Der als Wunderbaum, Baum der Unsterblichkeit und (beinahe) Allheilmittel gepriesene Meerrettich-Baum gehört zu den nährstoffreichsten Pflanzen auf dem Planeten. Dabei ist er so anspruchslos, dass man ihn sogar als Zimmerpflanze halten kann.

Moringablätter, Foto (C) Rusty Clark - On the Air M-F 8am-noon / flickr

Moringablätter, Foto (C) Rusty Clark – On the Air M-F 8am-noon / flickr

Merkmale: Der Moringa-Baum heißt auch Meerrettich-Baum, Behen-Baum, Trommelstock-Baum und Klärmittel-Baum. Es gibt nur 13 verschiedene Arten, wobei meistens vom Moringa Oleifera die Rede ist. Nicht nur die Wurzeln riechen nach Meerrettich, auch die Blätter schmecken würzig scharf. Der bauchige, kurze Stamm hat eine verdickte Basis und kurze Äste, ähnliche wie Elefanten- oder Flaschenbäume. Die dekorativen, eiförmigen Blättchen sind an langen Stielen fiederförmig angeordnet. Der ungewöhnliche Baum wächst extrem schnell, bis zu 30 cm pro Monat und gönnt sich keine Vegetationspause. Er wird bis 35 Meter hoch und über 60 Jahre alt. Die ersten Blüten und Früchte erscheinen bereits nach wenigen Monaten. Die hellen, duftenden Blütenrispen erinnern an Orchideen. Man nennt die dünnen, gerippten Bohnenfrüchte, die wie lange Bohnschoten herabhängen, auch „drumsticks“ (Trommelstöcke). Die ausgereiften Schoten sind trocken und braun und enthalten die geflügelten Samen (Behen-Nüsse). Wenn man die Schoten essen will, muss man sie grün ernten. Die Pflanze speichert Wasser in den sukkulenten Stämmen und knolligen Wurzeln. In Trockenperioden grünen nur wenige Äste. Aber auch sonst wirft die lichte Krone so wenig Schatten, dass darunter noch kleinere Pflanzen gedeihen können.

Standorte: Der Moringa-Baum stammt ursprünglich aus der Himalaya-Region in Nordwest-Indien. Heute ist er in fast allen tropischen und subtropischen Regionen verbreitet. Er braucht viel Sonne und Wärme und ist weitgehend dürre-resistent. Sandiger Boden ist von Vorteil, denn er verträgt keine Staunässe. Ansonsten ist er sehr anspruchslos in Bezug auf den Boden. Den Dünger kann man sich ersparen, denn er gehört zu den Luft-Stickstoff-Sammlern und kann als Bodenverbesserer eingesetzt werden. Die Pflanze ist sehr ausdauernd und kann sich immer wieder regenerieren, auch wenn sie wie tot aussieht. Sie ist sehr gut schnittverträglich und kann alle 2 Monate gestutzt werden. Allerdings verträgt sie keinen Frost, sondern braucht mindestens 10 Grad plus. Bereits bei Temperaturen unter 15 Grad stellt sie ihr Wachstum ein.

Moringa-Schoten, Foto (C) Forest and Kim Starr / flickr

Moringa-Schoten, Foto (C) Forest and Kim Starr / flickr

Verwendung: Fast alle Teile des Baumes sind essbar: Wurzeln, Blätter, Samen, Schoten, Rinde und Blüten. Aus den Samen lässt sich ein wertvolles Öl herstellen. Man kann sie auch verwenden, um Wasser zu reinigen – wobei das Pulver von einem einzigen Samen für 30.000 Liter reicht. Die würzigen Blätter werden frisch, getrocknet oder gemahlen verspeist oder für Tee verwendet. Die frischen Blätter sind bei uns im Gemüsehandel nicht erhältlich, man kann die Bäume aber im Kübel anbauen, wenn man ein Gewächshaus oder eine helle Wohnung besitzt. Das Öl ist auch unter der Bezeichnung „Behen-Öl“ bekannt und wurde bereits von den alten Ägypern verwendet. Wegen seiner außergewöhnlichen Stabilität war es bis ins 19. Jahrhundert als Schmiermittel für Uhren im Einsatz. Heute sind nicht nur das Öl, sondern auch die Blüten gefragt für die Parfum- und Kosmetikherstellung. Das Pulver wird als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, eignet sich aber auch als Seifen-Ersatz. Wenn man den Saft von jungen Moringa-Trieben mit Wasser verdünnt und damit andere Nutzpflanzen gießt, wird das Wachstum verbessert. Sogar Tiere wachsen schneller, wenn sie mit Moringa gefüttert werden. Wegen seiner Nährstoff-Fülle ist der Baum besonders hilfreich für Menschen mit Mangel- und Unterernährung.

