Selbstgemachte Putz-Helferlein sind eine preisgünstige Alternative zu teuren Bio-Produkten. Nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern weil herkömmliche Reiniger die Haut reizen können! Und die Verpackung spart man sich zusätzlich!

Leere Sprühflaschen für DIY-Fensterputzmittel und Badreiniger. Foto (C) Your Best Digs / flickr

Leere Sprühflaschen für DIY-Fensterputzmittel und Badreiniger. Foto (C) Your Best Digs / flickr

 

Die Umweltverträglichkeit der Supermarkt-Produkte hat sich zwar stark gebessert in den letzten Jahren, aber echte Bio-Produkte muss man immer noch im Reformhandel suchen. Wer nicht gerade einen Bioladen um die Ecke hat und auch nicht zu viel Geld ausgeben möchte, fabriziert seine Putzmittel selber!

 

Abflussreinigung

Rezept A: Die Verstopfung mechanisch entfernen. Zum Beispiel mit einem Rohrreinigungs-Spiraldraht oder einer Saugglocke. Wenn der Syphon zugänglich ist, kann man ihn abschrauben, einen Auffangbehälter darunter stellen und die Verstopfung auf diese Weise beseitigen. Wer sich traut (Augen zu und Luft anhalten nicht vergessen!), fasst im WC direkt mit einer behandschuhten Hand in den Abfluss und zieht das angestaute Klopapier heraus.

Rezept B: Essig und Natron abwechselnd in den Abfluss geben und wiederholt kochendes Wasser darüber gießen.

Rezept C: Eine halbe Tasse Salz in den Abfluss kippen und kochendes Wasser nachgießen.

Rezept D: Gründe für Verstopfungen vermeiden: Haare (Haar-Sieb verwenden!), zu viel WC-Papier, Sand und Erde, Speisereste, Öle und Fette sind die häufigsten Ursachen. Wer Ölziehen praktiziert für die Pflege des Mundraumes, sollte das Öl niemals in das Waschbecken spucken, denn das hat binnen kürzester Zeit eine Verstopfung zur Folge. Man kann das gebrauchte Öl mit einem Stück Küchenpapier binden und dann im WC entsorgen. Auch wenn man Utensilien (Pinsel, Becher, Rührstäbe) mit Gips-, Leim- und Lackresten abwaschen muss, ist Vorsicht geboten. Bitte nicht warten, bis die Verstopfung fortschreitet, sondern schon bei den ersten Anzeichen reagieren! Die Maßnahmen wiederholen und kombinieren, falls sie nicht sofort wirken. Mit einfachen Druck-Spülungen und heißem Wasser lassen sich erste Ablagerungen schnell beseitigen, bevor es unappetitlich wird.

 

Reiniger für Fliesen und Sanitär­-Keramik

Rezept A: Mischung aus Natron und Flüssigseife (oder Schmierseife) mit Wasser verdünnen. Früher wurde Borax verwendet, aber dieses natürlich vorkommende Mineral ist gesundheitlich umstritten. „Verschwörungstheoretiker“ munkeln, dass die Wirkung wohl zu gut ist und es daher verboten wurde im Interesse der Pharmaindustrie. Bor gehört zu den Spurenelementen, die auf Lebensmittel-Tabellen seltenst erwähnt werden, aber vermutlich essentiell sind. Viel Bor ist zum Beispiel in Feldsalat, Honig, Quitten, Rosinen, Pflaumen, Erdnüssen und Löwenzahn enthalten. Bor aktiviert das Enzym Hydroxylase, das zur Bildung von Östrogen und Vitamin D3 notwendig ist. Bei Männern soll die Einnahme von Bor den Testosteron-Wert erhöhen. Sehr interessant auf jeden Fall, diese Substanz, der verschiedene Heileffekte nachgesagt werden!

