Spezielle Tipps und Tricks für den Haushalt, wie man einfach durch Hinterfragen der Gewohnheiten und einen reduzierten Lebensstil viel Strom sparen kann.

Muss ich auch im Sommer mein Dörrgerät verwenden, oder kann ich meine Pflaumen auch an der Sonne trocknen? Foto (C) storebukkebruse / flickr

Muss ich auch im Sommer mein Dörrgerät verwenden, oder kann ich meine Pflaumen auch an der Sonne trocknen? Foto (C) storebukkebruse / flickr

 

Es ist nicht nötig, sich großflächig teure Solarkollektoren aufs Dach zu montieren, um 30% Stromkosten zu sparen bei Amortisationszeiten von 20 bis 30 Jahren – die Deinstallation und Sondermüll-Entsorgung nicht gerechnet. Es geht viel einfacher! Vor allem, wenn man Rohköstler, Vegetarier oder Veganer ist, eröffnen sich ungeahnte Spar-Potentiale.

 

WLAN-Router

WLAN macht unabhängig vom Standort der Geräte, bringt aber einige Nachteile mit sich: E-Smog und negative Auswirkung auf die Zimmerpflanzen sind nur einige davon. Der WLAN-Router verbraucht relativ viel Strom, wenn er rund um die Uhr läuft. Daher sollte man ihn in der Nacht regelmäßig ausschalten. Wenn das Telefon an den Internetanschluss gekoppelt ist, ist dann allerdings auch das Telefon aus.

Zu überlegen: Brauche ich überhaupt WLAN oder besteht sowieso kein Bedarf, die Geräte vom angestammten Platz wegzubewegen? Muss ich in der Nacht telefonisch erreichbar sein?

 

Drucker und PC

Der PC hängt oft rund um die Uhr am Strom und der Drucker ebenfalls, weil Tintenstrahldrucker eine regelmäßige Druckkopfreinigung brauchen. Mit einer gemeinsamen Steckerleiste lassen sich alle Peripheriegeräte auf einmal ausschalten. Außerdem gibt es verschiedene Sparmodi am Drucker und PC, die man kennen und nutzen sollte. Ausdrucke sind oft völlig unnötig und teurer als gedacht. Eine A-4-Seite kostet inkl. Gerät und Papier bis zu 75 Cent! Und Müll wird obendrein produziert! Wenn man Fotopapier verwendet, wird es noch erheblich teurer.

Zu überlegen: Muss ich so viel Zeit am PC verbringen oder vertreibe ich mir manchmal die Zeit damit? Brauche ich alle meine Fotos auf Fotopapier oder kann ich sie mir auch digital anschauen? Welcher Sparmodus ist der beste für mich?

 

E-Herd

Die Kochzeit lässt sich besser kontrollieren, wenn man während des Kochvorganges in der Nähe des Herdes bleibt. Es bringt nichts, direkt von der höchsten Stufe auf die niedrigste zu schalten. Es ist besser, den Herd auszuschalten, bis die Platte auf die Temperatur der niedrigsten Stufe abgekühlt ist. Sobald das Kochgut kocht, kann man sofort ein paar Minuten ausschalten und die Nachwärme nutzen. Je kürzer die Kochzeit, umso knackiger das Gemüse!

Zu überlegen: Ist es wirklich sinnvoll, so viel Zeit am Herd zu verbringen, um wertvolle Lebensmittel zu zerkochen? Wie wäre es, mehr Rohkost in den Speiseplan zu integrieren?

 

Warmwasser

Die meisten Menschen machen sich bei der Arbeit nicht mehr schmutzig und daher ist es nicht unbedingt notwendig, den Körper täglich ganzflächig einzuseifen und abzuschrubben. Vor allem ist es nicht gut für die Haut, wenn sie zu häufig mit chemischen Körperpflege-Produkten in Berührung kommt. Wenn man nicht gerade ein Basenbad nehmen möchte, ist Duschen energiesparender als Baden. Mit einer Regelung, die die Temperatur begrenzt, erspart man sich Verluste durch zu heißes Wasser. Auch tropfende Wasserhähne führen zu großen Wärmeverlusten. Nicht zuletzt muss der Boiler erwähnt werden, der enorme Stromkosten verschlingen kann, wenn er hoffnungslos verkalkt ist.

