Infrarot-Heizungen wärmen ähnlich wie Sonnenstrahlen. Es wird nicht die Luft erhitzt, sondern die Wärme geht direkt auf die angestrahlten Objekte über.

Foto (C) Bambang Suryobroto / flickr

Foto (C) Bambang Suryobroto / flickr

 

Nicht nur die Sonne, die zu 42% aus Infrarotstrahlung besteht, sondern auch die Wärmestrahlung, die vom Kachelofen oder offenem Feuer kommt, besitzt einen natürlichen Infrarot-Anteil. Infrarot ist eine elektromagnetische Strahlung, mit einer Wellenlänge von 780 bis über 3000 nm (Newtonmeter). Man kann sie nicht sehen, sondern nur spüren. Zum Vergleich: Das für den Menschen sichtbare Licht hat Wellenlängen von 380 bis 780 nm. Auch Menschen und Tiere strahlen Infrarot ab.

 

Man unterscheidet drei Arten von Infrarot.

Infrarot A, kurzwellige IR-Strahlung: 780 bis 1400 nm
Infrarot B, mittelwellige IR-Strahlung: 1400 bis 3000 nm
Infrarot C, langwellige IR-Strahlung: über 3000 nm

In der Natur kommt die langwellige C-Strahlung nicht vor, weil sie von der Erd-Atmosphäre weggefiltert wird. Das kurzwellige Infrarot A kann bin zu 5 Millimeter in die Haut eindringen und die Temperatur im Gewebe erhöhen. InfrarB+C. Infrarot C hat den Vorteil, dass die Haut bei längerer Bestrahlung nicht irritiert wird. Bestrahungen mit Infrarot A werden nur kurze Zeit durchgeführt, meistens 10 bis 15 Minuten.

 

Infrarotstrahler wärmen ganz gezielt.

Der menschliche Körper ist ein sehr guter Absorber für Infrarot, aber nicht alle Objekte und Stoffe nehmen die Infrarotstrahlung gleich gut auf. Da die Luft relativ kühl bleibt, ist die Lufttemperatur nicht maßgeblich für das Wohlbefinden. Infrarot-Strahler sind besonders energiesparend in großen Räumen, weil nicht das gesamte Luft-Volumen erwärmt werden muss, sondern nur jene Bereiche temperiert werden, wo sich jemand aufhält. Sie sind besonders effizient für Bäder, Computer-Arbeitsplätze, Sofa-Plätze und Beprechungstische. Auch Räume, die sonst nicht beheizt werden wie Wintergärten, Hobbyräume, Wirtschaftsräume, Verkaufsstände und Gartenhäuser lassen sich gezielt temperieren. Je nach Bedarf kommen Rundstrahler oder Flächenstrahler zum Einsatz. Die Leistungsstärken sind sehr unterschiedlich. Dunkelstrahler sind bereits ab 25 Watt zu bekommen.

 

Vorteile

  • Unauffällig und formschön in die Raumgestaltung integrierbar.
  • Platzsparend
  • Keine Wartungskosten. Abstauben genügt.
  • Große Auswahl an Formen, Farben und Modellen.
  • Gesunde und wohltuende Strahlungswärme.
  • Man muss nicht den ganzen Raum heizen, sondern nur dort, wo die Wärme gebraucht wird.
  • Hygienisch, weil kein Staub aufgewirbelt wird.
  • Keine Installationen erforderlich. Steckdose genügt.
  • Keine Aufwärmzeiten.
  • Strahlungswärme wird in speicherfähigen Materialien gespeichert und hält eine Weile an.
  • Es ist kein Heizraum und kein Kamin erforderlich.
  • Es entstehen keine Abgase.
  • Keine Wärmeverluste beim Lüften.
  • Man kann die Heizung beim Umzug mitnehmen.
  • Die relative Luftfeuchtigkeit ändert sich nicht. Infrarot lässt sich daher gut mit Fernwärme-Heizkörpern kombinieren, weil die Luft nicht erwärmt wird. Sonst können die Verdunstungs-Messröhrchen einen fälschlichen Verbrauch verzeichnen, der gar nicht von der Fernwärme stammt. Die Luft wird nur über die Sekundärstrahlung erwärmt, die von den nun wärmeren Oberflächen kommt. Bei Konvektionsheizungen ist es umgekehrt: Die Luft ist warm und die Oberflächen bleiben weitgehend kalt.

