Die vitaminreichen und äußerst gesunden Früchte werden das Jahr über kaum beachtet und rücken erst zu Weihnachten ins Blickfeld. Dabei gedeiht der exotische Obstbaum auch in unseren Breiten und erfreut mit außergewöhnlich schönen Blüten.

Granatapfelbaum Foto (C) Ze'ev Barkan / flickr

Granatapfelbaum Foto (C) Ze’ev Barkan / flickr

 

Merkmale: Der mehrstämmige kleine Laubbaum oder große Strauch wird maximal 5 Meter hoch und kann mehrere hundert Jahre alt werden. Das dicht verzweigte Astwerk hängt oft bis zum Boden herab, ist meist dornig und geht in die Breite. Mit den ersten Blüten ist nach 3 Jahren zu rechnen. Aus den großen, orangeroten oder gelben Glockenblüten, die an den Enden der Zweige hervorkommen, entwickeln sich faustgroße, runde Früchte, die zuerst grün sind und mit zunehmender Reife rot werden. Sie sehen äußerlich wie ledrige Äpfel aus, besitzen jedoch größere, kronenförmige Kelchblätter. Unter der dicken Schale verbergen sich viele saftige Kerne (angeblich 613 Stück), die wie Maiskörner aussehen und einen blutroten Saft enthalten. Sie sind in ein trockenes, weißliches Fruchtfleich eingepackt, das bitter schmeckt  und nicht genießbar ist. Da die Saftkerne sehr leicht aufplatzen, muss man beim Öffnen vorsichtig sein. Die Blätter sind bis 10 cm lang, schmal, hart, ledrig und meist lanzettförmig zugespitzt.

Standorte: Das robuste und pflegeleichte Gehölz stammt aus dem mittleren und nahen Osten, und ist inzwischen auch im Mittelmeer-Raum verbreitet. Für den Kübel sind Zwergformen erhältlich, die auch bei uns gedeihen. Sie sollten im Haus überwintert werden, am besten bei kühlen Temperaturen zwischen 3 und 7 Grad. Denn sie ertragen nur leichten Frost und geben spätestens bei minus 10 Grad ihren Geist auf. In milden Regionen und mit Winterschutz ist eventuell auch Freilandhaltung möglich. Auslichtungen und Formschnitte werden gut vertragen. Der Standort sollte warm, windgeschützt und sonnig sein, wenn man Früchte ernten möchte. Notfalls überleben die Bäume auch im Halbschatten, aber mit magerem Ertrag. In der warmen Jahreszeit müssen die Pflanzen raus, weil sie im Zimmer zu wenig Licht bekommen. Es sei denn, es ist ein lichtdurchfluteter Wintergarten vorhanden.

Verwendung: Die Schale, der Saft und die Wurzeln sind als Färbemittel zu verwenden und ergeben die Farben Rot, Gelb, Schwarz und Dunkelblau. Aus den Kernen werden Frucht-Säfte und fermentierte Säfte hergestellt. In Mitteleuropa sind auch blühfreudige Ziersorten gefragt, die keine Früchte tragen.

Holz-Eigenschaften: Wegen des buschigen Wuchses sind nur sehr geringe Mengen mit kleinen Querschnitten erhältlich. Das Holz hat eine gelbliche Farbe und feine Fasern. Es ist für Drechslerwaren und Kunsthandwerk geeignet. Die Oberfläche lässt sich glatt polieren. Die Rinde enthält viel Gerbsäure und wird zum Gerben von Leder verwendet.

Granatapfelblüte Foto (C) C Watts / flickr

Granatapfelblüte Foto (C) C Watts / flickr

 

Elemente: Erde, Wasser und Feuer

Naturheilkunde: Über die Gesundheit der Granatapfel-Kerne wurden zahlreiche wissenschaftliche Studien durchgeführt. Es gilt daher als erwiesen, dass sie starke antioxidative Wirkungen besitzen. Außerdem werden regenerierende und verjüngende Wirkungen zugeschrieben. Die pflanzlichen Hormone sollen ausgleichend auf den weiblichen Hormonhaushalt wirken. Aus der Schale lässt sich ein Tee herstellen. Die Wurzel und die Baumrinde sind veralterte und giftige Heilmittel, bei deren Anwendung man sich auskennen sollte, weil mit heftigen Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Spirituelle Bedeutung: Granatapfel-Bäume haben einen wehrhaften und lockenden Charakter zugleich. Die Sonnenanbeter sind alte Kulturbäume, die bereits den alten Griechen und Ägyptern bekannt waren. In den Kernen ist sehr viel Licht und Wärme gepeichert. In China stehen die Früchte für Glück und Überfluss. Sie sind außerdem ein Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit, Fülle, Weiblichkeit, Anziehungkraft, Schönheit, Schöpferkraft und ewige Jugend. Der Name des Edelsteines Granat ist auf die kubischen Granatapfel-Körner zurückzuführen, die wie Kristall-Rohlinge anmuten. Die exotischen Äpfel wurden früher gerne bei Hochzeiten eingesetzt und gelten inzwischen als typische Weihnachtsfrüchte zusammen mit heimischen Äpfeln, Kletzen (Trockenbirnen) und Zitrusfrüchten. Im Buddhismus gehört der Granatapfel zusammen mit Zitrone und Pfirsich zu den „Drei Gesegneten Früchten“. Die romantische Glockenform der prunkvollen Blüten findet sich auch im Umriss der Baumkrone wieder. Die Früchte sind außerdem ein Herrschersymbol und ein edles Schmuck-Motiv auf Textilien, die für den Adel und das Großbürgertum angefertigt wurden.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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