Der Spierling, Sporapfel oder Sperberbaum ist ein Wildobstbaum und hat Ähnlichkeiten mit der Eberesche. Er trägt apfelartige Früchte, die in Trauben herabhängen, und ist hierzulande so selten geworden, dass ihn kaum noch jemand kennt.

Speierling-Äpfel, Foto (C) Ettore Balocchi / flickr

Speierling-Äpfel, Foto (C) Ettore Balocchi / flickr

 

Merkmale: Da sich die Zweige mit den langen Fiederblättern von der Vogelbeere kaum unterscheiden, wird er in jungen Jahren oft nicht erkannt. Der langsam wachsende Baum wird über 100 Jahre alt, in Ausnahmefällen bis 400, und bis 35 Meter hoch. Er bekommt im Alter einen relativ dicken Stamm und eine unregelmäßig geformte Krone, die allgemein dichter ist als bei der Vogelbeere, mit der er verwandt ist. Die gelbgrünen, birnenförmigen Apfelfrüchte sind jedoch deutlich größer und haben rotbraune Sonnen-Backen. Der Baum vermehrt sich in der Natur nur schwer, denn er ist anfällig für Krankheiten und Wild-Verbiss. Die ersten Blüten erscheinen erst nach 10 Jahren.

Standorte: Der Speierling ist stärker verbreitet in Südeuropa als in Österreich, Deutschland und der Schweiz, wo er nur in den relativ warmen, sonnigen und trockenen Regionen gedeiht. Die Früchte waren bei den Römern ein wichtiges Lebensmittel. Sie brachten den Baum auf die Nordseite der Alpen. Er ist leider sehr anspruchsvoll und wenig durchsetzungsfähig gegenüber Sorten, die schneller wachsen und weniger Licht benötigen. Er sollte daher allein stehen oder frei gestellt werden, wenn man ihn lange halten möchte.

Verwendung: Die Früchte sind heute noch gefragt als als Zusatz bei Apfelwein, um den sogenannten Speierling-Apfelwein zu erzeugen, der als Spezialität gilt. Es gibt auch Schnäpse, Essig, Gelees und Marmeladen im Handel. Im Mittelalter wurde der Baum in den Klostergärten kultiviert. Aus dem Holz können Furniere, Werkzeuge, Billard-Stöcke, Musikinstrumente (Gitarren, Flöten, Pfeifen), Drechsler-Waren, Kunsthandwerk und edle Kleinmöbel gefertigt werden. Außerdem spezielle Geräte-Teile, wo es auf ein sehr hartes und feines Material ankommt, zum Beispiel Zahnräder und Gewinde.

Holz-Eigenschaften: Das schwerste einheimische Holz ist sehr dauerhaft und zäh, ähnlich wie Eiche, Buchsbaum oder Olive. Es ist gut zu bearbeiten, formbeständig, fein und elastisch. Daher sehr wertvoll und hochpreisig, denn es stehen nur geringe Mengen zur Verfügung. Im Querschnitt zeigen sich oft viele Unregelmäßigkeiten und ein starker Kontrast zwischen dunklem Kern und hellem Splint.

 

Speierling, Blätter und Büten, Foto (C) Vasile Cotovanu / flickr

Speierling, Blätter und Büten, Foto (C) Vasile Cotovanu / flickr

 

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Die aromatischen Früchte waren im Mittelalter mehr Heilmittel als gewöhnliche Lebensmittel und sollen bei Verdauungsbeschwerden sowie als Stärkungsmittel helfen. Sie schmecken unreif sehr bitter und sind nur überreif genießbar. Der Name „Speierling“ leitet sich wahrscheinlich von „Speien“ ab, weil man die rohen Früchte gerne wieder ausspuckt, solange sie nicht voll ausgereift sind. Die Bitterstoffe haben konservierende Eigenschaften. In der Gemmo-Therapie (Heilen mit Knospen und Wurzelspitzen) wird der Spierling bei Tinnitus und Schwerhörigkeit empfohlen.

Spirituelle Bedeutung: Der Baum wirkt wie aus einer anderen Zeit, wo alles noch viel langsamer erfolgen durfte. Er hat einen sehr bedächtigen Charakter und setzt auf seine inneren Werte, statt sich äußerlich hervor zu tun. Man könnte ihn auch als „heimlichen Genießer“ bezeichnen, der hohe Ansprüche erfüllt, diese aber auch selber stellt. Der stämmige Habitus mit den dicken Wurzeln ist laut Europäischem Fengshui der Wandlungsphase Winter/Norden zuzuordnen. Die Früchte können nicht nur Apfelwein klären, sondern auch den Kopf aufräumen. Sie haben eine sehr konzentrierte Energie und auch das Holz ist äußerst dicht und härter als jedes andere. Zu den Superlativen zählt außerdem die Langlebigkeit, denn welcher Apfelbaum wird mehrere hundert Jahre alt? Kein Wunder, dass Sporapfel-Produkte als Lebenselixiere angepriesen werden. Durch das langsame Wachstum in den besten Sonnenlagen wird enorm viel Lebensenergie gespeichert, von der wir auch profitieren können, wenn wir uns mental mit dem Baum verbinden. Um die noch lebenden Bäume zu schonen, lassen sich die feinstofflichen Energien mit Essenzen übertragen.

Eine Appell an alle, die einen geeigneten Standort besitzen: Setzt Speierling-Bäume, damit diese vom Aussterben bedrohte Baumart wieder stärker verbreitet wird! Sie sind auch wirtschaftlich nicht uninteressant. Für das Holz werden Höchstpreise bezahlt und große Bäume können jährlich bis zu 2.000 Früchte tragen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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