Man nennt ihn auch Hagedorn, Christapfel, Heckendorn, Mehlbaum, Mehldorn, Schlafdorn, Zaundorn oder Weißheckdorn. Der buschige Kernobstbaum blüht nicht nur prächtig, sondern liefert auch sehr gesunde Früchte, die viel zu selten genutzt werden.

Weißdorn-Früchte, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

Weißdorn-Früchte, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

 

Merkmale: Der kleine Baum oder Strauch wird bis 12 Meter hoch und gehört zu den Rosengewächsen. Man kann rund 200 Arten unterscheiden, wobei die Zuordnungen nicht immer ganz eindeutig sind, weil es häufig zu Kreuzungen kommt. Bei den Blüten gibt es eingriffelige und zweigriffelige Sorten. Der Griffel ist der vorstehende Teil in der Mitte der Blüte über dem Fruchtknoten, der am Ende die sogenannte Narbe trägt. Wenn die männlichen Pollen aus den Staubgefäßen auf die klebrige Narbe fallen, wird der weibliche Teil der Blüte befruchtet. Die beliebten Ziergehölze sind im Frühling mit weißen Doldenblüten übersät, aus denen sich zahlreiche Früchte entwickeln. Das glänzend rote Kernobst sieht wie kleine Äpfel aus und bleibt den ganzen Winter über am Baum – sofern die Vögel was übrig lassen. Charakteristisch sind die langen, spitzen Dornen an den stark verzweigten Ästen und das dichte Laub. Die hübsch gelappten Blätter haben eine dunklere Oberseite, sind relativ klein und steif. Mit einer Lebenserwartung von bis 500 Jahren zählen die Weißdorn-Gewächse zu den langlebigsten Gattungen.

Standorte: Mit seinem dichten Wuchs und der guten Schnittverträglichkeit ist das anspruchslose Gehölz bestens als Heckenpflanze geeignet. Man findet es in lichten Wäldern, in wildem und kultiviertem Gebüsch, neben Verkehrswegen, in Gärten und öffentlichen Parks. Es passt gut zu Wildrosen und Schlehdorn. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. 

Verwendung: Die Römer stellten aus dem Holz Schutz-Amulette her. Es ist außerdem für Werkzeug-Stiele, Schnitzereien, Drechslerwaren und Kunstobjekte geeignet. Zum Beispiel findet man Runen-Sets aus Ast-Scheiben im Handel. Die hübschen Gewächse sind nicht nur attraktiv, sondern auch ökologisch wichtige Gehölze für Insekten und Vögel. Früher wurden die Felder mit Weißdorn-Hecken geschützt, was gleichzeitig eine wirksame Schädlingsbekämpfung darstellte. Das undurchdringliche Gestüpp ist ein idealer Brutplatz für unsere gefiederten Freunde. Die Früchte sind zum Aufbessern von Geflügelfutter geeignet. Junge Bäume sind auch als Veredelungsunterlage für Quitten, Birnen und Mispeln gefragt.

Holz-Eigenschaften: Das Holz ist sehr hart und zäh, witterungsbeständig und schwer zu trocknen, da es leicht Risse bekommt und stark schwindet. Es besitzt eine glatte, aber glanzlose Oberfläche. Die Farbe ist durchwegs hell, ohne deutliche Trennung zwischen Kern und Splint. Durch Unregelmäßigkeiten sind dekorative Muster möglich. Die Stämme sind oft drehwüchsig und haben einen unregelmäßigen Faserverlauf. Weil die Bäume meist mehrere dünne Stämme besitzen, die sich stark verzweigen, sind nur geringe Dimensionen erhältlich.

Weißdorn nach der Blüte, Foto (C) Irmgard Brottrager

Weißdorn nach der Blüte, Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Elemente: Erde, Feuer

Naturheilkunde: Es werden die Blüten, Früchte und Blätter eingesetzt – getrocknet als Tee oder als Zutat zu verschiedenen Tee-Mischungen. Der Tee ist so mild, dass er sogar als Alltagsgetränk geeignet ist. Die mehligen, süß-säuerlichen Früchte kann man auch roh essen. Man sollte sie vorher zerstoßen und einweichen, damit sich der Geschmack besser entfaltet, wenn man sie für Tee, Kompott, Mus, Müsli oder Gelee verwendet. Die Blütenknospen schmecken gut im Salat. Früher wurde das Fruchtmehl gelegentlich als Mehlersatz gebraucht. Aus den gerösteten Kernen lässt sich ein Kaffee-Ersatz herstellen. Die Blätter erntet man am besten gleichzeitig mit den Blüten. Weißdorn hat als Heilmittel eine lange und weit verbreitete Tradition. Er ist sowohl eine TCM-Pflanze als auch ein Indianer-Heilmittel. Außerdem ist er als homöopathisches und spagyrisches Mittel erhältlich. Er fördert die Durchblutung, reguliert den Blutdruck und ist gut für das Herz. Weiters soll er beruhigend wirken, gegen Durchfall, Wassersucht und Schlaflosigkeit helfen. Auch wird er als Rekonvaleszenz- und Stärkungsmittel empfohlen. Weißdorn-Tee sollte eigentlich wie Kamillen- und Salbeitee in keinem Haushalt fehlen.

Spirituelle Bedeutung: Der Weißdorn besitzt zwei verschiedene Grundenergien. Einerseits hat er so viel Widerstandskraft, dass er einen Zaun ersetzen kann – denn das stachelige Ast-Gestrüpp ist undurchdringlich für größere Tiere. Andererseits ist er eine sehr freundliche und bezaubernde Pflanze, die anziehend wirkt, Lebensfreude vermittelt und positiv stimmt. Entsprechend vielseitig sind auch die mythologischen Zuschreibungen, die man im Internet findet:

Glück- und Schutzpflanze bei den Römern.

Abwehr von bösen Geistern mit Zweigen an der Haus- oder Stalltür.

Wiegen und Baby-Bettchen aus Weißdorn-Holz zum Schutz des Kindes.

Fruchtbarkeitssymbol und Hochzeitsschmuck.

Hort für Baumfeen und gute Elfen.

Symbol für Ausdauer, Langlebigkeit und Unsterblichkeit.

Starke Verbindung zu Wesen aus anderen Dimensionen.

Für Zauberstäbe geeignet und Zuordnung zur weißen Magie.

Dornröschen wurde von einer Weißdorn-Hecke umgeben und auch die Spindel, an der es sich stach, soll aus Weißdorn gewesen sein. Die Wikinger und Kelten glaubten, dass man durch einen Weißdorn-Stachel in einen verzauberten Schlaf geschickt werden kann. Weißdorn gehörte bei den Kelten zusammen mit Eiche und Esche zu den heiligen Feen-Bäumen. Es gab Verbindungen zu Göttern und Göttinnen, die für Heirat, Frauen, Blumen und Geburt zuständig waren (Hera, Flora, Cardea, Hymenaios).

Die Weißdorn-Essenz kann von negativen Gefühlen und Einstellungen befreien. Ihre liebevollen Energien helfen bei Liebeskummer, Nervosität, Anspannungen, Trauer und Seelenschmerzen. Sie machen kräftiger und widerstandsfähiger. Sogar eine aphrodisierende Wirkung wird nachgesagt. Wenn man Nutzpflanzen mit Weißdorn-Wasser besprüht, sollen sie stärker und robuster wachsen. Mit seiner festen und sicheren Ausstrahlung kann der Baum zum verlässlichen Begleiter, Herzöffner und aufbauenden Kraftbaum werden für pessimistische Menschen – und das auf eine sehr sanfte Art.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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