Man braucht nicht unbededingt einen Marmorboden und eine Higtech-Küche, um glücklich zu sein. Praktische Tipps für mehr Freiraum, weniger Einrichtung, mehr Flexibilität, weniger Aufwand und geringere Kosten.

Je hochwertiger die Einrichtung, umso weniger ist nötig. Foto (C) Living Rooms London / flickr

Je hochwertiger die Einrichtung, umso weniger ist nötig. Foto (C) Living Rooms London / flickr

 

 

  1. Möbel: Der Verzicht auf Schränke und voluminöse Ausstattung bringt Flexibilität in die Wohnung. In kleinen Haushalten muss man nicht ständig für 10 Gäste gerüstet sein, sondern kann mit Klappstühlen improvisieren. Multifunktionelle Kleinmöbel, die zugleich Hocker, Truhe, Ablage, Pflanzenpodest und Beistelltisch sein können, drehbar, ausziehbar, stapelbar oder höhenverstellbar sind, sind eindeutig von Vorteil. Das Sofa kann zugleich Gästebett spielen und der Esstisch ein Mehrzwecktisch sein für alle möglichen Tätigkeiten. Falls es bereits Möbelstücke gibt, die nie oder selten benutzt werden, sind weitere Reduzierungen möglich.
  2. Heim-Textilien: Vorhänge, Teppiche, Tischdecken, Zierpolster, Vorleger und große Stoffservietten müssen nicht sein. Es zahlt sich nicht aus, nach jeder Mahlzeit Servietten zu waschen. Eine wischfeste Tischplatte ist schneller gereinigt als dekorative Tischsets, die meistens nicht mal waschbar sind, sondern nach kurzer Zeit weggeworfen werden müssen.
  3. Küche, Geschirr und Besteck: Aufwändige Gedecke mit Platzsets, Platztellern, Untertassen und Untersetzern kann man sich ersparen. Rohköstler sparen sich zusätzlich das Kochgeschirr und die Anrichteplatten. Je weniger man die Lebensmittel bearbeitet, umso weniger Besteck, Gefäße und Küchengeräte sind notwendig. Vollständige Geschirr-Service für alle Gelegenheiten und Jahreszeiten lohnen sich nur bei konventioneller Ernährung. Ansonsten wird man die meisten Teile nie benötigen. Wer keinen Kaffee trinkt, braucht logischerweise keine Kaffeekannen und Kaffeetassen. Wer keinen Zucker isst, braucht weder Zuckerdosen noch Zuckerstreuer. Wer sich vegan ernährt, kann auf Milchkannen, Butterdosen und Käsereiben leichten Herzens verzichten. Wer kein Brot isst, benötigt weder Brotmesser noch Brotdosen. Wer keine Kuchen bäckt, braucht keine Backbleche, keine Kuchenformen, keinen Handmixer, keine Mixtöpfe, kein Strudelbrett und auch kein Backrohr. Bei roh-veganer Ernährung wird die halbe Küche überflüssig. Wenn man wenig kocht, braucht man keinen Dunstabzug. Der Dunstabzug dient eigentlich nur dem Schutz der Oberschränke vor Kondensat und verleitet dazu, die Küche nicht zu lüften. Ein Dunstabzug ist außerdem nicht wartungsfrei, sondern muss geputzt werden.
  4. Wände und Türen: Wer alleine oder mit einem Partner wohnt, braucht nicht unbedingt eine feste Wand um das Bett. Ein Schiebe-Vorhang oder Himmelbett-Behang tut es auch. Auch die Küche und das Bad müssen heutzutage nicht mehr abgetrennt sein, wenn man als Single oder Duo lebt. Wenn beide Partner außer Haus arbeiten, wird die Küche tagsüber gar nicht benutzt. Und wenn nicht gekocht wird, gibt es auch keine störenden Gerüche, die man mit Türen bannen muss.
  5. Stauraum: Um insgesamt Quadratmeter zu sparen, kann man Schrankwände einplanen statt Wände. Auch Einbauschränke bis zur Decke sparen Fläche. Alle Utensilien, die nicht warm gelagert werden müssen, kann man in unbeheizte Räume auslagern.
  6. Schlafen: Matratzenlager statt Betten sind eine flexible Lösung, wenn man halbwüchsige Kinder oder häufig Gäste hat – vor allem wenn man Matratzen verwendet, sich sich einrollen oder zusammenlegen lassen. Mit Kisten- und Kissen-Landschaften statt Sofas sind weitere Schlaf-Möglichkeiten gewonnen, ohne bestimmte Bettplätze festlegen zu müssen. Solange die Kinder klein sind, sind auch Familienbetten eine Option, die von immer mehr jungen Menschen wiederentdeckt wird. Feste, eckige Sitzpolster sind allgemein flexibler als Polsterstühle, weil sie sich stapeln lassen und zur Not auch als Matratze dienen können.
  7. Details: Reduzierte Details sind nicht nur originell, sondern können auch toll aussehen. Zum Beispiel: Lederschlaufen oder Grifflöcher statt Türdrücker und Ladengriffe. Vorhänge, Schiebevorhänge, Textil- oder Bambusrollos, Paravents oder Jalousien statt Schranktüren. Kleiderstangen statt Schränke (auf Rollen, in Wandnischen oder auf Wandkonsolen montiert). Gerahmte Türblätter auf Tischböcken statt Tische. Schmälere Regale in der Küche – denn tiefe Regale sind unpraktisch und nehmen Platz weg.
Viele Schränke sind halb leer oder quellen über mit Dingen, die man nicht braucht. Foto (C) Bonsoni.com / flickr

