sexuelle Energie ist einer der stärksten Lebens-Antriebe, die wir haben. Sie sorgt dafür, dass wir mit bestimmten Menschen zusammenkommen, aber auch, dass wir zielgerichtet bleiben und einen Ansporn besitzen. Sobald diese Energien ins Stocken geraten, können wir uns nicht mehr kraftvoll entfalten, sondern beginnen zu stagnieren.

 

Beschimpfte und verachtete Körperteile

Wenn jemand irgendwie negativ auf das Thema Sexualität reagiert, ist das eigentlich bereits ein Zeichen, dass er kein normales Verhältnis dazu hat. – Genauso, wie viele Menschen nicht ohne Schamgefühle, Abwertungen oder Belustigungen über ihre Ausscheidungsorgane reden können. Wer Fäkal-Ausdrücke benutzt, beleidigt nicht nur die Unterkörper seiner Mitmenschen, sondern vor allem seinen eigenen. Denn es hat natürlich eine energetische Wirkung, wenn jemand aggressiv-verächtliche Vorstellungen mit seinem Stuhlgang oder mit Geschlechtsverkehr verbindet.

 

Sexueller Missbrauch

Auch die, die sich übertrieben locker und spaßig geben, haben das Wesen des Sextriebes nicht vollständig erfasst. Gemeint ist hier nicht irgendeine Form von lustvoller Körperbetätigung, die man mit Spielzeugen, mit Tieren, mit Puppen oder beliebigen Partnern ausüben kann, sondern es geht um innige Liebesenergien, die zwei Menschen zusammenbringen, aneinander binden und zur Entstehen von neuen Lebewesen (oder anderen „Kindern“) führen können. Den Sexualtrieb nur zum Lustgewinn zu benutzen, ist energetischer Missbrauch, egal ob andere Menschen als Objekte (bzw. Reiz-Vorlage) dienen, oder ob nur der eigene Körper ausgereizt wird.

 

Tantra-Sex als Schutz vor Missbrauch

Obwohl Tantra viel mehr ist als nur eine Sex-Lehre, wird der Begriff im Westen praktisch nur noch für eine Form von Sexualität verwendet, bei der die feinstofflichen Energiezentren (Chakren) und Energieleitbahnen miteinbezogen werden. Die sexuelle Energie wird dazu benutzt, das eigene Energieniveau anzuheben und die Liebesschwingungen zwischen den Partnern zu verstärken. Orgasmen sind nicht das Ziel. Stattdessen gibt es viele Übungen, um die erotische Energie ins Fließen zu bringen und in Fluss zu halten. Orgasmen wirken oft trennend, weil sie Anspannung erzeugen, erschöpft machen und die Lust beenden. Außerdem ist es kein befriedigendes Gefühl, für einen Orgasmus benutzt zu werden. Wenn der Orgasmus das einzige Ziel ist, handelt es sich im Grunde um einen gemeinsamen Missbrauch oder gegenseitige Beihilfe zum Onanieren.

 

Unterdrückte Sexualität in der Ehe

Gegen die Ehe ist nichts einzuwenden, wenn sie einseitig kündbar ist und zugleich ein individueller Ehevertrag abgeschlossen, wo die Aufteilung des Vermögens, der Rechte und Pflichten im Trennungsfall geregelt sind. Eine Familiengründung braucht eine gewisse Sicherheit und auch das Bekenntnis zueinander für eine möglichst lange Zeit. Allerdings kann niemand vorhersehen, wie sich die Partner entwickeln und ob die Liebe anhält. Die Sexualität ist im Ehegesetz (ich gehe hier vom österreichischen aus) fast bis ins Detail reglementiert und das bedeutet in der der Praxis, dass man körperlich unfrei ist, wenn der Partner auf seine Rechte besteht.

Unterdrückte Sexualität in der Ehe wird oft kompensiert:

1) durch den Konsum von Pornos

2) durch Fremdgehen und Betrug

3) durch unerfüllte Nebenbeziehungen mit keinem oder eingeschränktem Sex

4) durch Resignation, Depressionen und Kopfschmerzen

5) durch Sucht- und Genussmittel (Übergewicht, Zigaretten, Alkohol, Spielsucht)

6) durch übertriebenen Sport

7) durch Aggressionen und Wut auf das andere Geschlecht

8) durch körperliche Verspannungen

9) durch Flucht in die Arbeit oder andere Ablenkungen

10) durch Neigung zu Krankheiten

 

Unterdrückung der sexuellen Begabung

Sexuelle Energien können auch vernachlässigt werden aus verschiedenen Gründen. Zum Beispiel, weil sie im Berufsleben nicht erwünscht sind. Oder weil der gesellschaftliche Druck sehr groß ist. Bei Frauen ist es geradezu Pflicht, dass sie ihre erotischen Vorzüge hervorheben nach allen Regeln der Kunst, aber Männer, die ihre Körperlichkeit betonen (außer beim Sport), werden nicht ernst genommen. Wenn die erotische Begabung fehlt oder nicht kultiviert wird, mangelt es ganz allgemein an sinnlichen Fähigkeiten, an Genussfähigkeit, an Kunstsinnigkeit und an Resonanzfähigkeit mit der Natur. Verkopfte Menschen verlieren ihren emotionalen IQ und den Bezug zur eigenen Körperlichkeit. Alles was ästhetisch ist, ist auch irgendwie erotisch. Daher leidet sogar der Geschmack, wenn jemand seinen Sex-Appeal nicht trainiert und nicht mitschwingen kann mit dem Tanz des Lebens.

 

Foto (C) Danielle Elder / flickr

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Unterdrückte Sexualität infolge von religiösen Glaubensbekenntnissen

Was passiert, wenn gesunde Menschen ihre Sexualität nicht einmal denken, geschweige denn ausleben dürfen, sieht man in der katholischen Kirche. Das Sex-Verbot bei Nonnen und Priestern wird oft kompensiert:

·         durch heimliche Beziehungen mit verleugneten Sex-Partnern

·         durch Belästigung und Missbrauch von Kindern

·         durch Bitterkeit und Groll

·         durch Lethargie

·         durch massive Schuldgefühle und Versagensängste

Erotische Anziehung, Liebe und sexuelle Bedürfnisse zu unterdrücken ist unmenschlich, denn jeder normale Mensch wünscht sich eine enge, auch körperliche, Verbundenheit mit einem anderen Menschen. Leider sind nicht nur Kirchendiener vom Zölibat betroffen, sondern auch viele andere Gläubige wagen es nicht, ihre Sexualität frei zu entfalten. Aus Sorge um ihr Seelenheil lassen sie sich lieber klein halten und tragen durch ihre Überzeugung dazu bei, dass sexuelle Regungen verkümmern, schlecht gemacht werden, verheimlicht und verboten bleiben.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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