Obwohl Solarzellen bereits seit Jahrzehnten bekannt sind, stecken sie gewissermaßen immer noch in den Kinderschuhen. Wie bei vielen anderen Technologien ist die Entsorgung der Alt-Geräte nicht gelöst.

Bewegliche Solarzellen, Foto (C) Kecko / flickr

Bewegliche Solarzellen, Foto (C) Kecko / flickr

 

Die Strom-Erzeugung mit Photovoltaik hat den Mainstream erreicht und wird als „Stand der Technik“ verkauft, ist jedoch eine sehr zweifelhafte Technologie mit fraglicher Zukunft, weil sie bis heute nicht überzeugt. Sie hat bis jetzt nur zu einer Erhöhung des Strompreises geführt, wenn man die Investitionskosten, Entsorgungskosten und Förderkosten miteinrechnet. An Verbesserungen wird ständig gearbeitet, doch die Ergebnisse sind bislang recht mager. Die Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer wie China, ist nicht wirklich ein Fortschritt für ganzheitlich denkende Menschen. 2011 machte ein schwerer Umwelt-Skandal in China von sich reden. Wegen verheerender Umweltverschmutzung musste eine PV-Produktionsstätte in der Provinz Zhejiang geschlossen werden. Die Herstellung einer Solaranlage benötigt sehr viel Energie und ist bei weitem nicht so sauber, wie man glauben möchte. Inzwischen stammen über 90 Prozent aller Anlagen aus dem asiatischen Raum, wobei rund 70 Prozent aus China kommen. Die Energiebilanz der chinesischen Produkte ist alles andere als positiv und auch die langen Transportwege sind nicht ökologisch.

 

Mangelnde Brandsicherheit

Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Bauarten. Die kristallinen auf Silizium-Basis der ersten Generation und die neueren Dünnschicht-Schichtzellen, die günstiger sind, aber giftige Schwermetalle enthalten. Die ungiftigen Silizium-Zellen sind weniger ertragreich und rechnen sich nicht ohne Fördergelder. Beide Bauarten können im Brandfall dazu führen, dass die Feuerwehr das Gebäude abbrennen lassen muss. Häuser, die mit PV-Modulen gedeckt sind, können wegen der vorhandenen Hochspannung nicht gelöscht werden. Die Feuerwehr kann nur dafür sorgen, dass der Brand nicht außer Kontrolle gerät. Die Solarzellen stehen unter Strom und können meistens nicht abgeschaltet werden. Die Unterkonstruktion aus Aluminium beginnt außerdem bei hohen Temperaturen zu schmelzen, was dazu führt, dass die Glasplatten, die aus ESG bestehen, abstürzen und in kleine Stückchen zerplatzen. Die zerbrochenen Paneele können bei Berühung auch dann zu gefährlichen Stromschlägen führen, wenn sie nicht durch Brand, sondern durch anderere Einwirkungen beschädigt wurden.

Solarzellen-Dach, Foto (C) EnergieAgentur.NRW / flickr

Solarzellen-Dach, Foto (C) EnergieAgentur.NRW / flickr

 

Giftige Schwermetall-Belastungen

Obwohl sich in den meisten Dünnschioht-Modulen giftige Schwermetalle befinden, will man unbedingt an dieser Technologie festhalten. Solange die Zellen in Ordnung sind, besteht keine akute Gefahr. Anders sieht es bei Beschädigungen durch Hagel oder Brand aus, und auch die Entsorgung ist ein Problem. Wenn alte Module unsachgemäß entsorgt werden, können die Schwermetalle in den Boden und in das Grundwasser gelangen. Die Dünnschicht-Zellen sind nicht nur billiger, sondern liefern auch mehr Ertrag als die kristallinen Silizium-Zellen. Zur Förderung der PV-Anlagen machen die Gesetzgeber eine willkürliche Ausnahme bei den Grenzwerten. Die EU-Höchstgrenzen laut RoHS-Richtlinie, die sonst für elektrische und elektronische Geräte gelten, gelten nicht für PV und für Leuchtstoff-Lampen. Besonders dem Weltmarktführer „First Solar“, der schädliches Kadmium-Tellorid in seinen Dünnschicht-Solarzellen verwendet, wird eine starke Lobby nachgesagt. Wie üblich wird mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und Nicht-Rentabilität argumentiert, falls die bedenkliche Technik ihre Zulassungen verliert. Die Schadstoff-Freisetzung aus PV-Modulen ist noch nicht mal gründlich erforscht. Im Lötzinn ist Blei und Kadmium enthalten. Der Giftmüll entsteht bereits bei der Herstellung der Paneele, dann bei Beschädigungen während der Lebensdauer und zum Schluss auch noch bei der Entsorgung.