Holz-Eigenschaften: Das Holz ist sehr weich, hat eine helle Rinde und kann für die Bio-Kraftstoff-Herstellung (Ethanol) verwendet werden. Das Stamm-Material ist auch fein gehäckselt im Handel und kann zum Beispiel als Pflanzendünger dienen. Die ganz jungen Zweige sind essbar. Durch das schnelle Wachstum entsteht enorm viel Biomasse, auch wenn der Baum nur wenige Äste besitzt.

Moringablüte, Foto (C) Harvey McDaniel / flickr

Moringablüte, Foto (C) Harvey McDaniel / flickr

Elemente: Erde und Luft

Naturheilkunde: Bei uns ist Moringa ist erst seit einigen Jahren als sogenanntes „Superfood“ berühmt. Es enthält alle wichtigen Nährstoffe in ungewöhnlicher Konzentration. Sogar das in der Pflanzenwelt seltene Vitamin B12 soll mit 1,4 Mikrogramm pro 100 g vorhanden sein. Sie supertollen Nährwertangaben, mit denen geworben wird, täuschen jedoch ein wenig, denn sie beziehen sich auf das trockene Pulver und nicht auf die frischen Blätter. Wegen des scharfen Geschmacks und des hohen Preises kann man keine riesigen Mengen essen. Der Moringa ist auch eine wichtige pflanzliche Eiweißquelle und kann laut indischem Volksglauben unzählige Krankheiten heilen. Er soll die Haut-Regeneration beschleunigen und Anti-Aging-Wirkungen haben, dank dem Wachstumshormon und Antioxidantium Zeatin, das in wesentlich größeren Mengen vorhanden ist als bei anderen Pflanzen. Außerdem gehört Moringa zu den natürlichen Antibiotika. Das Behenhöl wird kaum ranzig und ist ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Medizin sowie von Kosmetik- und Arzneiprodukten. Das Baumharz und die Rinde sollen gegen Karies helfen. Mehr über Moringa-Produkte gibt es unter folgendem Link: Moringagarten.

Spirituelle Bedeutung: Der „Baum des Lebens“ scheint wie geschaffen für unsere Krisen-Zeiten, wo selbst in den wohlhabenden Überfluss-Ländern so viele Menschen an Nährstoff-Mangel und Zivilisations-Krankheiten leiden. Er hat eine mindestens 5.000 Jahre alte Geschichte, war bereits im alten Ägypten bekannt. Sein Beiname lautet „mother´s best friend“, weil stillende Mütter mehr und bessere Muttermilch produzieren, wenn sie Moringa zu sich nehmen. Die Essenz des Baumes wirkt reinigend und klärend, harmonisierend und ausgleichend, energetisierend und ermutigend. Sie fördert die spirituelle Entwicklung und interdimensionelle Wahrnehmungen. Die erdenden Qualitäten sorgen für Stabilität, Ausdauer und Selbstsicherheit. Die Luft-Qualitäten bringen Bewegung in eingefahrene Situationen, machen flexibel, leicht und wendig. Der Moringa gehört zu den wenigen Bäumen, die mehr Stamm als Blätter besitzen. Mit seinem trichterförmigen Umriss holt er die Energie vom Himmel bzw. aus der Luft auf die Erde – und nicht umgekehrt. Die gefiederten Blätter verleihen ihm was Engelhaftes, doch mit seiner dicken Basis ist er fest am Boden verankert. Die selbstlosen Bäume sind wie kosmische Einstrahl-Punkte und wundersame Retter in der Not, die quasi aus dem Nichts ein Füllhorn mit Lebensmitteln produzieren.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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