Der urige Obstbaum ist bei uns fast in Vergessenheit geraten. Er unterscheidet sich von Apfel- und Birnbäumen durch die viel größeren Blüten, die pelzige Haut der Früchte und das auffällig starke Aroma.

Reife Apfel-Quitte, Foto (C) Jolette Roodt / flickr

Reife Apfel-Quitte, Foto (C) Jolette Roodt / flickr


Merkmale:  Es gibt nur eine einzige Art von Quitten, die eine apfelförmige oder birnenförmige Gestalt haben können. Von dieser Art kann man rund 200 Sorten unterscheiden. Das Rosengewächs ist mit Äpfeln und Birnen verwandt, wächst eher langsam und wird bis 50 Jahre alt. Die jungen Blätter und Zweige sind leicht behaart, ältere Äste sind glatt und nehmen eine braun-violette Farbe an. Nach 3-8 Jahren kann man mit den ersten Blüten und Früchten rechnen. Die duftenden weiß-rosa Blüten sehen aus wie eine Mischung zwischen Apfelblüte und Wildrose. Sie werden bis 7 cm groß – fast so groß wie die spitzovalen Blätter, die bis 10 cm erreichen. Die Früchte sind reif, wenn sie ein goldgelbe Farbe annehmen. Sie haben eine flaumige und leicht buckelige Oberfläche, werden bis 12 cm lang und bis 700 Gramm schwer. Erntezeit ist von Oktober bis November. Der Strauch oder kleine Baum wird bis 8 Meter hoch und ebenso breit.

Standorte: Quitten-Bäume sind zwar widerstandsfähig und pflegeleicht, aber wärmeliebend. Der Boden sollte weder nass noch zu trocken sein. Man findet sie verbreitet im Orient und in Südeuropa. In Mitteleuropa gedeihen sie in milden Weinbau-Regionen, windgeschützt in der Nähe von Häusern, auf Streuobstwiesen, in Bauerngärten, in Hausgärten und in mediteran gestalteten Gartenanlagen.

Verwendung: Quitten werden nicht roh gegessen, sondern zu Marmelade, Gelee, Mus, Kompott, Fruchtsaft, Likör, Wein oder Schnaps verarbeitet. Frische Quittenfrüchte findet man selten im Handel. Sie sind nur 2 Monate lagerfähig. Am ehesten kann man bei Weinbauern, in Delikatessen-Läden, am Wochenmarkt und beim türkischen Gemüsehandel fündig werden. Vor der Verabeitung wird der Flaum auf der Haut entfernt. Wegen der herrlichen Blüten wird die Quitte gerne als Zierbaum gepflanzt. Außerdem ist sie als Unterlage für Birnbäume zu verwenden. Sie hat eine lange Tradition als Heilpflanze und wird heute noch für Kosmetikprodukte gebraucht.

Holz-Eigenschaften: Das feinporige, elastische, harte und schwere Holz ist nur in geringen Dimensionen vorhanden. Es ist für Messergriffe, Kunsthandwerk, Drechslerwaren und Furniere geeignet. Die helle, gelbliche bis rötliche Farbe wird durch Dämpfen kastanienbraun. Die Stämme sind oft drehwüchsig und unregelmäßig geformt, was eine lebhafte Maserung zur Folge hat.

Quitten-Blüte, Foto (C) Ian Sutton / flickr

Quitten-Blüte, Foto (C) Ian Sutton / flickr

 

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Die Früchte sind sehr gesund, aber sie werden nur gekocht verzehrt. Roh sind sie zwar nicht ungenießbar, aber sie schmecken hart wie Kochbirnen, sauer, bitter und pelzig. Die Quitte ist die Namensgeberin für die Marmelade (von der portugiesischen Bezeichnung für Quitte „marmelo“ abgeleitet). Sie ist ein traditionelles Heil- und Stärkungsmittel bei Husten, Schürfwunden, Verbrennungen, Magen- und Darmbeschwerden. Die unzerkleinerten Samen und die Blätter werden für Tee verwendet.

Spirituelle Bedeutung: Die Quitte ist ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit, Klugheit und Treue, Glück und Schutz, Gesundheit und Geschicklichkeit. Sie wird als Ur-Form der heutigen Kernobst-Arten angesehen. Bei den Griechen gehörte sie zu den Attributen und heiligen Früchten der Liebesgöttin Aphrodite. Im italienischen und südslavischen Bereich wird sie gerne magisch eingesetzt, zum Beispiel von den Zigeunern in Ungarn für Liebes- und Fruchtbarkeitszauber und zum Schutz der Tiere. Sie soll kräftige und schöne Kinder bringen. Der kretische Apfel, wie sie auch heißt, wirkt aphrodisierend und war bereits bei den Römern ein beliebter Raum-Erfrischer. Auch die Bätter duften und verbreiten einen betörenden Geruch, was besonders im Winter Stimmung macht. Die Früchte sehen wie muskulöse Äpfel aus und haben eine kraftstrotzende, gedrungene und robuste Formensprache. Die flaumigen Blätter und zarten Blüten wirken dagegen weich, warm und lieblich. Männliche und weibliche Eigenschaften vereinen sich.
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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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