Oh Tannenbaum … heißt es in vielen alten Liedern und Gedichten, die dem immergrünen Nadelbaum besondere Ehre erweisen. Vor allem um die Weihnachtszeit – aber als Symbol für (Wieder-) Geburt und Auferstehung passt er auch auf den Friedhof. 

Tannenzapfen, Foto (C) Steven Hille / flickr

Tannenzapfen, Foto (C) Steven Hille / flickr

 

Merkmale: Tannenbäume zählen zu den Kiefern-Gewächsen. Sie haben einen kegelförmigen Wuchs, wobei die Äste bereits in Bodennähe beginnen. Man unterscheidet zirka 50 Arten. Sie gehören zu den größten Gehölzen überhaupt und werden bis 60 Meter hoch, Riesentannen-Arten sogar bis 90 Meter. Manche Sorten werden bis 600 Jahre alt. Die erste Blüte erfolgt im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Die Zapfen stehen aufrecht auf den Ästen und blättern ihre Schuppen einzeln ab. Man findet daher keine ganzen Tannenzapfen auf dem Boden. Die Nadeln sind relativ weich und stechen nicht – im Gegensatz zur Fichte.

Standorte: Die meisten Arten sind relativ anspruchslos, bevorzugen nährstoffreiche Böden und sonnige Standorte, vertragen aber auch Schatten. Bei zu großer Hitze und Trockenheit können sie die Nadeln verlieren. Sie reagieren empfindlich auf Schadstoffe und sind daher ein guter Bio-Indikator für das Ausmaß der Luftverschmutzung und die Artenvielfalt. Man findet sie hauptsächlich in Mischwäldern, oft in Nachbarschaft mit Buchen. In Hanglagen und alpinen Regionen helfen die Tiefwurzler dabei, den Boden zu stabilisieren. Dekorative Korea-Tannen und andere exotische Sorten werden gerne als Zierbäume in Gärten gepflanzt. Und natürlich wachsen sie auch auf eingezäunten Christbaum-Plantagen. Allerdings stört der Anbau in Monokultur das Landschaftsbild und die natürlichen Lebensräume der Tierwelt – und ist daher nicht überall erlaubt.

Verwendung: Jungbäume sind beliebt als Christbäume, weil sie stabile Äste haben und die Nadeln lange halten. Das Holz dient als Bau- und Konstruktionsmaterial, auch unter Wasser. Man sieht es im Sauna-Sau, als Fußböden, Möbel, Werkstoff-Platten, Furniere, Fenster und Türen, Kisten, Zellstoff-Herstellung, Holzschindeln und Fassadenverkleidungen. Da das Holz geschmacksneutral ist, kann es auch für Lebensmittel-Gefäße verwendet werden, zum Beispiel für Bottiche.

Holz-Eigenschaften: Der Stamm hat einen geraden Wuchs und viele Äste. Das Holz sieht ähnlich aus wie bei der Fichte, enthält aber keine Harz-Kanäle. Es ist hell, relativ weich und leicht zu bearbeiten. Es bildet sich kein farbiger Kern aus bzw. das Kernholz ist ebenso hell wie das Splintholz. Beim Holzhandel wird zwischen Tannen und Fichten oft nicht unterschieden.

Tannennadeln, Foto (C) unbekannt270 / flickr

Tannennadeln, Foto (C) unbekannt270 / flickr

 

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Es werden vor allem die Nadeln und das Harz verwendet. Die hellgrünen jungen Triebe sind reich an Vitamin C und können im Mai gesammelt werden, um als Hausmittel gegen Husten zu wirken. Der teuer gehandelte Tannenhonig ist kein Blütenhonig, sondern besteht aus Tannensaft-Ausscheidungen, die an den Spitzen der Nadeln wie Tau austreten, von Blattläusen aufgenommen und wieder ausgeschieden werden. Diese Ausscheidungen – man nennt sie auch „Honigtau“ werden von Bienen wie Nektar gesammelt. Den ätherischen Ölen der Weißtanne werden eine Vielzahl von gesundheitsfördernden Wirkungen zugeschrieben. Sie werden gerne bei Sauna-Aufgüssen oder als wohlriechender Badezusatz verwendet. Man kann sie auch zur Reinigung der Raumluft einsetzen.

Spirituelle Bedeutung: Die alten Germanen verehrten die Tanne als Symbol für Fruchtbarkeit, Wachstum und ewiges Leben. Als Wappen-Baum vermittelt sie Dauerhaftigkeit und Treue – hergeleitet von den immergrünen Nadeln. Bei den Kelten stand der stattliche Baum für Größe, Stärke, Weisheit, Schönheit und Würde. Für die Christen ist er mit den Themen Geburt und Auferstehung verbunden. Laut keltischem Baum-Horoskop sind Menschen, die im Zeichen der Tanne geboren sind, tiefgründige, geheimnisvolle, kühle, reservierte, verschlossene und introvertierte Genossen. Sie wirken dominant und haben eine anziehende Ausstrahlung, lassen aber niemanden an sich heran. Dadurch, dass sie alles mit sich alleine ausmachen wollen, kann es passieren, dass sie egoistisch handeln und die Interessen der anderen vergessen. Damit sie aus sich herausgehen, muss man ihnen viel Sicherheit vermitteln. Rauhe Schale – weicher Kern, wie man so sagt. Im Inneren sind sie sehr sensible und warmherzige Wesen. Sie stehen am liebsten für sich alleine und haben ein unbestechliches Gespür für die wahren Absichten ihrer Mitwesen. Die Tanne als Kraftbaum kann Menschen helfen, denen es an Zentrierung und Erdung fehlt. Die harmonische Kegel-Form vermittelt Selbstschutz, Ruhe, Klarheit, Stabilität, Zielstrebigkeit und Aufrichtigkeit. Wer sich von lästigen Mitmenschen abschirmen möchte, kann einen Kegel aus Tannenästen um sich herum visualisieren, an denen alles abgleitet.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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