Der robuste Stadtbaum mit der auffallend scheckigen Rinde gehört zu den Baum-Riesen und liefert ein dekoratives Möbelholz. Die weit ausladende Krone bildet einen natürlichen Sonnenschirm. 

Alte Platane, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

Alte Platane, Foto (C) Roberto Verzo / flikr

 

Merkmale: Man unterscheidet 10 verschiedene Arten. Obwohl die Blätter mit dem Ahorn verwechselt werden können, ist der Baum eindeutig am fleckigen Stamm zu erkennen. Die Borke wird nämlich jährlich abgeworfen und löst sich dabei in großen Stücken ab, was zu dem charakteristischen Aussehen führt. Die relativ harten Blätter sind auf der Unterseite rau behaart, haben 3 Hauptnerven und sind ähnlich gelappt wie Spitzahorn, aber wechselständig angeordnet. Im Mai bilden sich gleichzeitig mit den Blättern kugelige, wuschelige Blüten, die mit wolligen Sternhaaren bedeckt sind. Die weiblichen Blüten sind rötlich, die männlichen gelbgrün. Daraus entwickeln sich zirka 3 cm große, rundliche Frucht-Bälle, die meist paarweise herabhängen. Eine Vielzahl von winzigen, kantig geformten Nüsschen steht kugelförmig zusammen und bildet den Fruchtstand. Diese Sammelfrüchte hängen an langen Stängeln und bleiben im Winter am Baum. Sie sind außen von einem borstigen Fasern-Kranz umgeben, der langsam zerfällt. Der tief reichende Herzwurzler mit der weit ausladenden, unregelmäßigen Krone wird bis 50 Meter hoch und bis 1000 Jahre alt. Er kann auch mehrstämmig wachsen und mit gebogenem Stamm gezogen werden. Am Stamm können sich verschiedene Baumpilze bilden, wie zum Beispiel Austernseitlinge, Ochsenzungen Lackporlinge und Riesenporlinge.

Standorte: Die Platane ist sehr widerstandsfähig gegen Umweltverschmutzung, reagiert aber empfindlich auf Salz und Chemikalien. Sie braucht unter und ober dem Erdreich viel Platz. Man sieht sie häufig als Stadt- und Alleebaum, in Parks, auf öffentlichen Plätzen und an Ufer-Promenaden. Sie lässt sich auch als Spalierbaum ziehen. Für kleine Privatgärten ist der Baum zu groß. Er ist aber gut schnittverträglich und kann in verschiedene Formen gebracht werden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein.

Verwendung: Die dekorativen Bäume werden meist nur als Schattenspender und Zierbäume angebaut und nicht forstwirtschaftlich genutzt, obwohl sie ein interessantes Holz liefern, das für Möbel, Innenausbauten, Furniere, Kunsthandwerk, Drechsler-Waren und Musikinstrumente geeignet ist. Daher enden sie meist als Brennholz. Wegen der leichten Formbarkeit der Äste ist sogar die Herstellung von gewachsenen Stühlen möglich – die eine gewisse Ähnlichkeit mit  den Bugholz-Stühlen von Thonet aufweisen.

Platanen-Fruchtstände, Foto (C) Olivier Bacquet / flikr

Platanen-Fruchtstände, Foto (C) Olivier Bacquet / flikr

 

Holz-Eigenschaften: Das mittelschwere und mittelharte Platanen-Holz ist nur in kleinen Mengen im Handel. Es ist zäh, fest und elastisch, aber nicht witterungsbeständig und schwer zu trocknen, weil es stark schwindet. Im trockenen Zustand ist es formstabil. Der rotbraune Kern ist von hellem Splint-Holz umgeben. Das zerstreut-porige Schnittholz besitzt markant in Erscheinung tretende Holzstrahlen, die für eine äußerst attraktive Optik sorgen. Auch die Jahresringe sind gut zu erkennen. Besonders gefragt sind Furniere aus Spiegelschnittflächen, die wie Leder aussehen und eine elegante Anmutung haben.

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Früher wurden die Blätter und die Rinde für Heilzwecke verwendet. Die ätherischen Öle der Platane sollen sich positiv auf die Haut auswirken. Die Rinde beinhaltet den Wirkstoff  Betulin, der für die moderne Pflanzenmedizin interessant ist. Mehr dazu unter diesem Link.

Spirituelle Bedeutung: Die Essenz der mächtigen Platane hilft bei Loslass-Prozessen und unterstützt neue Projekte. Sie fördert die Selbst-Vergebung, das Erkennen von Zusammenhängen und das Treffen von Entscheidungen. Den Überblick bewahren, Abstand gewinnen, neue Perspektiven finden und Verantwortung übernehmen, sind weitere Wesenszüge des beliebtes Dorf-Baumes, der bei den Griechen zu den heiligen Bäumen zählte. Zudem fördert er die Gelassenheit, wirkt entspanend und regenerierend.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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