„Eichenlaub und Kranewitt, dös mag der Teufel nit!“ Der immergrüne „gemeine“ Wacholder, Weckhalter, Feuerbaum, Wachtelbeerstrauch, Krammetsbaum oder Weihrauchbaum ist ein wehrhafter Schutzbaum mit vielfältigen Heilwirkungen.

Wacholderbeeren, Foto (C) David J / flickr

Wacholderbeeren, Foto (C) David J / flickr

 

Merkmale: Der „Gemeine Wacholder“, wie er nachfolgend beschrieben wird, sieht ähnlich aus wie der verwandte Sadebaum (Stinkwacholder), der jedoch hoch giftig ist, aber keine stechenden Nadeln besitzt. Beide gehören zu den Zypressen-Gewächsen. Die meist kleinen Bäume oder säulenförmigen Sträucher besitzen einen uregelmäßigen Umriss, tiefe Wurzeln und werden bis 12 Meter hoch, in Ausnahmefällen bis 40 Meter. Es gibt auch kriechenden Zwergwacholder, der hauptsächlich im Gebirge wächst. Die immergrünen, steifen Nadelblätter haben spitze, stechende Enden und stehen qirlförmig von den Ästen ab. Aus den unscheinbaren gelbliche Blüten entwickeln sich dunkelblaue Beeren, die eigentlich Zapfen sind. Die Gehölze wachsen sehr langsam und werden bis 600 Jahre, manchmal sogar über 1000 Jahre alt.

Standorte: Wacholderpflanzen sind relativ anspruchslos und sehr frosthart (bis minus 40 Grad), bevorzugen aber eher trockene und sandige Böden und brauchen viel Sonne. Sie gedeihen wild in Auwäldern, auf freien Moorflächen, in Küstengebieten bis ins Hochgebirge. Außerdem werden sie gerne auf Friedhöfen, in Gärten und öffentlichen Parks gepflanzt.

Verwendung: Aus Wacholder werden Schnäpse und Sirup hergestellt. Man verwendet ihn auch zum Räuchern von Fleisch und Fisch. Das Holz ist für Schnitzereien, Stöcke und kleine Möbel geeignet.

Holz-Eigenschaften: Das wetterfeste, duftende, zähe und schwere „Kranichholz“, wie es auch heißt, ist sehr wertvoll, weil es nur in kleinen Dimensionen zur Verfügung steht. Es besitzt einen gelben Splint und rotbraunes Kernholz. Die feinen Jahresringe zeigen oft einen welligem Verlauf. Durch zahlreiche Äste, Kerben und andere Unregelmäßigkeiten entsteht eine dekorative Maserung.

Wacholderbaum, Foto (C) Alan Levine / flikr

Wacholderbaum, Foto (C) Alan Levine / flikr

 

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Die Liste der überlieferten Heilwirkungen ist sehr lang. Unter anderem soll der Wacholder bei Verdauungs- und Atemweg-Beschwerden, Infektionen, Kopfschmerzen, Gicht und Blasenleiden helfen. Neben den Beeren werden auch die Triebspitzen, Wurzeln und Nadeln verwendet. Man kann die Teile als Tee ansetzen, die Beeren auch direkt kauen. Eine zu häufige Einnahme kann jedoch zu Nierenschäden führen. Das Öl wirkt hautreizend und muss daher verdünnt werden. Die Wacholderdrossel soll zur Pestzeit gerufen haben: „Esst’s Kranewitt und Bibernell, dann sterbt ihr nit so schnell“! Die Beeren findet man auch im Gewürzregal, zum Beispiel für Sauerkraut und Wildgerichte. Das aromatisch duftende ätherische Öl wird als Badezusatz und für Heilsalben verwendet.

Spirituelle Bedeutung: Der Spruch „Vorm Holunder sollst du den Hut ziehen, vorm Wacholder niederknien“ weist auf das große Ansehen hin, das die Pflanze früher genoss. Wacholder bedeutet so viel wie kräftig und lebensfrisch. Als „Baum des Lebens“ steht er für ein ewiges Leben, Gesundheit, Wehrhaftigkeit und Fruchtbarkeit. In Österreich ist es Brauch, sich einen Wacholderzweig auf den Hut zu stecken, um vorzeitige Ermüdung zu verhindern. Die volkstümliche Bezeichnung „Weckhalter“ deutet darauf hin, dass der Wacholder als „Wach-halter“ angesehen wurde, der Menschen am Leben erhält oder nach dem Tod wieder ins Leben zurückführt. Außerdem soll er Krankheiten und negative Energien vom Leib halten, aufhellend, klärend, erdend und belebend wirken. Die Germanen verehrten ihn als heilige Pflanze mit gutmütigem Wesen. Wenn man Zweige über der Tür befestigt, muss man keine Angst mehr vor Hexen haben. Auch die Beeren werden gerne für Schutz-Rituale verwendet. Der Rauch soll keimtötend wirken und den Kontakt zu den Ahnen fördern. Das Räuchern mit Wacholder ist eine uralte Tradition. Dafür werden getrocknete Nadeln, Zweige, Beeren und Holzspäne verwendet.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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