In Bayern und Österreich sagt man Marillen dazu. Barille und Malete sind weitere Bezeichnungen für die goldigen, süßen Früchtchen, die samt ihrem Kern verwertbar sind und als Antiaging-Mittel viel Gutes bewirken.

Aprikosenbäume, Foto (C) Steve Jurventson / flickr

Aprikosenbäume, Foto (C) Steve Jurventson / flickr

 

Merkmale: Das kleine Bäumchen besitzt einen relativ kurzen Stamm und eine buschige, oft ausladende Krone mit unnregelmäßigem Wuchs. Es wird 3 Bis 6 Meter hoch. Aus den duftenden,  strahlend weißen oder blassrosa Blüten, entwickeln sich orangegelbe, runde Früchte mit samtiger Haut und Längsfurche. Das Fruchtfleisch löst sich leicht vom Kern, der mandelförmig oder herzförmig geformt sein kann. Die ovalen Blätter sind vorne zugespitzt und haben einen gesägten Rand. Die glänzende Rinde hat eine rotbraune Farbe.

Standorte: Die Steinobst-Bäume stammen urprünglich aus China, Indien oder Armenien. Sie sind zwar pflegeleicht, stellen aber zahlreiche Ansprüche an den Standort. Sonnig und warm soll er sein, windgeschützt, mit wasserdurchlässigem Boden und ohne lange Frostperioden. Diese Voraussetzungen sind in milden Weinbaugebieten gegeben. Im Donauraum der niederösterreichischen Wachau werden die Früchte seit dem Spätmittelalter kultiviert. Sie vertragen trockene Hitze und brauchen nicht viel Wasser. Neben den Mittelmeerländern und der ungarischen Tiefebene sind auch Anbaugebiete in Südtirol und im schweizer Kanton Wallis bekannt. Wildaprikosen lassen sich leicht selber ziehen, indem man die Kerne im Kübel anbaut. Es gibt auch Sorten, die als Spalierobst geeignet sind, am besten vor einer südseitigen Hausmauer. Sofern man sich nicht für eine schlanke Säulenform entscheidet, sollte die Krone regelmäßig ausgelichtet werden – allerdings nicht im Winter.

Verwendung: Obwohl auch die Blüten äußerst dekorativ sind, werden Aprikosen vorwiegend als Obstbäume gepflanzt. Aus den Früchten lassen sich Säfte und Kernöl herstellen. Sie sind frisch und getrocknet erhältlich. Das Holz eignet sich für Kunsthandwerk, Spielzeug, Drechslerwaren, Einlegearbeiten und kleine Utensilien. Die Kerne der süßen Aprikosen werden für die Erzeugung von Persipan (ähnlich wie Marzipan) und Amaretto gebraucht.

Holz-Eigenschaften: Das Holz hat eine warme, goldbraune Farbe mit schmalem, gelblichem Splint. Es ist lebhaft gemasert, hart, fest und schwer. Die glatte Oberfläche lässt sich schön polieren. Leider steht es nur in geringen Mengen zur Verfügung und ist kaum nachgefragt.

Reife Aprikosen, Foto (C) Kathy Kimpel / flikr

Reife Aprikosen, Foto (C) Kathy Kimpel / flikr

 

Elemente: Luft und Feuer

Naturheilkunde: Marillen gehören zu den gesündesten Obstsorten überhaupt. Die Kerne der wilden Aprikosen enthalten wertvolle Bitterstoffe und werden im Reformhandel angeboten, um die Verdauung zu verbessern. Sie dürfen jedoch nur in geringer Anzahl gegessen werden und spielen bei der alternativen Krebs-Prävention eine Rolle. Da sie in größeren Mengen giftig sind, setzt man sie am besten homöopathisch ein. Aprikosen-Kernöl soll Hautschäden reparieren können und wird ähnlich verwendet wie Mandelöl – meist für Kosmetikprodukte. Es lässt sich leicht mit anderen Ölen mischen und ist auch ein gutes Salatöl. Für Aroma-Anwendungen sind ätherische Öle erhältlich. Leider wird die Frucht oft zu ungesunden Kuchen und Spirituosen verarbeitet, wobei wertvolle Nährstoffe und auch die basische Wirkung verloren gehen. 

Spirituelle Bedeutung: Die hübschen Bäumchen mit der malerischen Optik waren bei den Chinesen bereits 2000 bis 3000 Jahre v. Chr. bekannt. Sie gelten als Symbol für Jugendlichkeit, Fruchtbarkeit und weibliche Schönheit. Die sonnigen Früchte mit den rosigen Bäckchen erinnern an junge Mädchen, wirken stimmungsaufhellend, aphrodisierend und verjüngend. Das Astwerk ist tänzerisch geschwungen, so als würde es lebhaft gestikulieren. Der liebliche und zugleich kraftvolle Energiebaum kann Menschen, die sich niedergeschlagen, energiearm oder depressiv fühlen, sanft anstupsen und munter machen. Marillen sind DIE Kultfrucht in der Wachau. Jedes Jahr im Juli gibt es ein großes Marillenfest in Krems an der Donau. Das Hunza-Tal in Pakistan ist nicht nur für seine Aprikosenbäume berühmt, sondern auch für seine hohe Anzahl an Menschen, die über 100 Jahre alt werden.


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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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