Echte Zedern sieht man fast nur noch als Zierpflanzen, denn sie sind wegen Übernutzung beinahe ausgestorben. Ihr edles Holz war in der Antike allzu heiß begehrt und ist heute kaum noch erhältlich.

Hängezeder, Foto (C) Irmgard Brottrager

Hängezeder, Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Merkmale: Zedern sind eine ältere Gattung als die Kiefer. Sie werden bis 40 Meter hoch und bis 1000 Jahre alt. Man unterscheidet 4 Hauptarten: Die Atlas- Zeder, die Zypern-Zeder, die Libanon-Zeder und die Himalaya-Zeder, wobei die Libanon-Zedern zu den ältesten Bäumen auf dem Planeten gehören. Die steil nach oben ragenden Äste tragen relativ weiche, büschelig angeordnete Nadeln bis 2,5 cm Länge. Es gibt aber auch Sorten mit hängenden Ästen (Hängezedern). Die nach oben zeigenden weiblichen Zapfen sind tonnenförmig mit abgeflachter Spitze und benötigen eine Reifezeit von 2-3 Jahren, bevor sie ihre geflügelten Samen abwerfen. Die männlichen Zapfen stehen ebenfalls aufrecht und haben eine kätzchen-artige, leicht gebogene Form. Die Samen der Zapfen keimen sehr leicht und können binnen einem Tag aufgehen. Allerdings muss man 15 bis 30 Jahre darauf warten, bis die ehrwürdigen Koniferen das erste Mal tragen. Im Alter wird die Krone unregelmäßig und oft mehrstämmig. Aus dem zuerst kegelförmigen Umriss entstehen ganz individuelle Wuchsformen.

Standorte: Die frostempfindlichen Nadelbäume brauchen viel Sonne, aber nicht viel Feuchtigkeit. Sie gedeihen am besten in milden und geschützten Lagen, zum Beispiel im Mittelmeergebiet.

Verwendung: Das vielseitig verwendbare Holz galt in der Antike der Baustoff der Könige. Es war für den Bau von Schiffen, Tempeln, Thronsesseln und Truhen begehrt. Heute sind die echten Zedern mit ihrer asiatisch-orientalischen Anmutung hauptsächlich Zier-Gehölze (vor allem die blaue Atlas-Zeder, die aus Nordafrika stammt, und die Hängezeder) für Gärten, Parks und Bonsai-Züchtungen. Das Öl wurde früher zum Imprägnieren von Holz und Papier verwendet. Heute ist es ein wichtiger Rohstoff für Parfum und Wellnessprodukte.

Holz-Eigenschaften: Bei der Beschreibung von Zedernhölzern muss man vorsichtig sein, denn das meiste, was als Zedernholz angeboten wird, stammt nicht von der Zeder, sondern von anderen Baumarten. Die so genannte „spanische Zeder“ ist ein Laubbaum und gehört zu den Mahagoni-Gewächsen. Rot-Zeder (Red Cedar) ist eine Thuja, während die „Alaska Zeder“ eine Scheinzypresse ist. Auch die „Japanische Zeder“ (Sicheltanne) ist keine echte Zeder, sondern gehört zu den Zypressen-Gewächsen. Die Virginia-Zeder ist ein Wacholdergewächs. Echtes Zedernholz ist im Handel kaum erhältlich und duftet nicht so starkt wie die Zypressengewächse. Es hat eine rötliche Farbe, ist elegant gemasert, leicht zu bearbeiten und dauerhaft. In der Antike stand es  für Erhabenheit, Prestige, Würde und Stärke.

 

Weibliche Zapfen der Atlaszeder, Foto (C) Sid Mosdell / flikr

Weibliche Zapfen der Atlaszeder, Foto (C) Sid Mosdell / flikr

 

Elemente: Erde und Feuer

Naturheilkunde: Das Öl der Zedernnüsse hat starke Heilkräfte und einen maskulinen, aphrodisierenden Duft. Es wirkt wärmend, beruhigend und harmonisierend. Außerdem werden entgiftende, schleimlösende, harntreibende und antiseptische Wirkungen nachgesagt. Es ist  allgemein gut für die Haut und vertieft die Atmung. Die Ringe gegen Motten und die Schuheinlagen, die gegen Schweißfüße angeboten werden, sind oft nicht aus echtem Zedernholz. Neben ätherischen Ölen ist auch Räucherwerk erhältlich. Die Nüsse kann man direkt kauen, wenn man neue Impulse oder einen Energieschub benötigt.

Spirituelle Bedeutung: Laut keltischem Baumkreis sind Menschen, die im Zeichen der Zeder geboren sind, besonders ausdauerd und geduldig, anpassungsfähig und vorausschauend, selbstsicher und unabhängig, eigenwillig und visionär, optimistisch und lebensmutig . Sie sind tolerante Individualisten, erfolgreiche Strategen und wählerisch bei ihren Beziehungen. Wenn sie nicht ihre große Liebe finden, gehen sie lieber alleine durchs Leben. Die Zeder war bereits bei den Ägyptern geschätzt und wird häufig in der Bibel zitiert. In der sibirischen Taiga werden die Bäume besonders verehrt, denn sie gelten als Informanten für Lichtenergie und soziale Wesen, die den Menschen helfen, in ihre natürliche Ordnung zu finden. Sie ermutigen uns dazu, einfach wir selbst zu sein, wirken erdend und zentrierend. Man glaubt, dass sie eng mit der Welt der Gefühle und Sinne verbunden sind, die Erkenntnis fördern und der Weiterentwicklung dienen. Sie aktivieren die Selbstheilungskräfte, stärken den Draht zum Göttlichen und eignen sich auch für die Sterbebegleitung. Die klingenden Zedern Russlands sind durch die Bücher über die Eremitin „Anastasia, Tochter der Taiga“ bekannt geworden, allerdings ist die sibirische Zeder keine echte Zeder.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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