Honig-Bienen erzeugen Strom, während sie fliegen und verständigen sich über elektrische Felder, wenn sie sich tanzend über Nahrungsquellen informieren. Außerdem heizen sie im Winter ordentlich ein!

Foto (C) Kate Russell / flickr

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Spannend und voller Energie!

Bienen sind kleine Kraftwerke, denn sie nutzen zur Verständigung elektrische Felder, die sie selbst erzeugen und auf ihre Artgenossen abstrahlen. Außerdem sind sie beachtliche Fluggeräte, die täglich bis zu 175 Kilometer zurücklegen mit bis zu 30 km/h Geschwindigkeit. Für einen Kilo Honig sind 100.000 Ausflüge erforderlich. Sommerbienen werden nur 4-6 Wochen alt, Winterbienen leben bis 9 Monate lang. Sie verständigen sich mit Tänzen und Flügelschwirren und strahlen dabei eine elektrische Strahlung ab, die vermutlich zusätzliche Informationen enthält. Zur Aufnahme dieser Informationen verwenden sie ihre Antennen, die mit Rezeptoren bestückt sind. Die Wahrnehmung von elektrischen Feldern und die Übertragung von Informationen wurden an der Freien Universität Berlin von Randolf Menzel und anderen Biologen erforscht. Je nachdem, wie weit sie fliegen, besitzen Bienen nach ihrer Rückkehr in den Bienenstock eine Oberflächen-Spannung bis zu 450 Volt. Je weiter sie fliegen, umso höher wird die Spannung.

 

Die Sprache der Bienen

Die pelzige Oberfläche wird beim Fliegen durch Reibung elektrisch aufgeladen. Auf den Antennen befindet sich eine schwingungsfähige Geißel, die zu vibrieren beginnt und mit einem speziellen Gehör-Organ wahrgenommen wird, das sich ebenfalls auf der Antenne befindet. Die elektrischen Felder wirken dabei wie Verstärker, vermutet man. Die bekannten Rundtänze und Schwänzeltänze sind also nur ein Teil der Botschaft, aber nicht alles, was Bienen einander zu sagen haben. (Schwänzeltänze kommen zum Einsatz, wenn die Futterquelle mehr als 90 Meter entfernt ist. Diese „Sprache“ der Bienen ist weitgehend entschlüsselt.) Da es am Landebrett von Bienenstöcken äußerst betriebsam zugeht, wundert es nicht, dass die optische Information durch eine Tanz-Figur nicht ausreicht, um sich effizient zu verständigen.

 

Bienen erzeugen Wärme durch Kuscheln und Zittern

Honig-Bienen halten keinen Winterschlaf, sondern ziehen sich im Winter rund um die Königin zu einer engen Kugel zusammen. Durch Vibrieren der Muskulatur erzeugen die Bienen in den äußeren Schichten so viel Wärme, dass in der Mitte der Kugel mindestens 25 Grad entstehen. Sobald die Außentemperaturen auf über 12 Grad ansteigen, lockert sich die Traube. Je kälter es ist, umso mehr Honig-Vorräte werden verbraucht. Die Funktion der „Heizer-Bienen“ wurde an der Universität Würzburg mit den so genannten HOBOS-Studien dokumentiert. Wie man sieht, sind Bienenstöcke perfekt organisiert. Die Schwarmbildung von Honigbienen dient der Vermehrung und Brutpflege. Es gibt aber auch Wildbienen, die als Einzelgänger leben und meistens am Boden nisten.

 

Magnetsinn, räumliche Geruchswahrnehmung und blitzartiger Sehsinn

Einer der wichtigsten Bienen-Experten ist der Verhaltensforscher Karl von Frisch, der 1973 einen Nobelpreis bekam für seine Bienen-Studien. Bei Bienen ist der Geruchssinn fest mit dem Tastsinn verbunden, wodurch wahrscheinlich eine räumliche Geruchswahrnehmung möglich ist. Die Augen der Tierchen sind so konstruiert, dass sie schnelle Bewegungen besser auflösen können und Blütenfarben genauer differenzieren können als der Mensch. Außerdem besitzen sie einen Sinn für das Erdmagnet-Feld, der ihnen bei der Orientierung hilft. Sie können nicht nur den Sonnenstand und die Himmels-Richtungen, sondern auch die Tageszeit erkennen. Dass Bienen auch Schwingungen wahrnehmen können, wurde später vom Verhaltensforscher Jürgen Tautz bestätigt.

Hochbetrieb am Bienenstock, Foto (C) Rainer Stropek / flickr

Hochbetrieb am Bienenstock, Foto (C) Rainer Stropek / flickr

 

Bedrohung durch Umweltvergiftungen

Die meisten Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, um sich vermehren zu können. Doch der Lebensraum für die Bienen ist durch die moderne Landwirtschaft bedroht. In einer Umgebung von Monokultur ohne natürliche Pflanzenvielfalt finden die Bienen nicht genug Nahrung mehr. Und auch die Pestizide machen ihnen zu schaffen. Bienen brauchen ganzjährig Futterquellen, die sich lohnen. Sie ernähren sich nicht ausschließlich pflanzlich, sondern sammeln neben Blütenstaub und Nektar auch Honigtau. Honigtau ist ein Ausscheidungsprodukt von Flöhen und Läusen, das sie aus Pflanzensaft herstellen.

 

 Garten- und Grünraum-Planung für Bienen

  • Ausreichend Blumen pflanzen.
  • Verzicht auf chemische Spritzmittel.
  • Permakultur und Mischkultur statt Monokultur.
  • Erhalt von Bäumen im Stadtgebiet und zwischen den Feldern, damit wilde Schwärme Nistplätze finden.
  • Blühende Pflanzen beim Rasenmähen aussparen.
  • Wasserstellen und Nisthilfen (zum Beispiel Nistkästen und Insektenhotels) einplanen.
  • Areale mit wilden Pflanzen vorsehen.
  • Nackte Erde vermeiden.

Bienenfreundliche Pflanzen blühen entweder besonders früh oder besonders spät oder besonders lang im Jahr. Jehr mehr Pollen auf einem Platz zur Verfügung stehen, umso mehr können die Bienen einsammeln. Bedeutende Tracht-Pflanzen für Bienen sind zum Beispiel: Rotklee, Akazien, Raps, Apfel- und Birnbäume, Löwenzahn, Rosskastanien, Weidenbäume, Haselnüsse, Birken und Sommerflieder. Wer einen Garten plant, sollte darauf achten, dass vom Vorfrühling bis zum Spätherbst immer was blüht. Nicht alle blühenden Pflanzen produzieren Nektar und Pollen gleichzeitig, daher sollte das Angebot möglichst gemischt sein, damit die Bienen effizient arbeiten können.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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