Zu überlegen: Muss ich auch im Winter täglich duschen und muss die Dusche im Sommer ganz heiß sein? Wie wäre es, mich nicht routinemäßig, sondern nach Bedarf zu waschen? In welchem Zustand ist mein Warmwasser-Boiler?

 

Kühlschrank

Im Winter kann man Lebensmittel am Balkon, in einer unbeheizten Speis (AR, Waschküche, Windfang, Wintergarten) oder im Keller lagern statt im Kühlschrank. Auch ein Erdkeller ist natürlich super. Manche Wintergemüse-Sorten wie Karotten, Rüben, Grünkohl, Rosenkohl und Pastinaken muss man gar nicht einlagern, sondern man kann sie im Garten stehen lassen. Auch Spinat, Feldsalat, Winter-Endivie, Lauch und Chicorée dürfen im Garten überwintern, wenn die Temperaturen nicht allzu frostig sind. Vieles, was gewohnheitsmäßig im Kühlschrank landet, sollte man besser luftig lagern oder bei kühler Raumtemperatur bis 18 Grad. Dazu gehören zum Beispiel Zwiebeln, Brokkoli, Kohl, Bananen, Äpfel, Birnen, Essig und Öl. In den Kühlschrank gehören eigentlich nur tierische Produkte (die bei Veganern komplett wegfallen), angeschnittene Früchte und Blattgemüse, die sonst schnell verwelken Tiefgefrorene Lebensmittel sind nicht sonderlich gesund und daher ebenfalls entbehrlich. Und auf Fertigprodukte sollte man sowieso verzichten. – Außerdem: Muss es denn unbedingt ein Kühlschrank sein? Schon mal etwas von folgenden Alternativen gehört?

1) Nigerianischer Kühltopf, der nach dem Prinzip der Verdunstungskälte funktioniert. Er besteht aus zwei ineinander gestellten, großen Tontöpfen, wobei der Zwischenraum mit feuchtem Sand gefüllt ist.

2) Kühlschacht statt Kühlschrank, wobei die natürlich Erd-Kühle nach oben geleitet wird.

Zu überlegen: Brauche ich wirklich eine große Kühl- und Gefrierkombination oder reicht auch ein viel kleinerer Kühlschrank? Oder reichen sogar zwei große Tontöpfe für meinen Kleinhaushalt, wenn ich alles Unnötige auslagere?

https://www.youtube.com/watch?v=CpA20Ei9N3g

 

Do it yourself: Mini Kühlschrank selbst bauen aus Tontöpfen nach einer Anleitung von Kreativ-Bastelstube.de

 

Elektrisches Licht

Lichtstrom macht keinen großen Anteil aus, daher sollte man auf gute Lichtqualität achten und keine billigen Leuchtstoffröhren kaufen. Dennoch können Sparfüchse einiges einsparen, indem sie mit der Sonne aufstehen, das Tageslicht nutzen, sich abends zeitig ins Schlafzimmer zurückziehen und das Licht konsequent ausdrehen, wenn es nicht gebraucht wird. Energiesparlampen lohnen sich nicht in Räumen, die selten benutzt werden oder wo das Licht nur kurze Zeit brennt (z.B. im WC).

Zu überlegen: Wie kann ich die Ausleuchtung mit Tageslicht verbessern und wie wäre es, wenn ich eine Stunde früher aufstehen würde?

