Im Frühling erwachen nicht nur die Lebensgeister in der Natur, sondern auch der  Mensch hat das Bedürfnis, mit allem aufzuräumen, was aus dem vergangenen Jahr liegen geblieben ist, um entlastet und befreit in die neue Saison zu starten.

Frühlingsboten durchbrechen den Laub vom Vorjahr, Foto (C) Irmgard Brottrager

Frühlingsboten durchbrechen das Laub vom Vorjahr, Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Oft ist es mit Putzen allein nicht getan. Denn es liegen nicht nur die Dinge aus dem Vorjahr herum, sondern es können durchaus mehrere vergangene Jahre sein, die noch aufzuarbeiten und zu bereinigen sind. Je älter der Mensch wird, umso mehr Altlasten sammeln sich in der Regel an.

 

Warum ist Ordnung überhaupt so wichtig?

  • Viel Zeug = viele Ablenkungen und viel Sucherei. Jede Ablenkung kostet Lebenszeit, denn die Aufmerksamkeit ist begrenzt.
  • Wer zu wenig hat, ist eingeschränkt. Aber auch, wer zu viel hat, ist eingeschränkt, denn er wird durch zahlreiche Bindungen und Pflichten am Fortkommen behindert.
  • Ein ungeordneter Haushalt (oder Betrieb), dem die Struktur fehlt, lässt sich nicht vernünftig organisieren.
  • Reduzierte und aufgeräumte Räume sehen viel schöner aus. Man sieht sich gerne um. Alles wirkt neuwertiger, frischer und klarer.
  • Es gibt weniger Staubfänger.
  • Wenn man zu viel hat, geht die Übersicht verloren und man weiß gar nicht mehr, was man überhaupt besitzt.
  • Damit sich etwas Neues entwickeln kann, muss ein gewisses „Vakuum“ vorhanden sein.
  • Jede Entrümpelungsaktion ist eine Chance, den Haushalt effizienter zu organisieren und an die derzeitigen Bedürfnisse anzupassen. Was vor 5 Jahren sinnvoll war und gut funktioniert hat, kann heute überlebt und überflüssig sein.

 

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Entrümpeln ist zu jeder Jahreszeit gut und sinnvoll, aber es fällt uns meistens leichter im Frühling, weil die Tage länger werden, mehr Licht vorhanden ist, man besser lüften kann und gewaschene Teile schneller trocken werden. Bei minus 10 Grad, ganztägig bedecktem Himmel und Dunkelheit ab 16 Uhr kommt man kaum dazu, die Schubladen auszuräumen und unter den Teppich zu schauen. Auch der Herbst ist eine gute Jahreszeit, um gründlicher auszumisten als sonst. Um sich leichter zu motivieren, kann man bestimmte Anlässe hernehmen, um das Inventar genauer in Augenschein zu nehmen, zu sortieren und umzuschlichten. Zum Beispiel, wenn man etwas Neues gekauft hat und einen Platz dafür sucht. Oder wenn man Besucher eingeladen hat und einen guten Eindruck machen möchte. Oder wenn etwas kaputt geht und neue Lösungen gefunden werden müssen. Oder man orientiert sich an Flohmarkt-Terminen, Sperrmüll-Abholtagen, Feiertagen, Urlaubszeiten und so weiter.

Müll oder Kunstobjekt? Die Entscheidung ist nicht immer ganz leicht. (C) Jesse Wagstaff / flickr

Müll oder Kunstobjekt? Die Entscheidung ist nicht immer ganz leicht. (C) Jesse Wagstaff / flickr

 

Was bleibt besonders gerne liegen?

  1. Unerwünschtes wie Werbung und Mitbringsel.
  2. Uninteressantes wie Belege, Gebrauchsanweisungen und Listen.
  3. Erinnerungen und Dinge, an denen wir hängen.
  4. Dinge, die unfertig sind, fraglich sind oder auf bessere Zeiten warten.
  5. Material-Reste und Verpackungen.
  6. Dinge, mit denen wir zeitlich überfordert sind wie Bücher und Zeitschriften.
  7. Dinge, die Entscheidungen verlangen.
  8. Arbeitsunterlagen.
  9. Diverse Gebrauchsgegenstände, die nicht an ihren Platz zurückgeräumt wurden.
  10. Archivmaterial, das endgültig der Vergangenheit angehört.
  11. Sperriges und giftiger Sondermüll.
  12. Veraltetes und Beschädigtes, das noch funktioniert oder repariert werden kann.

 

Warum kann Aufräumen schwierig sein?

Nicht jeder findet Ausmisten unangenehm, sondern es gibt auch Menschen, die das Ordnen und Schlichten so gerne betreiben, dass es einem Hobby gleichkommt. Damit das Entrümpeln Spaß macht, darf man sich nicht überfordert fühlen und man muss fähig sein, klare Entscheidungen zu treffen. Auch ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen ist hilfreich, denn die Neu-Organisation wird schnell kompliziert, denn die Gegenstände im Kopf zu wandern beginnen. Wenn ist das hierhin tue und das dahin, was kann ich dann dorthin tun, damit es nicht nur perfekt funktioniert, sondern auch noch toll aussieht? Erfolgreiches Aufräumen hat etwas mit Kreativität zu tun und der Lust, dysfunktionale Prozesse zum Laufen zu bringen. Typen, die von Natur aus gerne Probleme lösen oder kaputte Gegenstände reparieren, sind eindeutig im Vorteil. Außerdem braucht man reichlich Zeit dafür. Wer ständig im Stress ist, Überstunden macht oder mehrfach belastet ist, wird nicht die Muße finden, um mit Freude seine Sachen zu ordnen. Zwei der wichtigsten Voraussetzungen sind klares Denken und klare Entscheidungskriterien. Folgende vier Fragen können dabei helfen, die Dinge zu bewerten:

1) Gefällt es mir?

2) Wie oft ist es in Verwendung?

3) Ist es funktionell und nützlich?

4) Hat es einen bleibenden Wert? (egal, ob materiell oder persönlich)

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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