Rezept B: Schalen von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, Limetten, Grapefruits, Pomelos) in Essig geben, ein paar Wochen einwirken lassen und die Schalen wieder herausnehmen bzw. das Ganze absieben. Einen Tropfen Bio-Spülmittel dazugeben und durchschütteln. Dieses Mittel ist lange haltbar, weil der Essig konservierend wirkt. Man kann auch Zitronensäure verwenden. Für fettige Flecken ist Rezept A besser, weil Natron und Seife fettlösend wirken.

 

WC-Reinigung

Supermarkt-Reiniger sind meist sehr aggressiv und belasten das Abwasser. Im  Internet finde man Anleitungen für selbst gemachte WC-Tabs aus Natron, Zitronensäure, Maisstärke und Wasser. Oder man verwendet einfach Backpulver, das man in die WC-Muschel streut und mehrere Stunden einwirken lässt.

 

Fenster- und Spiegel-Putzmittel

Verdünntes Essigwasser in eine Sprühflasche geben, das Glas sauber wischen und trockenreiben mit zerknülltem Zeitungspapier, Fensterleder oder einem fusselfreien Geschirrtuch.

 

Wasserflecken und Kalkablagerungen entfernen

Flächen mit Essig oder Zitronensäure einreiben (Armaturen mit getränkter Watte einwickeln), mehrere Stunden einwirken lassen und abspülen.

 

Für wasserfeste Böden nimmt man am besten einen Seifenreiniger. Foto (C) Tina Franklin / flickr

Für wasserfeste Böden nimmt man am besten einen Seifenreiniger. Foto (C) Tina Franklin / flickr

 

Hand-Spülmittel (nicht für die Geschirrspülmaschine)

 Rezept A: 25 Gramm Kernseife oder Alepposeife (Olivenölseife) reiben (oder in Brösel hacken) und in 600 ml kochendem Wasser auflösen. Mit 2 Teelöffel Natron oder Waschsoda und ein paar Tropfen ätherischem Öl vermischen. Diese Mixtur kann in einer Vorratsflasche oder in einem schönen Flüssigseifen-Behälter aufbewahrt werden. Vor Gebrauch schütteln! Stark fettiges Geschirr direkt mit Alepposeife behandeln oder einen Tropfen Bio-Spülmittel dazugeben. Seifenflocken gibt es übrigens auch fertig zu kaufen, wenn sich jemand das Zerkleinern sparen möchte.

Rezept B: Eine Handvoll Efeublätter pflücken, in kleinere Stücke zupfen und heißes Wasser hinzufügen. Die Mischung mehrere Stunden oder einen ganzen Tag lang ziehen lassen und durch ein Sieb gießen. Die verbleibende, grüne Brühe wird in ein Glas gefüllt und sollte binnen 3 Tagen verbraucht werden.

 

Geölten Parkettböden reinigen

Für die gründliche Reinigung (einmal im Monat) nimmt man Wasser und flüssige Holzbodenseife. Die Seife hat einen hohen Fettanteil und bewirkt zugleich ein leichtes Nachölen. Für die wöchentliche Säuberung braucht man kein Wasser, sondern wischt den Boden nur mit einem nebelfeuchten Tuch. Abgetretene Stellen kann man mit Bohnerwachs nachfetten.

 

Teppich reinigen mit Sauerkraut

Es ist zwar ein bisschen schade um das wertvolle Lebensmittel, aber für kleine Flächen und für Menschen, die einen Gemüseacker haben, ist diese Methode durchaus überlegenswert: Den Boden mit abgetropftem Sauerkraut einreiben, trocknen lassen und die Überreste mit dem Staubsauger entfernen.

 

Spezialreiniger herstellen

Viele Oma-Tricks für die Reinigung von Öfen, Polstermöbeln, Fliesenfugen, Pfannen, Silber, Edelstahl und so weiter findet man im Internet. Meist auf der Basis von Salz, Essig, Natron, Zitronensaft oder Zitronensäure, Seife, Spiritus und Asche. Mit diesen Grundsubstanzen kann auch selber experimentieren. Natron und Essig aber bitte nicht kombinieren, denn sonst erfolgt eine zischende, chemische Reaktion, die zwar hilfreich ist beim Lösen von Abfluss-Verstopfungen, aber nicht beim Putzen.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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