 

 Nachteile

  • Verbrennungsgefahr bei Berührung, daher Schutzgitter oder Abstandshalter erforderlich.
  • Infrarot kann die Haut röten und die Augen schädigen, wenn man längere Zeit in das Licht starrt. Allerdings merkt man es rechtzeitig, wenn es zu heiß wird und es kann praktisch nicht viel passieren. Es wird eine Schutzbrille empfohlen, wenn sich die Strahler vor den Augen befinden. Das Problem lässt sich vermeiden, indem man die Strahler an der Decke oder unter einem Tisch montiert.
  • Schuckstücke, Knöpfe und Reißverschlüsse aus Metall können sehr heiß werden.
  • Einzellampen sind für den Dauerbetrieb weniger geeignet, sondern ideal für kurze Betriebszeiten. Sie haben keine lange Lebensdauer. Man muss damit rechnen, dass sie nach maximal 500 Stunden ihren Geist aufgeben. Plattenheizkörper sollten wesentlich länger halten. Meist werden 2-5 Jahre Garantie gegeben, aber es gibt auch Heizungen, die nach 40 Jahren immer noch problemlos funktionieren. Im Durchschnitt kann von 100.000 Heizstunden ausgegangen werden.
Infrarot-Nackenkissen, Foto (C) Your Best Digs / flickr

Infrarot-Nackenkissen, Foto (C) Your Best Digs / flickr

 

Nachfolgend noch eine kurze Übersicht über die verschiedenen Bauarten:

Outdoor-Wärme-Strahler für Terrassen, Marktstände und Gastgärten

Längliche, meist schwenkbare Balken, die an der Wand oder Decke montiert werden und auch mit Standfuß erhältlich sind. Sie werden oft nicht mit Strom, sondern mit netz-unabhängigem Gas betrieben.

Halogen-Infrarotstrahler

haben zwar eine kürzere Lebensdauer als Carbon-Strahler, sind aber leistungsfähiger und für große Räume geeignet.

Quarzglas-Heizstrahler

geben die Wärme schneller ab als Keramik-Heizstrahler.

Vollspektrum-Strahler

Die Wellen decken das gesame Spektrum ab von A bis C, nach dem Vorbild der Sonne. Das Vollspekturm hat den Vorteil, dass die Wärme angenehmer ist und die Haut nicht so leicht überhitzt wird. Diese Strahler halten zirka 5.000 Stunden. Sie sind für Infrarot-Kabinen, medizinische Anwendungen und häusliche Wärme-Therapien geeignet. Kabinen werden in der Regel bis zu 30 Minuten lang benutzt.

Kleine Rotlicht-Lampen

mit Glühbirnen-Fassung werden verwendet, um ganz gezielt bestimmte Körper-Partien zu erwärmen. Die direkte Bestrahlungen der Haut sollte 15 bis 20 Minuten nicht überschreiten. Die Birnen haben in der Regel 100 oder 150 Watt. Die rote Glasabdeckung wirkt als Filter und sorgt für eine warme Lichtfarbe.

Dunkelstrahler aus Keramik

sind Infrarot-C-Strahler. Sie geben nur Wärme, aber kein Licht ab. Sie können den Augen nicht schaden und sind daher auch für Wickeltische und Tiere wie Reptilien, Küken, Hunde und Katzen geeignet.

Platten-Heizungen

werden wie Heizkörper oder Bilder an die Wand gehängt. Sie sind ebenfalls Dunkelstrahler und besitzen eine lange Lebensdauer.

Infrarot-Matten

für die Füße, als Autositz-Auflagen und als Bett-Unterlagen werden aus gesundheitlichen Gründen empfohlen, um die Entspannung und die Duchblutung zu fördern.

Dünne Wärme-Paneele

eignen sich zum Aufkleben unter der Tischplatte, an einer Schrankwand oder auf sonstigen ebenflächigen Möbelplatten, soferne sie hitzebeständig sind.

Fahrbare Heizgeräte

sind mobil und ähnlich einsetzbar wie Elektro-Radiatoren.

Shiatsu-Massage-Kissen

für den Nacken und andere Körperbereiche bieten neben der Massagenfunktion auch eine Wärmetherapie.

 

 

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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