Viele Schränke sind halb leer oder quellen über mit Dingen, die man nicht braucht. Foto (C) Bonsoni.com / flickr

 

Tipps für digitale Nomaden: 

Wer gerne den Ort wechselt oder viel herumreist, investiert lieber in praktisches Gepäck statt in sperrige Möbel. Das Bett kann aus einer einrollbaren Matratzen-Auflage bestehen. Aber auch für das Wohnen in Hotels gibt es interessante Alternativen:

  • Housesitting.
  • Sommers im Gartenhaus, Winters in einer Hütte in Übersee.
  • Kreative Selbstbauhäuser in Ländern, wo es erlaubt ist.
  • Wohnwägen und mobile Häuser.
  • Wohngemeinschaften.
  • Kommunen.
  • Couch-Surfing.
  • Wohnen für Mithilfe im Seniorenheim.
  • Wohnen für Mithilfe auf Bauernhöfen.
  • Wohnen für Mithilfe im Gastgewerbe.
  • Zwischennutzung von leer stehenden Immobilien.
  • Wohnen im Betrieb oder Büro. (Man braucht eigentlich nur eine Dusche und ein Sofa. WC, Teeküche und Waschbecken sind sowieso vorhanden.)
  • Mitwohnzentrale.
  • Wohnen bei Freunden oder Verwandten.
  • Betreuendes Wohnen bei Senioren.
  • Strandhütten.
  • Appartements und Ferienhäuser.
  • Zelte.

 

Extra-Tipps für Freaks:

  • Schlafen auf dem Boden oder in der Hängematte. Das Schlafen auf dem Boden ist angeblich gesünder. Man verwendet dafür keine herkömmliche Matratze, sondern eine Isolier- oder Sportmatte. Damit nichts drückt, klemmt man sich ein zweites Kissen unter die Hüfte.
  • Miminalistisch wohnen wie in Japan: Sitzen und Liegen auf dem Boden. Rollbare Futon-Matten statt Betten. Dünne Futons haben den Vorteil, dass sie meist aus gesunden Naturfasern bestehen.
  • Schlafen in Stockbetten und Verzicht auf das Wohnzimmer.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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