Warum Fülle-Streben an Mangel-Denken gebunden ist und Überfluss nichts mit Erfüllung zu tun hat.

Glückswürfel, Foto (C) Willi Heidelbach / flickr

Glückswürfel, Foto (C) Willi Heidelbach / flickr

 

Wer glaubt, dass er zu wenig hat

hat meist nur einen Mangel an Wertschätzung, Freude, Dankbarkeit, Offenheit, Neugierde, Wissen, Zufriedenheit, Genussfähigkeit und Kreativität. Durch die passive Konsumhaltung werden wir zu bedürftigen Empfängern, die auf materielle Zuwendungen angewiesen sind. Innere Fülle bedeutet nicht, viele Gegenstände und Bezugspersonen zu haben, sondern ein Leben zu führen, das reich ist an Erfahrungen, Erlebnissen, Lern- und Schöpfungsprozessen. Ein innerlich reicher Mensch „besitzt“ eine Fülle von Quellen der Freude, die ihn beglücken und inspirieren. Ob das nun die Natur ist, der eigene Garten, Begegnungen mit Tieren oder Mitmenschen, künstlerisches Schaffen, körperliche Erfahrungen oder Meditation, sei dahin gestellt. Ein kreativer und lebenserfahrener Mensch kann nie ernsthaft in Not geraten, weil er immer Wege finden wird, mit den vorhandenen Möglichkeiten etwas Neues herzustellen. Die Konsumhaltung macht abhängig und schwächt unsere eigenen Fähigkeiten, uns mit Lebensenergie zu versorgen. Das herrschende Wirtschaftssystem braucht Menschen, die sich ständig bedürftig fühlen und tut alles dafür, um immer neue Wünsche entstehen zu lassen, die scheinbar nur mit Geld zu befriedigen sind. So kommt es, dass Menschen, die ganz offensichtlich im Überfluss leben und auch körperlich viel zu füllig sind, chronisch an Mangel leiden und den Hals nicht voll genug bekommen. Sie gieren süchtig nach fremden Energien, weil es in ihrem Inneren erschreckend öde und leer aussieht. Der immer stärkere und schnellere Verbrauch von Ressourcen macht mit Sicherheit nicht glücklich!

Ein Leben in Fülle kann nicht bedeuten

dass wir immer mehr konsumieren und wegwerfen. Denn jeder Konsum ist zugleich eine Vernichtung von Energien. Um Konsumartikel zu produzieren, müssen Menschen wertvolle Lebenszeit opfern und es entstehen immer höhere Müllberge, denn alles, was produziert wird, muss auch wieder zerstört werden, damit die Haushalte nicht überquellen. Wirtschaftssysteme, die zum ständigen Konsum und Verbrauch drängen, sind eine Katastrophe für das ökologische Gleichgewicht und auch für die Gesundheit des Menschen. Somit ist auch klar, dass ich vom „Fließenden Geld“ nichts halte, das dauernd im Umlauf sein muss und wobei man Strafe bezahlt, wenn man es nicht ausgibt. Dadurch ergibt sich ein verrücktes Hamsterrad mit laufendem Druck und Stress, um die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Übermäßiger Konsum macht nicht nur geistig und emotional, sondern auch materiell arm, denn er leert das Bankkonto und vermindert somit das Vermögen bzw. die Möglichkeiten und Ressourcen, um etwas zu unternehmen. Wer regelmäßig alles verbraucht, dem fehlen die Mittel, um etwas Neues zu schaffen. Keine Pflanze ist so dumm, monatlich ihr letztes Samenkorn aufzubrauchen und mittellos in den Winter zu gehen. Pflanzen wissen, dass es oft Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte dauert, um einen Schöpfungsprozess voranzubringen und einen Wachstumszyklus zu vollenden.

gluecksklee-brigitte-mackscheidt-flickr

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Sich zu mäßigen ist kein Armutsgelübde

– sondern ein Zeichen von Besonnenheit. Wo der Konsum-Süchtige unangenehme Askese und Bescheidenheit vermutet, ist jeder Herzenswunsch erfüllbar. Es ist ein Irrglaube, dass man umso reicher und wohlhabender wird, je mehr Müll man einkauft und seine Energien zerstreut. Sobald man das Geld ausgegeben hat, sind die Gegenstände kaum noch was wert, wenn man sie nicht wirklich braucht oder nutzt. Wertvolle Guthaben entstehen nicht nur, indem man Geld hortet, sondern besser noch ist der Aufbau von Ressourcen in Form von Wissen und Fertigkeiten, mitmenschlichen Kontakten, Netzwerken und anderen immateriellen Reserven wie zum Beispiel geistige und körperliche Fitness, der Erhalt der Gesundheit und die Verlangsamung des Alterungsprozesses. Im materiellen Bereich sind substanzielle Energiequellen wie ein Stück bebaubare Erde (und sei es nur Blumenerde für den Kübel), ein eigener Brunnen, Immobilien, keimfähiges Saatgut und Handwerkszeug wesentlich sinnvoller als Investitionen in Verbrauchsgüter wie Essen, Kleidung, Fahrzeuge und Genussmittel.

Reich wird man nicht durch den Verbrauch von Ressourcen

sondern durch den Erwerb von Produkten, die nachhaltig etwas bringen. Je unabhängiger die Gegenstände oder Kenntnisse sind, umso besser. Denn was nutzt ein leistungsfähiges Gerät, wenn die Leistung von der Stromversorgung oder aktualisierter Software abhängig ist? So gesehen kann ein schlichter Kehrbesen wertvoller sein als ein moderner Staubsauger, der ohne Steckdose, Beutel und Filter nicht funktioniert. Und was man im Kopf gespeichert hat, muss man in keinem Buch nachlesen – welches gerade nicht greifbar ist, wenn man es brauchen würde. Eigene Erfahrungen zu sammeln kann mehr bringen als sich eine große Bibliothek anzulegen, denn was irgendwo geschrieben steht, ist nicht jederzeit abrufbereit. Dennoch ist es besser, einen Zugriff auf externe Wissensspeicher zu haben als völlig ungebildet zu sein. Man möchte gar nicht glauben, wie viele Menschen freiwillig auf Bücher, Fachzeitschriften und Internet-Recherchen verzichten, um sich lieber von fremden Meinungsmachern manipulieren zu lassen. Sie nutzen das Internet höchstens für Emails und Spiele oder halten die Datenvielfalt für gefährlich, statt sich schlau zu machen und eine eigene Meinung zu bilden. Sorry, wenn sich hier jemand unangenehm betroffen fühlt, aber das muss auch mal gesagt sein. Die Anzahl der Menschen, die Geld für Lotto, Toto und ähnliche Glücksspiele ausgeben, liegt bei 50%. Sie alle jagen einem materiellen Vorteil nach, der schon rein rechnerisch nicht möglich ist. Denn gewinnen können nur die Glücksspiel-Betreiber.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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