Die Benzin-Kuh ist bis jetzt noch nicht erfunden – Gott sei Dank! Aber noch heute wird die Leistung von Autos in PS angegeben. Die Pferdestärke ist einer der letzten Hinweise, dass Tiere auch der Energie-Produktion dienen können.

Pferdekutsche mit Hund, Foto (C) Thomas Kohler / flickr

Pferdekutsche mit Hund, Foto (C) Thomas Kohler / flickr

 

Was bei uns komplett in Vergessenheit geraten ist, aber in manchen Ländern noch völlig alltäglich ist, ist die Nutzung von Tieren als Energie-Lieferanten. Die folgenden Auflistungen verstehen sich als Ideen und Denkanstöße für Menschen, die nach Alternativen suchen.

 

Tragtiere

Traditionelle Lasttiere und Reittiere dienen heute meistens nur mehr als Touristen-Attraktion und für Sondereinsätze in unwegsamen Gegenden. Aber warum eigentlich? Was spricht dagegen, mit einem Esel einkaufen zu gehen statt mit dem Auto zu fahren? Nicht jeder hat es ständig eilig, von A nach B zu kommen.

Nach einer mehrwöchigen Ausbildung sind unter anderen folgende Tiere als „Privat-Taxis“ geeignet: Esel, Kamele, Maultiere (Mulis), Pferde, Ziegen, Dromedare, Lamas, Trampeltiere, Rentiere, Yaks, Buckelrinder und Elefanten.

Bei Wikipedia sind folgende „Leistungsdaten“ nachzulesen:

 

Belastbarkeit Kilometer pro Tag
Trampeltier 250 kg 35 km
Dromedar 150 kg 50 km
Pferd 150 kg 30 km
Esel 90 kg 25 km
Alpaka 50 kg 25 km

 

Lauf- und Zugtiere

Auch Zugtiere sind in Europa beinahe in Vergessenheit geraten und spielen praktisch keine Rolle mehr. Dabei wären sie im landwirtschaftlichen Einsatz viel schonender für den Erdboden als die tonnenschweren Traktoren, die alles platt walzen. Zu den ältesten Zugtieren gehören übrigens die Hunde. Hat schon mal jemand versucht, einen Hunde-Anhänger für seinen Einkaufs-Trolley zu basteln? Oder seinen Selbstversorger-Garten mit einem Pony oder Mini-Rind zu beackern? Ganz ohne Motoren-Lärm und Abgase? Ein junger Bio-Bauer in der Schweiz hat bewiesen, dass sich moderne Ackergeräte auch mit einem Pferde-Gespann betreiben lassen. Wenn die Tiere liebevoll behandelt werden, kooperieren sie sehr gerne. Meist jedoch kennen wir sie nur noch aus Filmen und Büchern:

  • Hundewagen und Hundeschlitten.
  • Elch- und Rentier-Schlitten.
  • Pferdekutschen und -Fuhrwerke.
  • Rinder zum langsamen Pflügen und Ziehen von Karren.

 

Leise, freundlich und 100% bio: Esel können bis 90 kg tragen. Foto (C) Thomas Kohler / flickr

Leise, freundlich und 100% bio: Esel können bis 90 kg tragen. Foto (C) Thomas Kohler / flickr

 

Grab- und Wühltiere

Der österreichische Permakultur-Pionier Sepp Holzer empfiehlt Schweine zum Bearbeiten des Bodens. Aber auch Hühner sind gut geeignet, um abgeerntete Beete aufzuräumen. Sie säubern die Anbauflächen zuverlässig von Unkraut und lockern die Erde auf.

 

Tiere als Mist-Produzenten

Obwohl man als Veganer auf Tiere gut verzichten kann, gehören sie für viele Permakultur-Gärtner einfach dazu. Schließlich gibt es kein Pflanzenleben, wo sich nicht auch Tiere tummeln. Die oben erwähnten Wühltiere liefern auch gleich den Dünger für die Erde. Kuhfladen sind in manchen Ländern wie Indien ein wertvolles Brennmaterial. Und Pferdemist ist besonders bei Bio-Gärtnern beliebt. Bei der Vergärung der Exkremente entsteht unter Sauerstoff-Abschluss Methan-Gas. Aus einem Kuhfladen lassen sich zirka 0,1 Kilowattstunden Strom erzeugen. Eine weitere Einsatz-Möglichkeit ist die Verwendung als Baumaterial. Und auch bei Agni-Hotra-Ritualen wird Kuhdung verwendet.

 

Abwärme von Tieren

Die Nutzung der Abwärme von Haus-Tieren im Winter, war früher ganz selbstverständlich. Noch heute geht so mancher Tierliebhaber mit Hunden oder Katzen ins Bett, statt eine Wärmeflasche zu füllen. In alten Bauernhäusern lagen die Schlafplätze oft direkt über den Viehställen.

 

Mikro-Organismen als Wasserstoff-Lieferanten

Die Energiegewinnung von Mikroorganismen wie Bakterien ist ein eigenes Kapitel. Vor allem Bakterien, die als Nebenprodukt ihres Stoffwechsels Wasserstoff erzeugen, werden untersucht. Das Bakterium „Cyanothece 51142“ produziert zehnmal mehr Wasserstoff als andere bekannte Mikroorganismen.

 

Elektrische Tiere und Leuchtwesen

Wir nutzen den Strom erst seit dem 19. Jahrhundert, während manche Tierarten schon viel länger Strom produzieren. Zu diesen Tieren gehören:

  • Glühwürmchen erzeugen Licht mittels Bio-Lumineszenz.
  • Elefantenrüssel-Fische jagen mit einer Spannung von zirka 2 Volt durch das Wasser.
  • Zitter-Aale können Stromstöße bis zu 1.000 Volt erzeugen.
  • Quallen, Tintenfische und andere Meeresbewohner können leuchten und leuchtende Chemikalien abgeben, die im Wasser Lichtwolken bilden.
  • Orientalische Hornissen erzeugen Strom aus Sonnenlicht.
  • Bienen erzeugen elektrische Felder bis 450 Volt.
  • Auch Hummeln und andere Insekten sind elektrisch geladen und nehmen elektrische Felder wahr.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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