Elsbeeren sind so selten geworden, dass sie kaum noch jemand kennt. Der prächtige Solitärbaum liefert ein gesundes Kernobst und ein sehr wertvolles Möbel- und Instrumenten-Holz. Man nennt ihn auch Schöne Else, Ruhrbirne, Darmbeere, Adlitzbeere, Atlasbaum, Frauenbeeri, Wilder Sperber und Schweizer Birnbaum.

Elsbeere mit Früchten, Foto (C) muffinn / flickr

Elsbeere mit Früchten, Foto (C) muffinn / flickr

 

Merkmale: Der langsam wachsende Obstbaum wird bis 30 Meter hoch und 300 Jahre alt. Er ist mit der Eberesche bzw. Vogelbeere verwandt. Erst nach 20 bis 25 Jahren erscheinen die ersten, doldenartigen, weißen Blüten. Die rundlichen Früchte werden maximal 2 cm groß, sehen wie kleine Äpfel aus und haben eine rotbraune Farbe mit hellen Tupfen. Der Flach- und Tiefwurzler besitzt ein weit ausladenes Wurzelwerk und entwickelt eine breite Krone. Die gelappten Blätter erinnern an Ahorn und bekommen eine rostbraune Herbstfärbung, die über feuerrot zu gelb wechselt. Der Baum wächst nicht immer gerade, sondern ist oft drehwüchsig und kann bizarre Formen annehmen. Die Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Standorte: Die Elsbeere braucht Licht und Wärme und mag keine Staunässe. Im Wald kann sie sich meist nicht durchsetzen, weil sie bald von schneller wachsenden Bäumen beschattet wird. Man findet sie frei stehend in öffentlichen Parks, neben Verkehrswegen, in Hinterhöfen, auf Parkplätzen, im Grünland und am Waldrand. Junge Bäume benötigen Schutz vor Rehen, weil sie deren Blätter besonders lieben. Der „Schweizer Birnbaum“ ist nicht nur in der Schweiz anzutreffen, sondern verbreitet im Mittelmeergebiet sowie in milden Zonen von Mitteleuropa. Außerdem ist er in Nordafrika und im Nahen Osten vertreten. Das Elsbeer-Reich am Rande des Wienerwaldes ist eine Region im östlichen Mostviertel in Niederösterreich, die sich auf die Pflege und Erhaltung dieser Baumart spezialisiert hat. Viele Vögel, Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten nutzen und bewohnen die „Schöne Else“.

Verwendung: Esbeeren werden als Kulturgut, als Zier- und Nutzbäume oder aus ökologischen Gründen angebaut. Sie liefern ein wunderschönes Möbelholz mit samtiger Oberfläche und schlichter oder dekorativ geflammter Zeichnung. Gerade gewachsene Stämme erzielen sehr hohe Preise, die über denen von Kirsche und Nussbaum liegen. Früher wurden auch Maschinenteile wie Spindeln, Achsen und Räder hergestellt. Die Ernte der Früchte ist recht mühsam, weil sie nicht vom Baum fallen, sondern händisch gepfückt werden müssen, bevor sich die Vögel darauf stürzen. Die Elsbeeren sind erst voll ausgereift, wenn sie mehlig weich werden. Brantwein aus Elsbeeren ist sehr teuer und gilt als „König aller Obstbrände“. Die Rinde kann zum Färben von Textilien verwendet werden. Das Holz ist nicht nur für Luxus-Möbel, sondern auch für Holz-Lineale, Zollstöcke, Furniere, Drechslerwaren, Schnitzereien und Musikinstrumente begehrt.

Holz-Eigenschaften: Das rare Wildobst-Holz sieht ähnlich aus wie Birnbaumholz. Es hat einen relativ kleinen, rötlichen Kern und einen breiten, gelblich-hellen Splint. Bei der Weltausstellung im Jahr 1900 wurde es zum schönsten Holz der Welt gekürt. Das kostbare Edelholz ist sehr maßhaltig, hart und schwer. Es lässt sich gut polieren und ist auch unter der Bezeichung Seidenholz, Sorbe und Atlasholz im Handel.

Elsbeerenblätter im Herbst, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

Elsbeerenblätter im Herbst, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

 

Elemente: Feuer, Erde

Naturheilkunde: Die mehligen Früchte sind essbar und vitaminhaltig. Sie schmecken trocken, herb und säuerlich wie Hagebutten mit delikatem Mandel-Aroma. Die weißen Punkte sind ein Zeichen, dass sie vollreif sind. Man kann sie für Mus und Kompott oder getrocknet für Müsli verwenden. Sie gelten als Volksheilmittel gegen Bauchschmerzen und Durchfall. Der Tee soll bei Halsschmerzen und Mens-Beschwerden hilfreich sein.

Spirituelle Bedeutung: Die Bezeichnung „Elsbeere“ geht auf Martin Luther zurück, dessen Frau die Früchte besonders liebte. Daher gilt die Elsbeere auch als „Lutherin-Baum“. Sie war bereits den Römern bekannt. Bei den Kelten und auch bei den Germanen galt die „Else“ als Glücksbaum, der Unheil abwenden kann – so wie auch die anderen Bäume der Gattung „Sorbus“, die dem Gewittergott Donar geweiht waren. Sie wurde daher gerne am Rand von Kultstätten angepflanzt. Die Schöne Else ist ein sehr bodenständiger Solitär-Baum mit zentrierender Wirkung und warmer Ausstrahlung. Eine mächtige und stolze Erscheinung mit starker Anziehungskraft, die Platz und Zeit braucht, um sich zu entfalten. Sie wirkt gediegen und zufrieden, in sich ruhend, wie ein ruhiges Feuer, mit innerem Glühen, standhaft, harmonisierend und entspannend. Als Kraftbaum kann sie die inneren Energiequellen aktivieren und die Unabhängigkeit von anderen Menschen unterstützen. Sie fördert Eigenschaften wie Geduld, Selbstsicherheit, Gelassenheit, Konzentration und innere Stärke.

 

 


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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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