Da sich die schmackhaften und super-gesunden Früchte schlecht vermarkten lassen, sieht man die schönen Bäume nur selten. In China und Indien dienen sie traditionell als Futterbäume für die Maulbeerseiden-Produktion.

Maulbeeren, Foto (C) mauroguanandi / flickr

Maulbeeren, Foto (C) mauroguanandi / flickr

 

Merkmale: Es gibt hunderte verschiedene Arten, mit roten, schwarzen, violetten und creme-weißen Früchten. Aus den hellgrünen, kätzchen-förmigen Blütenständen entwickeln sich duftende, saftig-weiche Beeren, die wie große, längliche Brombeeren aussehen und von Juni bis August zu ernten sind. Die Blätter haben eine raue Oberfläche und können unterschiedlich geformt sein: herzförmig oder fingerförmig gelappt, mit gesägtem oder glattem Rand. Sie enthalten einen Milchsaft, ebenso wie die jungen Triebe. Der Baum wird bis 15 Meter hoch und bis 200 Jahre alt. An einem kurzen, oft drehwüchsigen Stamm sprießen buschige Äste, die eine unregelmäßige, dichte Krone bilden. Junge Bäume wachsen schnell. Im Alter nehmen sie eine knorrige Gestalt an und gehen in die Breite.

Standorte: Die buschigen Bäume stammen ursprünglich aus Asien und Nordamerika und sind heute auch im Mittelmeer-Gebiet und in Südeuropa verbreitet. Seit dem Mittelalter sind sie auch in Mitteleuropa bekannt und (viel zu selten!) als Sträucher oder kleine Bäume zu sehen. Die Bodenansprüche sind gering. Geschützte, sonnige und warme Lagen werden bevorzugt, aber auch Halbschatten wird toleriert. Frostschutz wird nur bei jungen Setzlingen angeraten, später sind sie ausreichend winterhart. Die weiße Maulbeere gedeiht auch in der Hecke, während die schwarze sollte besser einzeln stehen sollte. Manche Sorten lassen sich im Kübel ziehen, wenn sie regelmäßig zurück geschnitten werden. Zierformen sind auch in Parks anzutreffen.

Verwendung: Maulbeerbäume gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Die weißen Maulbeeren werden nicht wegen der  Früchten angebaut, sondern weil die Blätter als Nahrung dienen für die Seidenraupen des Maulbeerspinner-Schmetterlings. Der rote Fruchtsaft wird als natürlicher Farbstoff verwendet. Das schöne Holz ist für hochwertige Möbel, Kunsthandwerk, Musikinstrumente und Fässer geeignet. Aus den Bastfasern (Kozu-Fasern) wird Büttenpapier und Japanpapier hergestellt.

Holz-Eigenschaften: Das edle, dunkelbraune Hartholz besitzt eine seidige Oberfläche, ist sehr strapazierfähig und lässt sich schön polieren. Das gemaserte Wurzel-Holz ist für Intarsien-Arbeiten geeignet. Das Splintholz ist hell und schmal.

Maulbeerbaum, Foto (C) Roberto Verzo / flickr

Maulbeerbaum, Foto (C) Roberto Verzo / flickr

 

Elemente: Erde, Wasser

Naturheilkunde: Die protein-reichen Früchte gehören zu den sogenannten Superfoods. Sie schmecken wie Grapefruits, süß, herb und erfrischend. Frische Früchte sind in Supermärkten nicht erhältlich, weil sie nach der Ernte innerhalb von einem Tag verzehrt werden sollten. Wer frische Beeren genießen will, muss sie daher selber anbauen, denn sie sind zu weich und saftig für den Transport. Getrocknete Maulbeeren schmecken ähnlich wie Rosinen und können ähnlich verwendet oder zu Fruchtmehl vermahlen werden. Sie sind in Reform- und Bioläden erhältlich. Die Blätter sollen als Tee verabreicht gegen Blasen- und Harnwegs-Entzündungen wirken. Laut TCM werden entzündungshemmende und antibakterielle Wirkungen zugeschrieben. Die Früchte gelten allgemein als sehr gesundheitsfördernd und natürliches Anti-Aging-Mittel.

Spirituelle Bedeutung: Seidenstoffe durften früher nur von adeligen Familien erzeugt und getragen werden. Maulbeerbäume wurden im alten China als Bäume des Sonnenaufgangs und der Sonnen-Mutter verehrt. Bei den Griechen galten sie als Symbol der Klugheit. Die Bäume sind nicht nur nützlich, gesund und schön, sondern auch lauschige Schattenspender. Sie haben eine heitere, freundliche und bescheidene Ausstrahlung, fördern die Geselligkeit und sind bestens als Haus-Bäume geeignet.  Wer schlau ist, setzt auf ein eigenes Maulbeer-Bäumchen und zehrt den ganzen Sommer lang von seinen Super-Früchten.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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