„Die Fichte sticht, die Tanne nicht“ gilt als hilfreiches Sprichwort zum Unterscheiden der beiden äußerlich recht ähnlichen Nadelbäume, die zu Weihnachten eine Hauptrolle spielen. Doch dies ist nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal. 

Fichtenblüten und Triebe, Foto (C) Luke Jones / flickr

Fichtenblüten und Triebe, Foto (C) Luke Jones / flickr

 

Merkmale: Die gewöhnliche Fichte gehört zu den Kieferngewächsen und wird auch als Rottanne oder Rotfichte bezeichnet. Es werden zirka 35 Arten unterschieden. Von einem zentralen Stamm gehen weit ausladende Äste aus, die etagenförmig angeordnet und mit immergrünen Nadeln versehen sind. Die Flachwurzler mit dem kegelförmigen Umriss können zu mächtigen Riesen bis 60 Meter Höhe und einem Stammdurchmesser bis 2 Meter heranwachsen. Die grünen Nadeln, die sich alle 6 bis 13 Jahre erneuern, sitzen nicht direkt an den Zweigen, sondern auf kurzen Holzstielen. Dieses Detail unterscheidet sie von den Tannennadeln, die direkt aus dem Zweig herauswachsen. Die Zweige sind außerdem nicht glatt, sondern in Längsrichtung gefurcht. Tannenzweige hingegen sind nahezu glatt. Die spitzen Nadeln haben einen quadratischen Querschnitt, sind spiralig aufgereiht und zeigen in alle Richtungen. Tannennadeln sind flacher, haben eine hellere Unterseite, weiche Enden und sind gescheitelt angeordnet. Die länglichen Zapfen fallen als Ganzes ab und hängen nach der Befruchtung nach unten, während sie bei Tannen nach oben stehen. Fichtenbäume wachsen schnell, können aber trotzdem sehr alt werden. Ein Baum in Schweden soll angeblich 9550 Jahre alt sein und wäre somit der älteste Baum überhaupt. Für gewöhnlich wird ein Alter von bis zu 600 Jahren erreicht. Auf die zapfenartigen, aufrecht stehenden roten Blüten muss man lange warten. Erst nach 20 bis 40 Jahren erscheinen sie zum ersten Mal.

Standorte: Fichten werden intensiv forstwirtschaftlich genutzt und leider auch oft in Monokultur angebaut, wodurch die Wälder aus dem Gleichgewicht geraten und Schädlinge sich breit machen. Sie sind relativ anspruchslos, nur dauerhafte Staunässe wird nicht vertragen. Auch zu heißes und trockenes Klima wird nicht gerne toleriert. Kühle, feuchte und schattige Plätze sind besser geeignet als sonnige. Sie sind sehr winterhart und gedeihen daher auch in kalten Zonen, wo Laubbäume nicht mehr wachsen. In Mischwäldern sind sie die häufigst vorkommenden Bäume, noch vor den Rotbuchen. Man sieht sie auch oft in Gärten, aber wegen der starken Schattenbildung sind sie auf kleinen Grundstücken nicht zu empfehlen.

Verwendung: Das Holz ist vielseitig verwendbar für Furniere, Holzwerkstoffplatten, Vollholz-Möbel, Musikinstrumente, Bodenbeläge, Sauna-Bauteile, Fenster und Türen, Treppen, Blockhäuser und andere tragende Baukonstruktionen, Holzwolle, Kisten, als Brennstoff und für die Zellstoffindustrie.

Holz-Eigenschaften: Fichtenholz ist hell und relativ weich, aber mechanisch stabil. Typisch ist die lebhaft-rustikale Maserung mit zahlreichen dunklen Ast-Stellen. Astfreies Holz hat einen höheren Preis.

Fichten, Foto (C) Horia Varlan / flickr

Fichten, Foto (C) Horia Varlan / flickr

 

Elemente: Erde

Naturheilkunde: Für Heilzwecke werden vor allem die Nadeln und Harze verwendet. Die hellgrünen, jungen Fichten-Triebe im Frühjahr sind reich an Vitamin C und geben zusammen mit Honig ein beliebtes Hustenmittel ab. Der Duft der Nadeln findet auch in der Aromatherapie Anwendung, z. B. als Dampfbad bei Nebenhöhlen-Entzündungen oder als Aufguss in der Sauna.

Spirituelle Bedeutung: Fichtenbäume sollen bei den Römern ein Symbol der Hoffnung gewesen sein, weil sie so kräftig wirken und schnell wachsen. Auch heute noch werden bei Begräbnissen gerne Fichtenzweige eingesetzt. Im traditionellen Brauchtum haben sie eine große Bedeutung als Maibäume und Christbäume. Die Germanen verehrten sie als Schutzbaum, Lebensbaum und Mutterbaum. Die Essenz der Fichte weist uns den richtigen Weg, wenn wir uns verirrt haben. Sie soll Klarheit bei Verstrickungen bringen und von Abhängigkeiten befreien. Durch die Pyramiden-Form ensteht eine starke Antenne für Lebensenergie. Besonders für zarte Menschen, die wenig Erdung besitzen, kann eine mächtige Fichte zum persönlichen Kraftbaum werden.

Fichtenzapfen, Foto (C) Irmgard Brottrager

Fichtenzapfen, Foto (C) Irmgard Brottrager

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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