Der Efeu, auch Eppich genannt, ist eigentlich kein Baum, sondern ein Kletter-Gehölz. Die beliebte Zierpflanze ist auf Unterstützung angewiesen und wächst im Prinzip wie ein Spalierbaum, braucht aber viel weniger Pflege. 

Dicke Efeu-Ranken, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

Dicke Efeu-Ranken, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

 

Merkmale: Die ungefähr 700 Sorten sind Selbstklimmer und gehören zur Familie der Aralien-Gewächse. Sie sind keine Schmarotzer, sondern halten sich mit Haftwurzeln fest, wobei der Untergrund im Allgemeinen weder ausgelaugt noch geschädigt wird. Die vorerst biegsamen Sprosse verholzen mit der Zeit und können zu dicken „Stämmen“ zusammenwachsen. Die vielen kleinen Haftwurzeln verleihen den Lianen ein haariges Aussehen. Wenn sie auf entsprechenden Untergrund stoßen, können sich auch richtige Wurzeln daraus entwickeln, zum Beispiel in Felsspalten oder löchrigem, feuchtem Mauerwerk. Das immergrüne Blattwerk breitet sich flächendeckend aus und kann bis 500 m2 abdecken – nicht nur in der Vertikalen, sondern auch horizontal als Bodendecker. Das meist dunkle, glänzende Laub besitzt eine Herzform oder verschiedene gezackte Formen mit helleren Adern. Der schnell wachsende Kletterstrauch ist nicht nur beliebt bei Vögeln und Insekten, sondern auch bei kleinen Säugetieren. Er wird bis 30 Meter hoch und bis 500 Jahre alt. Die gelbgrünen Doldenblüten, die erst im Spätsommer oder Herbst erscheinen, fallen kaum auf. Die kugeligen, dunkelblauen Früchte, die wie Beeren aussehen, entwicklen sich erst im Folgejahr. Nach 10-20 Jahren ändert der Efeu sein Aussehen und nimmt eine baum-ähnliche Form an. Es bilden sich keine Haftwurzeln mehr, sondern die Äste verspreizen sich zu einer festen Struktur. Das Blattwerk wird üppiger und buschiger, die Blätter werden eiförmig.

Standorte: Die anspruchslosen Kletterpflanzen vertragen viel Schatten und bevorzugen ein mildes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie treten meist in der Mehrzahl auf, selten als Solitär-Baum vor einem Pfeiler oder einer Rückwand. Auch die Haltung als Zimmerpflanze ist möglich, zum Beispiel im Badezimmer. Man findet sie im Wald, an nordseitigen Hauswänden, vor Steinmauern und Zäunen, auf Bäumen, Felsen und Friedhöfen, als Fassadenbegrünung und als Bodendecker in öffentlichen Parks. Da die Äste sehr dick werden können, sind die Sprengkraft und das Gewicht nicht zu unterschätzen. Der Untergrund sollte intakt und tragfähig sein, damit keine Schäden am Bauwerk entstehen. Ist er zu glatt, können die Haarwurzeln nicht haften. Hat er zu große Fugen, in denen sich Feuchtigkeit sammelt, können sich dicke Wurzeln bilden. Am sichersten ist ein Gerüst aus waagrechten Latten. Der Standort sollte wohl überlegt sein, denn die Pflanze lässt sich unter Umständen nicht mehr so leicht entfernen, wenn sie zahlreiche Wurzeln gebildet hat. Sie kann sich schnell wieder regenerieren, wenn man Teile abschneidet. Sie darf nicht über die Firsthöhe hinauswachsen, weil sonst die Dachrinne und die Deckung kaputt werden. Am Untergrund bleiben tote Wurzelreste kleben, wenn der Bewuchs abfällt oder beseitigt wird. Im fortgeschrittenen Alter sind aufmerksame Pflegemaßnahmen notwendig. Efeu-Begrünungen sind für Holz-Fassaden und „Vollwärmeschutz“-Systeme nicht geeignet. Obwohl man Efeu auch als „Baumwürger“ bezeichnet, stimmt es nicht, dass befallene Bäume geschwächt werden. Aber es kann in seltenen Fällen sein, dass die Äste so dicht und buschig werden, dass der tragende Baum an Lichtmangel leidet. Das Dickenwachstum des Baumes wird nicht eingechränkt, auch wenn es so aussieht, als würde der Stamm erwürgt.

