Er hat eine lange Tradition als kunstvoll geschnittener Busch in prachtvollen Schlossgärten, aber auch bei Palmprozessionen und Osterdekorationen darf er nicht fehlen. Der Buchs oder Bux, wie man auch sagt, dient als Ersatz für echte Palmzweige.

Buchsbaum, Foto (C) Allie_Caulfield / flikr

Buchsbaum, Foto (C) Allie_Caulfield / flikr

 

Merkmale: Der immergrüne Strauch oder kleine Laubbaum treibt bereits im März aus. Die kleinen Blüten-Büschel sind wichtige Bienenweiden. Durch die starke Verzweigung und das dichte Laubwerk entsteht ein blickdichtes Gestrüpp, das sich in beliebige Formen schneiden lässt. An den kurzen, schräg nach oben stehenden Zweigen sprießen zahlreiche, kleine, steife, eiförmige, dunkelgrüne Blätter mit hellerer Unterseite. Die Samen werden von Ameisen verbreitet. Man unterscheidet zirka 60 Arten, darunter viele Zucht-Varianten mit besonderen dekorativen Eigenschaften. Die Bäume werden meist bis 9 Meter hoch, in den Subtropen bis 20 Meter. Sie wachsen sehr langsam und werden bis 500 Jahre alt.

Standorte: Die winterharten und robusten Gewächse sind ursprünglich Waldpflanzen und kommen aus ozeanischen Klimazonen. Sie mögen es sonnig bis halbschattig und stellen wenig Ansprüche an den Boden. Man sieht sie vor allem als Hecken und Schmuckpflanzen in Gärten, Parks, und sakralen Umfeldern, aber auch als Solitäre und im Kübel. Zwergsorten sind beliebte Gliederungselemente in Gärten, zum Beispiel für die Einfassung von Beeten. Für die Gartengestaltung muss man auf jeden Fall Geduld haben, denn der Buchs braucht sehr viel Zeit.

Verwendung: Das Holz ist für Kunsthandwerk und Drechslerwaren, Küchen-Utensilien, Messergriffe, Schachfiguren, Holzkämme und -knöpfe, Intarsien, Holzstiche, und Musikinstrumente geeignet. Die biegsamen Zweige lassen sich zu Kränzen winden, aber auch als Nikolaus-Ruten verwenden. Als Zierpflanze in öffentlichen und privaten Gärten kann sie durch kunstvolle Formschnitte in lebende Skulpturen verwandelt werden. Auch die Pflanzung als immergrüner Sichtschutz ist möglich.

Holz-Eigenschaften: Die schwerste einheimische Holzart ist sehr rar und steht nur in kleinen Dimensionen zur Verfügung. Die Struktur ist sehr gleichmäßig, durchwegs hell mit kaum erkennbarem Splint, dicht, extrem hart, feinporig und glatt. Feinste Details sind möglich. Die Jahresringe können leicht wellig sein. Besonders begehrt ist das Wurzelholz. Das Material ist sehr haltbar, jedoch nicht wetterfest. Es lässt sich auf Hochglanz polieren.

Buchsbaum, Foto (C) Irmgard Brottrager

Buchsbaum, Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Obwohl alle Teile leicht giftig sind, waren sie in der Antike wichtige Heilmittel. Weil die Dosierung problematisch ist, werden die Substanzen heute nur noch homöopathisch verwendet. Sie sollen gegen Rheuma, Altersleiden und Fiebererkrankungen wie Malaria wirken. Eine Überdosierung kann sogar tödlich enden.

Spirituelle Bedeutung: Buchsbaum gehört für Christen zum österlichen Palmstrauß oder „Palmbuschen“. Man sieht ihn auch oft vor Bildstöcken und am Friedhof. Er gilt als Sitz der Pflanzengeister, steht für Gesundheit und ewiges Leben. Die Pflanze hat allgemein viel kulturellen und spirituellen Background. So spielte sie eine wichtige Rolle in der antiken Gartenbaukunst. Viele Irrgärten, Schlossgärten, Villengärten und Bauerngärten werden auch heute noch aus Buchsbaum „gebaut“. Die getrockneten Blätter sind als Räucherware erhältlich, die jedoch nur als Akzent mit anderen Räucherstoffen verwendet werden sollte. Geweihte Buchsbaumzweige sollen vor Blitz- und Hagelschlag schützen. Man kann den Buchs auch links und rechts vom Eingang pflanzen, um das Haus zu schützen. Einem Aberglauben zufolge werden die Hexen abgelenkt, wenn sie einen Buchsbaum sehen, weil sie dann gezwungen sind, dessen unzählige Blätter zu zählen. Ein Schlag mit einer Buchsbaumrute soll die Lebensgeister wecken. Außerdem verwendet man den Buchs für Weihwasser-Wedel. Als Umfriedung von Gräbern soll er die verstorbenen Seelen am Herumgeistern hindern. Mit seiner unverwüstlichen, lebensfrohen Ausstrahlung ist er ein Sinnbild für Erneuerung, Zeitlosigkeit und Beständigkeit.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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