Die Früchte vom Bockshörndl-Baum, Karob-Baum, Lederhülsenbaum, der Gleditschie oder dem Karuben-Baum werden zu Johannisbrotkernmehl und Carob-Pulver verarbeitet. Die Kerne wurden früher sogar mit Diamanten aufgewogen. 

Carob-Früchte, Foto (C) Emilian Robert Vicol / flickr

Carob-Früchte, Foto (C) Emilian Robert Vicol / flickr

 

Merkmale: Die Gleditschie ist eine Unterart der Johannisbrot-Gewächse. Die Früchte der Gleditschie sind etwas dünner, länger und breiter als beim echten „Bockshörndl“, deren Schoten fleischiger sind. Die Gleditschie hat außerdem eine schmälere Krone und Dornen am Stamm und an den Zweigen. Die bis zu 30 cm langen Stacheln haben zur Bezeichnung „Falscher Christusdorn“ geführt. Es gibt aber auch Arten ohne Dornen. Der Johannisbrotbaum erreicht bis 20 Meter, die Gleditschie bis 25 Meter Höhe. Die bis 15 cm langen, glänzenden Fiederblätter haben beim Johannisbrotbaum eine rötliche Unterseite und verdunsten kaum Wasser. Sie sind in Südeuropa immergrün, wechselständig angeordnet, leicht gewellt und ledrig hart – nicht zu verwechseln mit der Robinie, die auch Dornen und Hülsenfrüchte trägt. Gleditschien-Blätter sind unten hellgrün. Die kätzchenförmigen Blüten sind recht unscheinbar, wobei die männlichen Exemplare unangenehm riechen. Sie treiben in traubenartigen Büscheln aus und sitzen direkt auf den Ästen. Die braunen, hörnchen-förmigen Fruchtschoten können spiralig gedreht sein, werden bis 40 cm lang und bleiben im Winter lange am Baum. Man nennt die Karob-Früchte auch Karoben. Die steinharten Kerne sind zwar unterschiedlich groß, wiegen zusammen aber immer genau 200 Milligramm. Aus dieser Besonderheit entwickelte sich die Maßeinheit „Karat“ zum Wiegen von Gold und Diamanten.

Standorte: Johannisbrot-Gewächse brauchen viel Sonne und Wärme. Sie vertragen Hitze, Trockenheit und steinige Böden, aber keine Staunässe. Man findet sie vor allem im Mittelmeerraum. Sie können aber auch weiter nördlich in Weinbaugebieten, zum Beispiel im Kärntner Lavanttal und in der Südsteiermark gedeihen. Die Wurzelknöllchen der robusten Tiefwurzler wirken Boden verbessernd, indem sie in Symbiose mit Bakterien den Luft-Stickstoff binden. Aus alten Holz können wieder junge Bäume austreiben. Das widerstandsfähige Gehölz ist auch in Stadt- und Industriegebieten einsetzbar, als Parkbaum oder Straßenbaum sowie zur Erosionssicherung in Hanglagen. Auch die Aufzucht im Topf ist möglich, wenn man nährstoffarme Kakteen-Erde verwendet.

Verwendung: Carobbäume werden seit über 2.000 Jahren zur Frucht-Gewinnung kultiviert, aber selten in Plantagen angebaut, weil es genug wilde Bäume gibt. Das braune Carob-Pulver wird aus dem Fruchtmark gewonnen und dient als süßlich-malziger Kakao-Ersatz. Das kohlenhydratreiche, weiße Johannisbrotkernmehl ist geschmacksneutral. Es wird aus den Kernen gemahlen und dient wegen seiner hohen Quellfähigkeit als Binde- und Verdickungsmittel von Speisen. Die süßlich-aromatischen Früchte können auch frisch oder getrocknet verzehrt werden. Beim Anbau sind keine Pestizide erforderlich, daher sind Bio-Erzeugnisse möglich. Früher wurden aus den harten, schwarzen Kernen auch Perlenketten gefertigt. Die vielseitigen und dekorativen Bäume sind außerdem beliebte Schattenspender, liefern Tierfutter und eignen sich für ökologische Bepflanzungen. Das Holz kann unter anderem für die Herstellung von Holzkohle verwendet werden.

Johannisbrot-Bäume, Foto (C) CTO Zurich / flickr

Johannisbrot-Bäume, Foto (C) CTO Zurich / flickr

 

Holz-Eigenschaften: Das Holz ist sehr hart, formstabil und widerstandsfähig und kann auch im Freien eingesetzt werden. Man verwendet es zum Beispiel für Zäune, Wanderstöcke, Stiele und Kunsthandwerk. Im Querschnitt zeigt sich ein dunkler Kern und ein hellerer Splint. Durch den buschigen Wuchs des Baumes und die starke Astigkeit ergibt sich eine rustikale Zeichnung.

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Johannisbrot ist nicht nur als Lebensmittel, sondern auch für Kosmetik- und Heilmittel gefragt. Es soll unter anderem schleimlösend und antibakteriell wirken sowie bei Darmerkrankungen helfen. Eine besondere Spezialität ist der Kaftan-Honig oder Sirup, der aus den Scheidewänden der Carob-Früchte gewonnen wird.

Spirituelle Bedeutung: Die Essenz des Johannisbrotbaumes vermittelt Stabilität, Festigkeit, Sicherheit, Zufriedenheit, Freude und Gelassenheit. Sie kann Menschen helfen, im Hier+Jetzt zu leben und das Beste aus den Umständen herauszuholen. Der Baum hat eine sehr heitere Ausstrahlung und bringt Sonne in die Herzen. Auf Grund seiner unglaublichen Genügsamkeit wirkt er fast völlig unabhängig. Er braucht weder Wasser noch Nährstoffe noch Pflege, sondern nur viel Sonne. Er nimmt fast nichts und gibt umso mehr: Reichlich Nahrung für Menschen und Tiere, Schatten, Schutz und Holz – und dekorativ und fruchtbar ist er auch noch.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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