Der Götterbaum wird von so manchen Umweltschützern verteufelt, weil er in jeder Ritze keimt und allzu eifrig zum Himmel strebt. Ob das der Grund ist, warum die widerstandsfähige Bitteresche auch Himmelsbaum genannt wird? 

Götterbaum mit Früchten, Foto (C) Nicholas A. Tonelli / flickr

Götterbaum mit Früchten, Foto (C) Nicholas A. Tonelli / flickr

 

Merkmale: Der Pionierbaum aus der Familie der Bittereschen-Gewächse gehört zu den invasiven Baum-Arten, die sich unkontrolliert ausbreiten. Er kam im 18. Jahrhundert als Ziergehölz von Asien nach Europa, wächst sehr schnell und wird bis 100 Jahre alt, verliert jedoch mit zunehmendem Alter seine Standfestigkeit. Junge Bäume, die noch nicht blühen, sehen dem Essigbaum zum Verwechseln ähnlich. Auch die Gewöhnliche Esche und die Kaukasische Flügelnuss sehen ähnlich aus, wenn man nur die Blätter betrachtet. Die Krone ist unregelmäßig geformt, weil das Wachstum vom Hauptstamm auf die Seitenstämme übergeht. Der Ailanthusbaum, wie er auch heißt, wird bis 30 Meter hoch und erreicht beeindruckende Stamm-Durchmesser von über einem Meter. Auch die Äste werden relativ dick und sind mit langen Fiederblättern (40 bis 90 cm) versehen, die sich im Herbst nicht verfärben. Große Rispen-Büschel mit sternförmigen, gelbgrünen Einzelblüten erscheinen erst im Juli und ziehen mit ihrem kräftigen Duft (ähnlich wie Holunder) viele Bienen an. Die Früchte bestehen aus geflügelten Samen, die in großer Anzahl heranreifen und vom Wind verbreitet werden. Die prächtigen, rötlich braunen Frucht-Büschel gelten als eigentliche Zierde des Baumes. Die Vermehrung erfolgt auch durch Stockausschlag und bis zu 15 Meter lange Wurzel-Ausläufer. Die zuerst glatte Rinde bekommt im Laufe der Jahre ein rautenförmiges Muster.

Standorte: Götterbäume sind sehr weit verbreitet und auch als Stadtbäume geeignet, weil sie unempfindlich sind gegen Luftschadstoffe. Sie wachsen auf mageren, trockenen und steinigen Böden ebenso wie auf nährstoffreichen und tiefgründigen. Bebauungslücken und brach liegende Areale nach Rodungen und Bränden werden besonders gerne besiedelt. Allerdings wirken sie schwächend auf Edelkastanien und können auch andere einheimische Baum-Arten verdrängen. Im verbauten Gebiet sind Bauwerk-Schäden möglich, denn sie sprießen ähnlich wie Essigbäume auch aus Ritzen im Straßenbelag oder aus Fugen im Mauerwerk. Im Garten ist die Pflanzung nur mit Wurzelsperre zu empfehlen, sonst gibt es Ärger mit den Nachbarn. Die aggressiven Wurzeln gehen nicht nur in die Tiefe, sondern auch stark in die Breite. Sonnige und warme Standorte werden bevorzugt, aber auch Schattenplätze werden toleriert.

Verwendung: Das anspruchslose Gehölz ist als Futterbaum für Seidenspinner geeignet. Außerdem kann es als Schattenspender, Windschutz und Erosionsschutz dienen. Die üppige Blütenpracht ist besonders bei Honigbienen und Imkern begehrt.

Holz-Eigenschaften: Das dichte und dauerhafte Holz hat ähnlich gute Eigenschaften wie die Gewöhnliche Esche, wird jedoch hauptsächlich als Brennholz und für Kunsthandwerk genutzt.

Götterbaum, Foto (C) Roberto Verzo / flickr

Götterbaum, Foto (C) Roberto Verzo / flickr

 

Elemente: Feuer.

Naturheilkunde: Der Baum hat eine Bedeutung für TCM-Anwendungen bei verschiedenen Krankheiten. Sogar die Wirksamkeit gegen bestimmte Krebs-und Tumorarten wird kolportiert. Unter der Bezeichnung Ailanthus glandulosa findet man den Götterbaum auch als homöopathisches Mittel gegen Infektionskrankheiten, wobei das Laub und die Rinde verwendet werden.

Spirituelle Bedeutung: Der ungestüme und ziemlich rücksichtslose Baum hat einen ungeheuren Lebenswillen. Laut Europäischem Fengshui ist er der Wandlungsphase Westen/Herbst und dem Element Feuer zuzuordnen. Er gilt als Unkraut unter den Bäumen, aber da es sich um eine relativ kurzlebige Pionierpflanze handelt, die viel zu häufig bekämpft statt genutzt wird, liegt es wohl am Menschen, ihre Funktion als Wegbereiter zu erkennen und sinnvoll mit ihr umzugehen. Gerade in urbanem Umfeld kann ihr Erscheinen als Hinweis betrachtet werden, dass wir mehr Grünräume einplanen sollten, um der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen. Ansonsten verschafft sich der Götterbaum auch ohne Genehmigung Platz und boxt seinen Willen durch. Die Äste sind himmelwärts (zu den Göttern) gerichtet. Bei den jungen Trieben, im Blattwerk und bei den spiralförmig verdrehten Flügelfrüchten zeigen sich wirbelförmige und äußerst dynamische Energien. Der vorwärts stürmende Kämpfer-Typ ist nicht nur aggressiv und durchsetzungsstark, sondern auch hart im Nehmen, nimmt viel Platz ein und vermehrt sich ungehemmt. Er unterstützt Kraftplätze, die dem Element Feuer gewidmet sind und kann Menschen helfen, denen es an Feuer mangelt. Götterbaum-Essenzen findet am unter der Bezeichnung „Tree-of-Heaven“.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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