Entsorgung von Photovoltaik-Anlagen

Nach einer Nutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren müssen die Anlagen entsorgt werden. Ob alle Hersteller die Sondermüll-Entsorgungskosten miteingerechnet haben, ist fraglich. Man weiß auch nicht, wie viele Betreiber die Anlagen nach dem Abriss zu den Sammelstellen bringen oder überhaupt wissen, dass es diese gibt. Die Anlagen veraltern nicht nur technisch, sondern die Leistung der Module verringert sich auch im Laufe der Jahre. Kunden sollten auf jeden Fall mit ihrem Lieferanten einen Recycling-Vertrag abschließen und diesen gut aufheben. Wer erinnert sich schon nach 30 Jahren an das Kleingedruckte im Kaufvertrag? Vor allem, wenn das Objekt den Besitzer wechselt oder die Zuständigkeiten sich ändern? Da die Anlagen erst seit dem Jahr 1999 in großen Mengen verbaut werden, gibt es noch nicht viele Erfahrungen. Die älteren von diesen Anlagen sind im Jahr 2017 erst 18 Jahre alt und bestehen aus silizium-basierten Modulen. Erst seit dem Inkrafttreten des deutschen EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) boomt der Anlagenbau so richtig. Die Dünnschicht-Module der zweiten Generation  machen einen immer größeren Anteil aus. Inzwischen gibt es eine neue WEEE-Richtlinie, wonach PV-Produzenten und Händler europaweit verpflichtet sind, die Sammlung und Wiederverwendung von alten PV-Paneelen sicherzustellen.

Das kollektive Sammelssystem mit der Bezeichnung „PV-Cycle“ umfasst den größten Teil des europäischen Marktes. Die Internet Adresse lautet pvcycle.de und hier kann man auch anfragen, wo sich die nächste Sammelstelle befindet. Da die Recycling-Regelungen erst in den letzten Jahren in Kraft getreten sind, sind früher verkaufte Anlagen nicht registriert. Das entsprechende neue Elektrogesetz in Deutschland ist erst seit Ende 2015 gültig. Die Umsetzungen der WEEE-Richtlinien in anderen EU-Ländern erfolgen unterschiedlich. Im Jahr 2011 gab es europaweit erst 90 Sammelstellen für Alt-Paneele. Und die chinesischen Hersteller haben wenig Interesse an den Recycling-Programmen. Daher ist die Situation Anfang 2017 immer noch ziemlich chaotisch und unübersichtlich. Denn nicht alle Firmen machen mit und manche bieten eigene Entsorgungslösungen an. Auf der österreichischen Webseite von UFH ist zum Beispiel nachzulesen, dass defekte PV-Module nicht an kommunalen Sammelstellen abgegeben werden dürfen. Und wie darf man sich den Transport von giftigem Elektroschrott im PKW vorstellen, wenn dieser weiß Gott wo hingekarrt werden muss? Unter einer ökologischen und ganzheitlichen Technik stellt man sich was anderes vor. Mag sein, dass noch Lösungen für alle Probleme gefunden werden. Wie so oft hat man es verabsäumt, VORHER den Energiekreislauf zu Ende zu denken, bevor die Geräte auf den Markt gepusht wurden.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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