Die Echte Zypresse oder Mittelmeer-Zypresse wird auch Friedhofszypresse und Lebensbaum genannt. Sie ist aus dem Landschaftsbild in der Toskana nicht wegzudenken und liefert ein sehr witterungsbeständiges Holz, das auch im Freien verwendet werden kann.

Zypressen auf einem italienischen Friedhof von CarloScarpa, Foto (C) seier+seier / flikr

Zypressen auf einem italienischen Friedhof von CarloScarpa, Foto (C) seier+seier / flikr

 

Merkmale: Säulen-Zypressen haben einen extrem schlanken Wuchs mit eng am Stamm anliegenden Ästen. Sie werden rund 900 Jahre alt und 12 bis 35 Meter hoch. Die immergrünen Koniferen besitzen keine herkömmlichen Blätter, sondern dunkelgrüne Schuppen auf den Zweigen. Aus den unscheinbaren, gelblichen Blüten entwickeln sich kleine, bucklinge Zapfenfrüchte, die gelblich oder grünlich gefärbt sind. Bei den Zypressen-Gewächsen handelt es sich um eine uralte Gattung, die bereits seit Millionen Jahren verbreitet ist. Die echte Thuja ist eine Unterart der Zypressen. Die „Thujen“-Hecken die man in Mitteleuropa sieht, bestehen oft aus Scheinzypressen. Sie kommen aus verschiedenen Klimazonen und unterscheiden sich vor allem am Geruch. Die Scheinzypressen riechen mehr zitronig als würzig und sind stärker verästelt. Zu den Zypressen-Gewächsen gehören außerdem die Mammutbäume, der Wacholder, die Weihrauchzedern und die Sumpfzypressen. Es gibt auch Arten, die kugelförmig wachsen.

Standorte: Die robusten und anpassungsfähigen Pionierbäume mögen viel Sonne und Wärme. Sie wachsen frei in der Landschaft, in öffentlichen Parks, in privaten Gärten, auf Friedhöfen und neben sakralen Bauwerken. Auch als Windschutz-Pflanzungen und als Alleebäume entlang von Straßen sind sie geeignet. Als Ziergehölze setzen sie vertikale Akzente, allein stehend oder in der Gruppe. Die genügsam Bäume entwickeln kräftige Flachwurzeln, vertragen Dürreperioden, aber keine Staunässe. Das Hauptverbreitungsgebiet ist Südeuropa. In Mitteleuropa sind sie nur beding frostfest und brauchen vor allen in jungen Jahren einen Frostschutz. Kleine Pflanzen gedeihen auch im Kübel. Da sie Beschneidungen gut vertragen, werden sie gerne in Hecken gezogen.

Verwendung: Das Holz wird verwendet für Schiffe, Statuen, Türen, Fenster, Truhen, Musikinstrumente, Saftpressen, Weinfässer, Holz-Badewannen, Bottiche, Werktische, Drechslerwaren, Kunsthandwerk, Brücken, Treppen, Terrassen und Balkone.

Schuppenblätter einer Zypresse, Foto (C) -Forest and Kim Starr / flikr

Schuppenblätter einer Zypresse, Foto (C) -Forest and Kim Starr / flikr

 

Holz-Eigenschaften: Das witterungsbeständige Holz ist für Außenanlagen geeignet und verträgt sogar Bodenkontakt. Es besitzt eine feine Struktur, ist relativ schwer und stabil, lässt sich gut bearbeiten und polieren. Die Jahresringe sind deutlich erkennbar. Im Querschnitt zeigt sich ein heller, gelblicher Splint und dunklerer Kern. Die Stämme können sehr astig, aber auch nahezu astfrei sein.

Elemente: Luft und Erde.

Naturheilkunde: Die ätherische Öle verbreiten einen markanten, sehr würzigen Duft, der die Konzentration fördert. Sie sollen auch die Entschlackung fördern und das Bindegewebe reinigen. Die Essenz wirkt desinfizierend, beruhigend, stärkend, harmonisierend und krampflösend.

Spirituelle Bedeutung: Laut keltischem Baumkreis gilt die Zypresse als „Baum der Ewigkeit“. Sie ist ein Symbol für Langlebigkeit, Beständigkeit, Zuversicht und Gelassenheit. Als Friedhofsbaum steht sie für Trauer, Andacht, Trost, Hoffnung und Auferstehung. Mit ihrer phallischen Säulenform bildet sie eine starke Verankerung zwischen Himmel und Erde (bzw. der Unterwelt). Sie scheint über dem Dingen zu stehen, wirkt sehr erhaben und zentriert, geradlinig und biegsam. Nichts kann sie aus der Ruhe bringen. Menschen, die im Zeichen der Zypresse geboren sind, sind freiheitsliebende Individualisten, anpassungsfähige Freidenker und unkonventionelle Optimisten. Lebenslustig und wissbegierig, tiefgründig und hervorragend zugleich. Sie streben nach Selbstverwirklichung, suchen intensive Erfahrungen und haben eine anziehende Ausstrahlung. Die Zypresse kann zum Kraftbaum werden für Menschen, die Ruhe, Halt, Kraft und Zentrierung suchen. Sie fördert das Querdenken, den Esprit, die Kreativität und die gute Laune. Hilft aber auch bei Wandlungsprozessen und beim Verarbeiten von Verlusten. Laut europäischem Fengshui sind die auffälligen Bäume, die wie Wegweiser in der Landschaft stehen, sowohl dem Winter/Norden als auch dem Sommer/Süden zuzuordnen, obwohl diese gegensätzlich ausgerichtet sind. Sie vereinen Erdung mit Klarheit und Schutz mit Unabhängigkeit.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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