Die windschlüpfrigen Generatoren für den Eigenbedarf boomen. Immer mehr Anbieter von Mini-Windanlagen versuchen die steigende Nachfrage zu decken.

Kleinturbine ComSpin S1, Foto (C) TechnoSpin Inc. / flickr

Kleinturbine ComSpin S1, Foto (C) TechnoSpin Inc. / flickr

 

Die Markt-Situation ist recht unübersichtlich. Die kleinen Windräder haben bereits einen starken Markt in den USA. Aber auch in Deutschland sollen bereits mehrere zehntausend Stück installiert sein. Neben dutzenden Anbietern mit zahlreichen Modellen und Typen gibt es auch viele Bausätze für Selbstbau-Geräte sowie Turbinen aus dem Ausland. Sogar bei Amazon findet man hunderte Angebote unter dem Stichwort „Windturbine“.

 

Grundtypen und Bauarten

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Bauarten. Gewöhnliche Windräder drehen sich um eine horizontale Achse. Kleinturbinen drehen sich nicht immer, aber oft um eine vertikale Achse – was von Vorteil ist, wenn der Wind von der Seite kommt. Weitere Differenzierungen:

  • Kleinstwindkraftwerke bis 1,5 KW Nennleistung
  • Kleinwindkraftwerke für Haushalte mit ungefähr 4,5 KW
  • Kleinwindkraftwerke für Landwirtschaften und Gewerbebetriebe bis 20 KW

 

  • Turbinen für den Inselbetrieb mit einer Batterie, die geladen wird.
  • Turbinen für die Netzeinspeisung
  • Turbinen für den Hybrid-Betrieb zusammen mit Solaranlagen

 

Vorteile der Kleingeräte

Die Geräte sind relativ unauffällig und können auf fast jedem Dach oder Masten montiert werden. Sie sehen entfernt wie Kamin-Aufsätze, Windmesser oder Windrosen aus. Das Landschaftsbild wird kaum beeinträchtigt. Sie liefern auch Strom, wenn es kalt und finster ist – vor allem als Ergänzung zu Solaranlagen, um die Ertragsflaute im Winter zu überbrücken. Sie machen autark und sind auch für Wohnwagen-Camper und Standorte ohne Stromversorgung geeignet.

 

Nachteile und Risiken

Kleinturbinen sind nicht besonders teuer, aber ob sie sich für Privathaushalte rechnen, hängt von vielen Faktoren ab. Sie können im Stadtbild durchaus stören, vor allem auf denkmalgeschützten Dachlandschaften. Windräder mit offen rotierenden Flügeln sind gefährlich für Vögel. Außerdem ist die Technik oft nicht ausgereift. Eine Windanlage sollte gründlich geplant werden, wobei folgende Punkte zu klären sind:

  • Unterschiedliche Bauordnungen und sonstige Vorschriften.
  • Ermittlung des Windpotentials: Hierfür gibt es verschiedene Datensammlungen, aber am besten ist, es wenn man den Wind direkt am Ort mehrere Monate lang misst, bevor man sich entscheidet. Je mehr physische Hindernisse wie Bäume und Gebäude im Weg stehen, umso schlechter ist der Ertrag. Für windarme Talkessel und niedrige Bungalows sind Windanlagen nicht geeignet. Ideal ist es, wenn man einen bereits vorhanden Masten nutzen kann.
  • Stromerzeugungskosten und Einspeisetarif.
  • Investionskosten und Amortisationszeit. Man braucht ungefähr 4 Meter Wind pro Sekunde im Jahresdurchschnitt, damit sich ein Windrad rechnet. Stromerzeugung mit Photovoltaik ist meist günstiger.
  • Passt das gewünschte Modell in das Ortsbild?
  • Ist das Gerät vogelsicher?
  • Bringt es eine ausreichende Leistung?
  • Wie stark ist die Lärmbelastung?
Vertikalturbine auf einem frei stehenden Turmgerüst, Foto (C) Kecko / flickr

Vertikalturbine auf einem frei stehenden Turmgerüst, Foto (C) Kecko / flickr

 

Nachfolgend einige Produkt-Erwähnungen – ohne Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben! Wer ernsthaft Interesse hat, findet im Internet weiterführende Informationen, zum Beispiel bei Kleinwindanlagen.de mit zahlreichen Händler-Adressen.

 

WATERLILY: Mobile Wind- und Wasserturbine der Firma Seaformatics

Die kanadische Firma produziert ein sehr kleines Turbinenrad mit nur 18 cm Durchmesser. Es wiegt weniger als ein Kilogramm, bringt aber auch wenig Leistung und reicht nur zum Betreiben von Kleingeräten. Es funktioniert ab 10,8 km/h Windgeschwindigkeit und 1 km/Stunde Fließgeschwindigkeit.

Mini-Windanlagen de Firma Turbina AG

Die Firma bietet verschiedene Modelle von 250 Watt bis 4 Kilowatt. Sie erzeugen zwischen 420 und 6800 Kilowattstunden pro Jahr, was für Haushalte ausreicht. Die Turbinen beginnen sich ab 1,5 Meter pro Sekunde entlang einer Vertikal-Achse zu drehen. Sie sind in einem Gehäuse geschützt und daher keine Gefahr für Vögel.

Vertikalturbine: Der WINDTRACKER der Firma Directtech

Diese Turbinen haben keine Flügel, sondern sind turmartige Gebilde, die auf das Dach aufgesetzt werden. Sie brauchen nicht viel Wind, um in Schwung zu kommen, und erzeugen keinen Lärm. Die Windtracker können grundsätzlich auch mehrere Haushalte versorgen, sie sind jedoch für die dezentrale Stromversorgung ausgelegt. Die Technik ist allerdings noch nicht ausgereift und Geräte wirken optisch zu wuchtig.

Die LIAM F1 URBAN WIND TURBINE von „De Archimedes“

Dieses Modell ist für städtische Umgebungen konzipiert und besonders leise. Es liefert zirka 1.500 Kilowattstunden pro Jahr bei einer Windgeschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde. Um den Bedarf eines normalen Haushaltes zu decken, braucht man zwei Stück davon.

ComSpin C 4000 – Small Wind Power Solutions von Technospin

Dieses Gerät ist für bestehende Telefon- und Sendemasten geeignet. Mit einem Rotor-Durchmesser von 4,2 Metern ist es nicht ganz winzig. Die Nennleistung beträgt 4 KW.

Windgenerator STORMY WINGS 1000-24

Hier handelt es sich um einen autarken Generator mit Permanentmagnet und 28 kg Gewicht. Es wird als Baukastensystem geliefert. Das Windrad besitzt 5 Flügel und kann in Kombination mit Solar-Modulen verwendet werden. Die Leistung beträgt bis 1000 Watt bei einer Windgeschwindigkeit von 12 Metern pro Sekunde.

AIR 40 TURBINE

Diese Kleinturbine aus den USA ist bei vielen Händlern und sogar bei Amazon erhältlich. Sie ist für autarke Inselanlagen geeignet, auch in Kombination mit Solaranlagen. Der Wechselstromgenerator mit Permanentmagnet ist 5,9 Kilogramm leicht und liefert zirka 40 KWh pro Monat. Der Rotor ist dreiflügelig und erreicht 117 Zentimeter im Durchmesser.

Kleinturbinen für Elektroautos

Die Reichweite von Elektroautos lässt sich maßgeblich verlängern, wenn sie mit Klein-Turbinen ausgestattet werden, die den Fahrtwind nutzen und Strom erzeugen.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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