Teure Bio-Waschmittel von Markenfirmen sind gut und schön, aber es geht noch ursprünglicher. Mit geringem Mehraufwand lassen sie die Waschmittel-Kosten gegen Null bewegen.

Die Rosskastanien müssen frisch sein. Foto (C) F_A / flickr

Die Rosskastanien müssen frisch sein. Foto (C) F_A / flickr

 

Waschmittel aus Rosskastanien

Die reifen Früchte der Rosskastanie enthalten Saponine mit seifen-artigen Eigenschaften. Die frisch gefallenen Kastanien werden im Herbst gesammelt und mit einem scharfen Messer in kleine Stücke geschnitten. Die Schale kann man nebenbei entfernen, denn im Ganzen sind die Früchte schwer zu schälen. Es macht nichts, wenn teilweise Schalen-Reste haften bleiben. Die geschälten Stückchen in einem Mixer grob zerkleinern und in dünnen Schichten zum Trocknen auf Geschirrtücher legen. Die durchgetrockneten Brösel sind sehr lange haltbar, wenn sie in Stoffbeuteln aufbewahrt werden. Wenn man möchte, kann man Stücke mit und ohne Schalen sortieren und die geschälten für die Weißwäsche verwenden, während die ungeschälten für Buntwäsche geeignet sind. Bei Bedarf nun eine kleine Menge in Wasser einweichen, bis sich eine weißliche, seifen-artige Lauge gebildet hat. Die abgeseihte Flüssigkeit in das Waschmittelfach der Waschmaschine füllen und wie gewohnt waschen. Hartnäckige Flecken lassen sich damit nicht entfernen, aber gewöhnlich verschwitzte Wäsche wird frisch und duftet neutral. Edelkastanien (Maroni) sind nicht geeignet. Man benötigt ungefähr 8 kg Brösel pro Person und Jahr, wenn man die Wäsche ausschließlich mit Kastanien waschen möchte. Das ist eine ziemlich große Menge, aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten, Waschmittel selber herzustellen.

 

Waschmittel aus Efeu und Waschsoda

Auch Efeu-Blätter enthalten Saponine. Der Vorteil ist, dass man keinen Jahres-Vorrat anlegen muss, denn Efeu ist immergrün und fast überall verfügbar. Das Waschmittel ist auch als Spülmittel und als Ersatz für Handseife geeignet. Und so wird das Mittel hergestellt: Die Blätter in kleine Stück schneiden oder zerreißen (oder in einem Standmixer grob hacken), in einen Kochtopf geben, ein wenig Waschsoda (ca. 1 TL für 60 g Efeu) darunter mengen, kochendes Wasser darüber gießen und 5 Minuten auf der Herdplatte ziehen lassen (währenddessen öfter umrühren). Nach dem Abkühlen die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine leere Spülmittelflasche gießen. Sie hält im Kühlschrank mehrere Tage lang und muss dann wieder frisch hergestellt werden. Für Wolle und Seide sollte man reine Efeulauge verwenden, ohne Waschsoda.

Wenn es schnell gehen muss, kann man die Efeublätter (ungefähr 10 Stück) auch direkt in einen Wäsche-Netzbeutel geben und in die Waschmaschine legen. Das Abkochen ist nur aus hygienischen Gründen erforderlich, wenn die Substanz länger halten soll. Das Ansetzen der Waschlauge ist grundsätzlich auch mit kaltem Wasser möglich. Falls das DIY-Waschmittel nicht schäumt, hat man etwas falsch gemacht. Dunkle und alte Blätter sind besser geeignet als junge und hellgrüne. Auch mit diesem Waschmittel lassen sich grobe Verschmutzungen nicht entfernen. Allerdings schaffen das die meisten herkömmlichen Supermarkt-Waschmittel auch nicht, sondern man muss die Flecken mit Gallseife oder Kernseife vorbehandeln.

 

Efeu gibt es fast überall und jederzeit. Da er zum Wuchern neigt, schadet es nicht, wenn man die Blätter nutzbringend verwendet. Foto (C) Rosmarie Voegtli / flickr

Efeu gibt es fast überall und jederzeit. Da er zum Wuchern neigt, schadet es nicht, wenn man die Blätter nutzbringend verwendet. Foto (C) Rosmarie Voegtli / flickr

 

Kernseife und Waschsoda

Diese Kombination ist eher für Weißwäsche geeignet, während das grüne Efeu-Wasser für Buntes und Dunkles besser ist. Man braucht dafür 20 Gramm echte Bio-Kernseife oder Aleppo-Seife, 50 Gramm Waschsoda und einen Liter heißes Wasser. Die Zutaten werden nach und nach gemischt und verrührt, so dass sie sich gut vermengen. Danach in eine Flasche gefüllt und wie Flüssigwaschmittel verwendet.

 

Weichspülen mit Essig oder Aloe Vera und Beduftung mit ätherischen Ölen

Der Essig kommt direkt ins Weichspülerfach, dient außerdem zum Entkalten der Maschine und hält die Stoff-Farben frisch. Ein Esslöffel pro Trommel genügt. Wer einen speziellen Duft haben möchte, kann noch ein paar Tropfen ätherisches Öl ins Weichspülerfach geben. Auch Aloe-Vera-Gel eignet sich zum Weichspülen.

 

Waschen mit Waschnüssen

Indische Waschnüsse enthalten ebenfalls Saponine, sind aber bei uns nicht kostenlos erhältlich wie Efeu und Rosskastanien. Die Saponine erkennt man am feinen Schaum, der bei der Zubereitung des Waschmittels entsteht. Waschnüsse sind auch für Weißwäsche, Wolle und Seide geeignet. Sie können ohne Einweichen in einen Wäschebeutel gefüllt und in die Waschmaschinen-Trommel gelegt werden. Sie wirken jedoch besser, wenn man sie vorher zerkleinert, zerhackt oder mahlt. Man kann auch das Geschirr und die Haare damit waschen, wenn man sie wie die Kastanien mit Wasser ansetzt bis eine schaumige Lauge entsteht. Den Weichspüler kann man sich hier ersparen, denn die Nüsse machen die Wäsche ganz ohne Zusätze weich.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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