 

Batteriegeräte

Einwegbatterien verbrauchen ein Vielfaches an Energie für die Herstellung als sie Strom liefern. Netzstrom ist wesentlich billiger. Außerdem entsteht giftiger Sondermüll. Daher sollte man keine Batteriegeräte kaufen, wenn vermeidbar, sondern Solar- oder Handbetrieb bevorzugen. Z.B. bei Taschenrechnern, Uhren, Waagen, Leuchten, Rasierern und Lockenstäben. Aufladbare Akkus sind besser als Wegwerf-Batterien. Es gibt auch Kurbel-Akkus, die mit einer Handkurbel aufladbar sind. Zum Beispiel zum Betreiben von Handys, Leuchten, MP3-Playern, Radios und Kameras.

Zu überlegen: Muss mein Handy ständig eingeschaltet sein und muss ich mein Körpergewicht auf das Gramm genau wissen oder genügt auch eine analoge Waage?

 

Transformatoren und Adapter

Im Allgemeinen verbrauchen Trafos auch dann Strom, wenn kein Gerät in Betrieb ist. Das merkt man daran, dass sie warm oder sogar heiß sind, wenn man sie angreift. Man kann die Wattzahl mit einem Zähler messen, den man zwischen Trafo und Steckdose steckt. Auf dem Trafo ist die Leistung (in Watt) oder die Stromstärke (in Ampere) angegeben, um sich orientieren zu können. Die Wattzahl lässt sich aus der Stromstärke und der Spannung (in Volt) errechnen. Es gibt auch stromsparende Adapter, dennoch sollte man bei allen Leuchten und anderen Geräte mit Vorschaltgeräten vorsichtig sein und den gesamten Strombedarf ins Auge fassen.

Zu überlegen: Kenne ich den Stromverbrauch meiner Adapter und weiß ich überhaupt, wie viele ich in Betrieb habe? Kann ich die Adapter problemlos ausschalten?

 

Elektrogeräte allgemein

Eine einfache, aber nicht ganz kostengünstige Möglichkeit ist, alte Stromfresser-Geräte gegen neue Energiespar-Geräte auszutauschen. Ein Netzfreischalter für die Nacht, spart nicht nur E-Smog, sondern auch Strom. Auf technische Spielereien und unnötige Geräte kann man verzichten, wenn stromlose Alternativen vorhanden sind. Zum Beispiel müssen Wäschetrockner, Tiefkühltruhen und Geschirrspüler in Kleinwohnungen nicht sein. Rohköstler können auch auf Backöfen, Toaster, Griller, elektrische Brotmesser, Eierkocher, Kaffeemaschinen und Waffeleisen verzichten und brauchen weniger Herdplatten. Nudelmaschinen und Reiben gibt es auch mit Handkurbel. Elektroantriebe sind nur bei großen Jalousien notwendig. Ob Strom durch den Standby-Betrieb verloren geht, kann man mit einem Wattzähler kontrollieren.

Zu überlegen: Welche elektrischen Haushaltsgeräte brauche ich wirklich?

 

Den Stromverbrauch richtig einschätzen und vergleichen

Im Internet findet man Tabellen mit den durchschnittlichen Stromverbräuchen für unterschiedliche Haushalte. Hier lässt sich nachsehen, wo man im Vergleich liegt und wie viel noch einzusparen ist. Wer es genau wissen will, kann eine Liste der Verbraucher aufstellen und den Watt-Verbrauch pro Jahr errechnen. Zur Orientierung einige Anhaltspunkte:

Kühlschränke: 17 bis 48 Euro

Kühlschränke mit Gefrierfach: 26 bis 63 Euro

Gefrierschränke: 28 bis 92 Euro

Gefriertruhen: 30 bis 166 Euro

WLAN-Router: 11 bis 44 Euro im Jahr

Internet Modem-Box: ähnlich wie Kühlschrank.

Stromverbrauch PC+Monitor bei 10 Stunden Betrieb pro Tag: zirka 100 Euro im Jahr, je nach Anendungen. Spielen ist teurer als Textbearbeitung.

Staubsaugen: 30 Minuten pro Woche = ca. 20 Cent, mal 52 Wochen = ca. 10 Euro im Jahr.

Zu überlegen: Wie sparsam bin ich bereits? Wie kann ich den Verbrauch vom Vorjahr deutlich unterbieten?

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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