Efeu-Blüten, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

Efeu-Blüten, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

 

Verwendung: Die Zierpflanze mit ihren malerischen Blatt-Ranken wird gerne als Schatten-Spender, Sichtschutz, Windschutz, Staub- und Wetterschutz eingesetzt. Flächenbegrünungen sind waagrecht und vertikal möglich. Wenn man frische Blätter mit Soda verkocht, erhält man ein traditionelles Reinigungsmittel für Wolle. Aus den Zweigen lassen sich Farbstoffe gewinnen. Man kann Efeu auch als Futterpflanze für Tiere verwenden, sowie Becher und kleine Schüsseln aus Efeuholz herstellen.

Holz-Eigenschaften: Das Holz lässt sich leicht trocknen und verarbeiten. Es ist keine Handelsware, aber für Drechslerwaren und Kunsthandwerk geeignet. Die schlangeförmigen Ast-Arme erreichen selten mehr als 10 cm im Durchmesser. Im Querschnitt zeigen sich viele kleine Poren, eine durchgehend helle Farbe und keine Jahresringe. Das Material ist nur wenig dauerhaft.

Elemente: Erde, Wasser

Efeu-Früchte, Foto (C) digital cat / flikr

Efeu-Früchte, Foto (C) digital cat / flikr

 

Naturheilkunde: Efeu ist als Heilpflanze seit der Antike bekannt. Alle Pflanzenteile sind giftig und daher für Eigen-Medikamentationen nicht geeigent. Für Efeu-Tee, Umschläge und dergleichen werden Wurzeln, Blätter und Früchte verwendet. Efeu-Extrakt wird gegen Husten sowie als Haut- und Haarpflegemittel angeboten. Homöopathische Mittel sollen antibakterielle und schleimlösende Wirkungen haben.

*
Spirituelle Bedeutung: Efeu gilt als Sinnbild für Partnerschaft, Treue, Liebe, Bindung, Ewigkeit, Unsterblichkeit, Unendlichkeit und ein Weiterleben nach dem Tod. Die Griechen und Römer brachten ihn mit ihren Weingöttern in Verbindung, die Ägypter mit dem Totenreich. Efeu-Blätter passen als Attribute zu Hochzeiten und Begräbnissen. Man sieht die Ranken auch häufig auf Wirtshaus-Schildern – mit ähnlich lebenslustiger Bedeutung wie die Weinranken. Sie stehen für Heiterkeit und Geselligkeit, Freundschaft und Zusammengehörigkeit. Alles wird von den Ranken umarmt und umschlungen. Wegen seiner robusten, heimeligen, verlässlichen und beschützenden Ausstrahlung, zieht man Efeu gerne vorm Haus. Trotz seinem schwachen Bodenkontakt und den windenden Eigenschaften, wirkt die Pflanze sehr gediegen und bodenständig. Man denkt unwillkürlich an ehrwürdiges altes Gemäuer, Burgen und Schlösser, besinnliche Sakralbauten, lauschige Wälder und geheimnisvolle Romantik. Die schwungvollen Ranken mit den herzförmigen Blättern vermitteln viel Lebensfreude, Lebenskraft und Lebensmut, denn sie zeigen uns vor, dass es immer irgendwie weiter geht. Sie haften sich an, ohne anhaftend zu werden, können jederzeit loslassen und neue Wege finden, um sich weiter zu entwickeln. Sie lassen sich nicht einengen, blicken über den Tellerrand und sind bestens vernetzt. So kann ein dichter Efeu-Teppich zum Symbol für Offenheit, Kontaktfreude, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, Teamgeist und reichhaltige Beziehungen werden. Die Efeu-Essenz öffnet das Herz, macht redselig und erleichtert alle Arten von Miteinander und Gemeinschaft. Sie wirkt inspirierend und fördert die Kreativität.
*

Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

Link zur Homepage

*

Literatur-Übersicht

*

Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil

 

Advertisements