Bei zentraler Energieversorgung entstehen große Übertragungsverluste. Warum also nicht die Energie dort erzeugen, wo sie gebraucht wird – so wie es früher üblich war?

PV-Anlage in Blumen-Form, Foto (C) Kecko / flickr

PV-Anlage in Blumen-Form, Foto (C) Kecko / flickr

 

Die Übertragungsverluste bei Wechselstrom können bis zu 10 % betragen bei Hochspannungsleitungen, abhängig von der Länge der Leitung und der Spannungsstärke. Die Übertragung von Gleichstrom ist mit „nur“ 3-6% Verlusten möglich, aber es sind teure Umrichter-Stationen erforderlich. Die Trassen selbst kosten natürlich auch Geld, das man sich ersparen kann, wenn man den Strom dezentral erzeugt. Insgesamt kann man in Deutschland davon ausgehen, dass mehr als 20% des Strompreises allein für den Transport von A nach B zu berappen sind.

Abgesehen von den Kosten sind alle Verbraucher von der zentralen Versorgung abhängig und es kann sich keine größere Vielfalt an Energieproduktionen etablieren. Auch beim Transport von Gas geht Energie verloren und bei der Fernwärme sowieso, wie jeder selbst nachfühlen kann, der Zuleitungen im Keller hat. Ein weiterer Nachteil ist, dass man bei zentraler Energieversorgung einen großen Überschuss bereitstellen muss, da man schwer abschätzen kann, wie viel gebraucht wird.

Der größte Energieverbrauch in Haushalten entsteht nicht durch den Strom, sondern durch die Wärme. Allerdings sind wir heutzutage vom Stom abhängiger als von der Wärme, weil ohne Strom nichts mehr funktioniert. Kein modernes Auto, kein Handy, kein PC und so weiter. Die Aufteilung des Verbrauches in Kilowatt sieht ungefähr wie folgt aus:

77% Heizung

12 % Warmwasser

9% Haushaltsgeräte

2% Beleuchtung

 

Welche Methoden kommen für die dezentrale Erzeugung in Frage?

Grundsätzlich kann man zwischen privaten Anlagen, kommunalen Anlagen und betrieblichen Anlagen unterscheiden. In vielen Privathäusern wird zumindest ein Teil der Energie dezentral erzeugt – meist die Wärme und ein Teil des Stromes, falls PV-Anlagen vorhanden sind. Die folgenden Erzeugungsarten lassen sich untereinander kombinieren und mit lokalen Speichern zwischenlagern.

1) Windkraftwerke

2) Solarthermie und Photovoltaikanlagen

3) Notstromaggregate

4) Erdwärme

5) Holzöfen (Hackschnitzel, Pellets, Elefantengras …)

6) Andere Festbrennstoff- und Biomasse-Öfen

7) Kombinationsheizkessel

8) Ölöfen mit dezentralen Tanks (wobei das Öl von weit her angeliefert werden muss)

9) Brennstoffzellen

10) Blockheizkraftwerke

11) Biogas-Anlagen

12) Plasma-Energie-Geräte wie der Power-MAGRAV von der Keshe-Foundation

13) Passive Sonnenenergie-Nutzung (bauliche Wärmefallen, Trombe-Wände, transparente Wärmedämmung, Passivhaus-Bauweise usw.)

14) Wärmerückgewinnungsanlagen

15) Kerzenöfen

16) Kalte Fusion (LENR)

17) Tesla-Technologien

18) Kleine Wasserräder und Wasserkraftwerke mit Staudämmen

19) Strom- und Wärmeerzeugung mit Körpereinsatz (Kurbelgeräte, spezielle Sportgeräte)

20) Tierhaltung (Verwertung der Körperwärme und des Dungs)

Alte Windmühle, Foto (C) Allie_Caulfield / flickr

Alte Windmühle, Foto (C) Allie_Caulfield / flickr

 

Ökonomische und ökologische Vorteile

Wer seine Energie selber erzeugt, muss zwar investieren und sich für eine bestimmte Anlage entscheiden, aber es gibt keinen Betreiber, der ständig mitverdient und die Konditionen vorgibt. Die Heizung kann meistens zu 100% bedarfsgerecht betrieben werden, so dass kein unnötiger Brennstoff verfeuert wird. Da die Wärmeenergie den größten Anteil ausmacht, hat man schon viel gewonnen, wenn man auf öffentliche Wärmeleitungen verzichtet. – Sofern man das überhaupt darf, denn in vielen Großstädten hat man keine Wahl, sondern muss sich an das vorhandene Fernwärmenetz anschließen.

Während man die öffentlichen Netze nur mit großem Aufwand modernisieren kann, da sie meistens unter den Straßen liegen, bleibt man mit dezentralen Einrichtungen leichter am Stand der Technik. Die Fixkosten für das Netz entfallen und daher besteht eine größere Motivation zum Energiesparen. Der Trend geht ja überhaupt mehr in die Richtung, die vorhandene Wärme im Haus zu halten, statt viel zu heizen. Wenn die Energie selbst verbraucht wird und keine keine Einspeisung in das Hochspannungsnetz erfolgt, werden Energieverluste gemieden. Inselanlagen sind überhaupt nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, bieten allerdings weniger Sicherheit bei Stromausfällen und witterungsbedingten Engpässen. Ein wirtschaftlicher Faktor ist außerdem, dass viele Firmen geschäftlich profitieren, während sonst alles in die Kassen der Energiekonzerne fließt. Der Einzelne kann seine Verantwortung wieder selbst wahrnehmen, frei entscheiden und für sich selber sorgen.

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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