Die außergewöhnlich mächtigen und kraftstrotzenden Eukalypten sind typisch für Australien. Leider werden sie auch als Plantagen-Holz missbraucht und bedrohen in öden Monokulturen die natürliche Artenvielfalt. 

Eukalyptus-Baumkronen, Foto (C) Scott Mattoon / flickr

Eukalyptus-Baumkronen, Foto (C) Scott Mattoon / flickr

 

Merkmale: Die immergrünen Eukalyptus-Bäume werden bis 400 Jahre alt und gehören zu den Myrtengewächsen. Man unterscheidet über 500 Arten in Australien, weltweit über 600 Arten. Der blaue Eukalyptus hat blaugrüne Blätter und heißt auch Blaugummibaum. Er ist mit 65% eine der häufigsten Arten in Australien. Die kräftigen, sichelförmigen Blätter, die bis 35 cm lang werden, zeigen einen deutlich sichtbaren Mittelnerv und punktförmige Öl-Drüsen. Junge Blätter sind eiförmig. Aus einer haubenförmigen Kapsel springen wuschelige weiße, gelbe oder rote Blüten heraus, deren lange Staubgefäße wie feine Pinsel aussehen. Die schnell wachsenden Bäume werden bis 60 Meter hoch, der Riesen-Eukalyptus sogar bis 100 Meter. Das buschige Gehölz, das nicht nur als Baum, sondern auch als Strauch anzutreffen ist, geht gerne in die Breite. Die dicken, wellenförmig gekrümmte Äste, zweigen meist knapp über dem Boden vom Stamm ab. Es gibt aber auch sehr hochstämmige Sorten. Die Borke kann mehrfarbig aussehen und ein malerisches Farbenspiel bieten, wenn sich die silbrige Rinde streifenförmig löst und die helleren inneren Schichten zum Vorschein kommen, die blaugrau, rotbraun, hellgrün und hellgelb sein können. Jährlich kommt eine neue Schicht Rinde nach. Bei manchen Arten bleibt die alte Rinde nur im unteren Bereicht stehen, während sie im oberen Bereich vollständig abschilfert. Aus dem Blüten bilden sich kegelförmige, harte, intensiv duftende Fruchtkapseln, die die Samen enthalten.

Standorte: Die natürliche Heimat der imposanten Baumriesen ist Australien, Indonesien und Tasmanien, wo sie in Wäldern und Sümpfen vorkommen. In Australien sind 70% aller Bäume Eukalypten. Winterharte Züchtungen lassen sich auch im Kübel anpflanzen. Die meisten Arten sind allerdings nicht winterhart. Sie stehen am liebsten in der prallen Sonne, aber Halbschatten wird auch vertragen. Die Tiefwurzler beanspruchen reichlich Platz und sollten nur mit Wurzel-Sperre angepflanzt werden, weil sie sonst die benachbarten Pflanzen schwächen. Der Wurzelballen darf nie austrocknen. Sie sind auch als Zimmerpflanzen möglich, wenn ein heller Platz vorhanden ist, werden aber bald zu groß. Die Bäume sind feuer-resistent und können Waldbrände nicht nur überstehen, sondern sich durch Feuer-Einwirkung sogar besser vermehren. Der Anbau in Südeuropa kann schädliche Folgen haben, weil der Boden ausgetrocknet wird. Heimische Arten werden verdrängt und die europäische Tierwelt ist nicht darauf eingestellt. Sehr problematisch ist auch der Anbau in Monokultur-Plantagen zur großflächigen Holzgewinnung, wie er zum Beispiel in Brasilien betrieben wird. Die Holz-Ernte ist bereits nach 4 bis 12 Jahren möglich.

Eukalyptus-Blüten, Foto (C) Sydney Oats / flickr

Eukalyptus-Blüten, Foto (C) Sydney Oats / flickr

 

Verwendung: Eukalypten werden in Europa als Zierbäume und aus medizinischen Gründen angebaut. Der Duft der Blätter hält Mücken und andere Schädlinge fern. Da die Wurzeln viel Wasser anziehen, ist der Baum zur Trockenlegung von Sumpfgebieten geeignet. Aus den Blättern wird Eukalyptusöl hergestellt. Die Blätter von bestimmten Arten sind außerdem die Leibspeise der Koala-Bären. Sie sind mit dieser Vorliebe so ziemlich die einzigen Tiere und fressen nichts anderes. Wenn das Tier ist, was es frisst, dann ist der Koala-Bär ein Eukalyptusbaum auf 4 Beinen. Das Holz eignet sich für Terrassen-Möbel, Musikinstrumente, Bau-Konstruktionen, Furniere, Zäune, Fenster, Küchen-Utensilien, Parkettböden, Papier und Kartonagen – wenn es nicht als Brennstoff verwendet wird.

Holz-Eigenschaften: Das harz-reiche und leicht dreh-wüchsige Holz hat eine hellgelbe bis rotbraune Farbe. Es ist sehr hart, witterungsbeständig, dauerhaft und unempfindlich gegen Schädlinge. Da es meist aus Plantagen-Anbau stammt, sollte man das kostengünstige Tropenholz möglichst meiden oder auf ein Umwelt-Zertifikat achten.

Eukalyptus-Rinde, Foto (C) Sydney Oats / flickr

Eukalyptus-Rinde, Foto (C) Sydney Oats / flickr

 

Elemente: Feuer

Naturheilkunde: „Eukalyptus mit Menthol …“ kennt man als Werbung für diverse Salben und Hustenbonbons zur Befreiung der Atemwege. Bei der Verwendung der ätherischen Öle ist Vorsicht geboten, weil sie für Kleinkinder nicht geeignet sind und auch giftig wirken können. Sie sind beliebt beim Sauna-Aufguss und in der Aromatherapie. Die aromatischen Blätter und Knospen werden für die Tee-Herstellung getrocknet. Der Baum heißt auch „Fieberbaum“, was darauf hindeutet, dass der sich bei fiebrigen Erkrankungen bewährt hat. Außerdem soll er ganz allgemein die Widerstandskraft stärken. Früher wurde Eukalyptus auch als Desinfektionsmittel verwendet.

Spirituelle Bedeutung: Die Formensprache der Äste wirkt tänzerisch und gestikulierend, sehr lebhaft und freigeistig, ein wenig wild und geradezu vergnügt. Der durchsetzungsstarke, widerstandsfähige, mächtige und platz-greifende Baum kann Menschen unterstützen, die zu schüchtern sind oder sich zu wenig behaupten. Die Essenz der Eukalypten fördert die Lernbereitschaft und klärt den Geist, wirkt entspannend und befreiend und ist somit angezeigt bei Burnout und Erschöpfungszuständen. Sie bringt stockende Energien in Fluss, fördert die Kommunikation und kann verschlossene Menschen lockerer machen. Wie man bei den Koala-Bären sieht, die in engster Symbiose mit dem Baum leben, hat das Gehölz auch eine gemütliche Seite. Die Beuteltiere schlafen die meiste Zeit, wenn sie nicht mit dem gründlichen Kauen der Blätter beschäftigt sind.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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