Der chinesische Glücksbaum mit den unverwechselbaren Blättern ist eine der ältesten Pflanzen der Welt und hört auf poetische Namen wie Fächerblatt-Baum, Mädchenhaar-Baum, Tempelbaum, Elefantenohr-Baum, Entenfuß-Baum, Tausend-Taler-Baum, Goldfrucht-Baum, Großvater-Enkel-Baum und – nach einem berühmten Gedicht – auch Goethe-Baum.  

Gingkobaum, Foto (C) aotaro / flickr

Gingkobaum, Foto (C) aotaro / flickr

 

Merkmale: Gingko-Bäume gehören zu den Nackt-Samern, die genaugenommen keine Früchte haben, weil die Früchte zugleich die Samen sind. Die orangegelben, kugeligen Scheinfrüchte der weiblichen Bäume riechen unangenehm wie Stinkbomben, weshalb lieber männliche Bäume angepflanzt werden. Da sich die ersten Blüten erst nach 20 Jahren zeigen, birgt die Fortpflanzung über Samen ein gewisses Risiko, wenn man keine Geruchsbelästigung möchte. Denn vorher lassen sich Männlein von Weiblein nicht unterscheiden. Während die männlichen Bäume hauptsächlich zur Zierde angebaut werden, sind die Früchte der weiblichen Bäume durchaus nutzbringend, nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Rohstoff-Lieferanten für die Medizin. Die 2-lappigen Blätter sehen aus wie Schmetterlings-Flügel, haben einen welligen Rand und oft tiefe Einschnitte – und somit eine gewisse Ähnlichkeit mit Frauenhaarfarn, der allerdings viel kleiner ist. Im Spätherbst sorgen sie mit ihrer auffallend leuchtenden Gelb-Färbung für einen „goldenen Herbst“. Die genügsamen Tiefwurzler wachsen sehr langsam und waren bereits in der Jura-Zeit verbreitet, die vor zirka 200 Millionen Jahren begann. Sie werden über 1000 Jahre alt und je nach Sorte unterschiedlich hoch. Es gibt auch kleine Bäume für den Vorgarten mit kugeliger Krone, die nur bis 3 oder 4 Meter erreichen. Baumriesen in China werden bis über 40 Meter hoch. Sie wachsen zuerst aufrecht und gehen dann in die Breite. Die Vermehrung erfolgt am einfachsten über Stecklinge. Die Bäume können aber auch aus den Wurzeln und über tropfstein-artige Absenker-Sprosse austreiben.

Standorte: Gingkos sind besonders verbreitet in Ostasien. Sie kamen um 1730 wieder nach Europa, wo sie vor der Eiszeit bereits heimisch waren. Man sieht sie häufig entlang Straßen und in öffentlichen Parks. Junge Pflanzen vertragen keine pralle Sonne und benötigen einen Frostschutz, ältere sind vollständig winterhart. Die anspruchslosen Bäume sind sehr robust und unempfindlich. Sie sind resistent gegen Schädlinge, überstehen Klima-Schwankungen, Umwelt-Vergiftungen und -Katastrophen. Sind daher auch als Stadtbäume in urbanem Umfeld geeignet. Kleinwüchsige Sorten lassen sich auch im Kübel halten, bevorzugt bei Sonne oder Halbschatten.

Verwendung: Die Bäume werden nicht zur Holzgewinnung, sondern hauptsächlich als Zierbäume angebaut. Die Wirkstoffe werden für Arzneimittel verwendet. In China ist das Holz für Tische und Schreine, Schnitzereien, Kisten und Blindholz in Gebrauch.

Holz-Eigenschaften: Kern- und Splintholz sind ähnlich hell. Wegen des geringen Vorkommens und des verbreiteten Naturschutzes steht nur wenig Material zur Verfügung. Das gemaserte Holz hat eine feine Struktur mit sichtbaren Jahresringen, ist relativ weich, leicht und harzfrei.

Gingko-Blätter, Foto (C) waferboard / flickr

Gingko-Blätter, Foto (C) waferboard / flickr

 

Elemente: Luft

Naturheilkunde: Die berühmte Heilpflanze wird vor allem zur Förderung der Durchblutung und Verbesserung der Gehirnfunktionen eingesetzt. Sie ist auch als Tee erhältlich. Die gerösteten Samen sind essbar und eine asiatische Spezialität mit der Bezeichnung „Pa-Ke-Wo“. Gingko-Extrakte aus Blättern, Samen, Wurzeln und Rinden werden für Schönheitspflege- und Antiaging-Produkte verwendet. Die rohe Einnahme wird nicht empfohlen, weil nicht für jeden verträglich und bei Überdosierung schädlich. Natürlich sind Gingko-Produkte auch ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Spirituelle Bedeutung: Die zweiteiligen Blätter sind ein Symbol für Liebe und Freundschaft. Gingko-Bäume werden in China und Japan besonders verehrt und stehen oft neben Tempel-Anlagen. Sie haben eine Millionen Jahre alte Geschichte. Die heiligen Bäume, die sogar Wunder bewirken sollen, stehen für Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, Stärke, Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit. Sie vereinen Sanftheit und Robustheit, Yin und Yang, fördern das Zusammenspiel von Gefühl und Intellekt. Weil sie munter machen, die Stimmung aufhellen und neue Hoffnung wecken, können sie bei depressiven Verstimmungen beflügelnd wirken. Sie unterstützen ein glückliches Leben und geistige Fitness bis ins hohe Alter. Außerdem besitzen sie eine Affinität zu Gold und Geld. Die Blätter waren früher sogar als Zahlungsmittel in Gebrauch. Gingko-Bäume sind Weltenbäume, nicht nur uralt, sondern auch fast überall verbreitet.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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