Am meisten Energie geht verloren, wenn man Räume und Bereiche heizt, die gar nicht benutzt werden. Zum Beispiel wenn man die Heizung laufen lässt, während keiner zu Hause ist. Oder wenn die Heizung im Wohnzimmer aufgedreht ist, während man sich im Schlafzimmer aufhält.

Gesunde Strahlungswärme vom gemauerten Kamin, Foto (C) Joanna Bourne / flickr

Gesunde Strahlungswärme vom gemauerten Kamin, Foto (C) Joanna Bourne / flickr

 

Es muss nicht überall 23 Grad haben!

Die allereinfachste Spar-Maßnahme ist die Absenkung der Temperatur in Räumen und Bereichen, die gerade nicht genutzt werden. Wenn man zum Beispiel die meiste Zeit am PC verbringt, muss nur der PC-Platz mollig warm sein. Niemand hat etwas davon, wenn an Stellen geheizt wird, an denen sich kein Mensch aufhält. Die Absenkung der Raumtemperatur um 1 Grad bringt 6% Heizkostenersparnis (über den Daumen gerechnet im Bereich zwischen 16 und 25 Grad). Indem man nur dort heizt, wo man die Wärme benötigt und nicht am anderen Ende der Wohnung, spart man am leichtesten Energie – und das ohne jeden Komfortverlust. Immer dann, wenn man die Wohnung für längere Zeit verlässt, kann man bereits vorzeitig die Heizung ausmachen, um die Nachwärme zu nutzen. Auch Menschen, die nicht außer Haus arbeiten, sind oft nicht im Wohnraum, sondern im Garten, im Keller, bei Nachbarn oder unterwegs. Im Winter ist es von Vorteil, schließbare Türen zu haben, um kalte und warme Wohnbereiche trennen zu können. Während die Kinder in der Schule sind, müssen die Kinderzimmer nicht beheizt werden. Und auch im Badezimmer ist nur zu bestimmten Zeiten Betrieb. Nicht selten wird sogar bei gekippten Fenstern oder offenen Türen geheizt.

 

Kühle Luft ist feuchter und reiner

Niedrigere Raum-Temperaturen sind gesünder, denn sie haben eine höhere Luftfeuchtigkeit und verursachen weniger Staub-Aufwirbelung. Die Raumluft fühlt sich frischer an und es schadet nicht, wenn sie der Jahreszeit entsprechend etwas kühler ist als im Sommer. Feuchte Luft wird außerdem wärmer empfunden als trockene Luft. Damit die relative Luftfeuchtigkeit 60% nicht überschreitet, ist ein Hygrometer zu empfehlen. Um mit weniger Temperatur auszukommen, ist allerdings eine gewisse Achtsamkeit erforderlich und auch die Bereitschaft, wärmere Kleidung zu tragen. Wenn man sich öfter bewegt und wärmer anzieht, sind 20 Grad Raumtemperatur vollkommen ausreichend. Bewegungslos verharrt man meist nur an Sitzplätzen. Wenn sich diese in der Nähe von Wärmequellen befinden, ist es immer gemütlich. Im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad, wenn man eine dicke Matratze und warme Zudecken verwendet. Vorzimmer, Wirtschaftsräume und Abstellräume muss man bei günstiger Situierung gar nicht heizen. Auch in Küchen, in denen gekocht wird, kann man sich den Heizkörper eigentlich ersparen. Das Bad wird durch die Abwärme des Boilers vorgeheizt. Wenn man das Bad benutzen will, genügt eine kurze Aufheizzeit von 5 bis 15 Minuten. Danach kann man die Heizung wieder ausmachen. Den meisten Zimmer-Pflanzen geht es besser, wenn sie kühl stehen. Denn sie mögen die trockene Heizkörperluft gar nicht.

Infrarot-Heizstrahler haben den Vorteil, dass sie mobil sind und die Wärme dort hinbringen, wo sie gebraucht wird, Foto (C) Paul Sablemann / flickr

Infrarot-Heizstrahler haben den Vorteil, dass sie mobil sind und die Wärme dort hinbringen, wo sie gebraucht wird, Foto (C) Paul Sablemann / flickr

 

Moderate Temperatur-Richtwerte für verschiedene Räume

Schlafzimmer, Küche und Diele: 16 Grad

Unbenutzte Wohnzimmer tagsüber: 16 bis 18 Grad

Wohnzimmer abends und Arbeitszimmer: 20 Grad

Bad: 23 Grad (nicht durchgehend, nur während der Benutzung!)

Im Urlaub die Temperatur nicht unter 12 Grad fallen lassen.

 

Strahlungsheizungen brauchen weniger Hitze

Strahlungsheizungen wie Wandflächen-Heizungen, Infrarot-Heizungen, Fußboden-Heizungen, Sockelleisten-Heizungen und Kachelöfen sind nicht nur gesüder als Luftheizungen, sondern erlauben noch niedrigere Betriebs-Temperaturen. Denn wenn alle Oberflächen warm sind und es nicht zieht, hält man auch Temperaturen um 18 Grad sehr gut aus. Es bringt nichts, an einem Ende des Raumes 26 Grad zu haben, wenn nur die Luft erwärmt wird, aber die Oberflächen stellenweise sehr kühl bleiben. Man fühlt sich nur bei gleichmäßigen Temperaturen behaglich.

 

Die richtige Temperatur im Schlafzimmer

 Es soll sogar Menschen geben, die selbst im Winter bei offenem Fenster schlafen. Aus bauphysikalischen Gründen ist das nicht empfehlenswert, weil die Oberflächen im Bereich des Fensters zu stark auskühlen. Die meisten Menschen mögen es eher frisch im Schlafzimmer, aber es gibt auch viele, die leicht frieren und sich über kalte Füße beklagen. Ein Schlafzimmer muss nicht unbedingt beheizt werden, aber solange man friert, kann man sich nicht entspannen. Es sollte daher temperiert werden, um eine Mindesttemperatur von 15 Grad zu gewährleisten. Früher hat man eine Wärmeflasche oder einen heißen Ziegelstein mit ins Bett genommen. Man hat nur das Bett erwärmt, zum Beispiel mit einem Wärme-Unterbett, Schaffellen, Matratzen-Auflagen oder elektrischen Heizdecken. Außerdem trug man warme Pyjamas und eventuell sogar eine Schlafmütze. Heute genügt es, den Raum vor dem Schlafengehen kurz auf Temperatur zu bringen, mit welchen Mitteln auch immer. Wer überhaupt nicht heizen möchte, braucht spezielle Vorkehrungen, um es trotzdem mollig warm zu haben. Zum Beispiel kann man vor dem Schlafengehen heiß duschen oder ein Bad nehmen. Und sich Flanell-Bettwäsche und flauschige Schlafanzüge zulegen. Wenn man einem Partner oder Kleinkinder neben sich hat, wird einem sicher weniger kalt. Manche nehmen auch Haustiere mit ins Bett. Die Matratze sollte möglichst dick sein und aus warmen Naturfasern bestehen. Zum Einpacken der Füße kann man Socken und eine extra Wolldecke verwenden. Wer nur eine dünne Schaumstoff-Matratze hat, unbekleidet ins Bett geht und nur eine leichte Zudecke verwendet, darf sich über Erkältungen nicht wundern. Ein kühler Raum ist nur im Kombination mit einem warmen Bett angenehm!

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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