In Österreich nennt man die Sauerkirsche auch kurz „Weichsel“. In Deutschland ist vor allem die Sorte „Schattenmorelle“ bekannt. Die säuerliche Verwandte der Süßkirsche wird selten roh gegessen, sondern lieber verarbeitet genossen.

Sauerkirschen, Foto (C) crabchick / flickr

Sauerkirschen, Foto (C) crabchick / flickr

 

 Merkmale: Der beliebte Steinobstbaum aus der Familie der Rosengewächse wächst auch im Busch-Form und wird bis 15 Meter hoch. Man unterscheidet 3 Gruppen: Weichsel-Kirschen, Amarellen und Bastard-Kirschen mit jeweils verschiedenen Sorten, wobei Kreuzungen mit süßen Kirschen möglich sind. Die Äste sind weniger kräftig, sondern dünner und schlanker als bei der Süßkirsche. Die spitzovalen Blätter haben einen gesägten Rand und sind härter sind als bei der süßen Verwandten. An der Basis der weißen Blütenstände befinden sich kleine Nebenblätter. Die buschige Krone geht in die Breite und sollte jährlich geschnitten werden, um reichlich Ertrag zu haben. Erntezeit für die gelben bis dunkelroten Kirschfrüchte ist von Juni bis Juli.

Standorte: Da die Früchte maschinell geerntet werden können, werden die Bäume gerne angebaut, vor allem in Osteuropa. Sie sind aber auch in Süd- und Nordeuropa zu finden. Die relativ anspruchslosen Gehölze sind als Hochstamm, Halbstamm, Niedrigstamm, Büsche und Spalierbäume erhältlich. Säulenformen gedeihen auch im Kübel und in kleinen Gärten. Kübelbäume und junge Bäume brauchen einen Winterschutz. Ältere Bäume sind vollkommen frosthart. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Staunässe wird nicht vertragen.

Verwendung: Die Früchte sind frisch, getrocknet und tiefgefroren zu bekommen. Meistens jedoch weiter verarbeitet zu Säften, Gelees, Kuchen, Fruchtaufstrichen, Konfitüren, Kompotten, Spirituosen, Aromastoffen, Schokoladen, Fruchtriegeln und Milchprodukten. Der Saft wird gerne mit anderen roten Obstsäften gemischt. Medizinische Sauerkirsch-Produkte sind erhältlich in Form von Konzentraten und Kapseln. Die Blätter wurden früher als Tee- und Tabak-Ersatz verwendet. Die Bäume werden nicht nur wegen ihrer Früchte angebaut, sondern es gibt auch reine Ziersorten für den Garten.

Holz-Eigenschaften: Das Holz hat ähnliche Eigenschaften wie Süßkirschen-Bäume, aber durch den schwächeren Wuchs ergeben sich kleinere Dimensionen. Das strauchartige Geäst auf dem meist niedrigen Stamm ist wegen der starken Verzweigung praktisch unbrauchbar.

 

Sauerkirschen-Blüten, Foto (C) Kit / flickr

Sauerkirschen-Blüten, Foto (C) Kit / flickr

 

Elemente: Luft, Erde

Naturheilkunde: Die prallen, runden Früchtchen sind vitaminreich und mineralstoffreich. Laut Hortipendium (Das grüne Lexion) ist die entzündungshemmende Wirkung stärker als bei Aspirin und die antioxidative Wirkung stärker als bei Orangen. Die Früchte enthalten außerdem natürliches Melatonin, das eine erholsame Nachruhe begünstigt. Die Montmorency Sauerkirsche soll sich heilsam bei Gicht und erhöhten Harnsäurewerten auswirken. Auch für Kirschkern-Kissen werden in der Regel Sauerkirschen verwendet. Die Kissen werden im Backrohr erwärmt und zur Entspanung auf schmerzhafte Körperstellen gelegt. Aus den Blättern, Rinden und Frucht-Stängeln lässt sich ein Tee brauen, der bei Husten und Verdauungsbeschwerden empfohlen wird. Früher wurde auch das Baumharz für Hustenmittel verwendet.

Spirituelle Bedeutung: Die Geschichte der Sauerkirsche ist unklar. Sie hat einen verdoppelten Chromosomensatz und ist vermutlich eine Kreuzung zwischen der wilden Vogelkirsche und der Steppenkirsche. Das erste Mal wurde sie in im 16. Jahrhundert erwähnt. Obwohl sie mit der Süßkirsche verwandt ist, hat sie einen eigenen Charakter. Sie wirkt mehr erfrischend als lieblich und hat eine eher introvertierte Energie. Mit ihren harmonisierenden, zentrierenden, klärenden, reinigenden, regenerierenden und abwehrstärkenden Wirkungen kann sie als Kraftbaum dienen für stressgeplagte Menschen, die zu starke expansive Tendenzen haben. Sie steht für Mäßigung, Besinnung und Beruhigung.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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