Pilze wie Shiitake, Champignons, Stockschwämmchen, Braunkappen, Rosa Seitlinge und Austernseitlinge sind nicht nur gesund, sondern faszinierende Gewächse, die totes Holz und andere natürliche Abfälle zersetzen, um sie in delikate Lebensmittel zu verwandeln. 

Zum Trocknen ausgelegte Shiitake-Pilze, Foto (C) Jennifer Murawski / flickr

Zum Trocknen ausgelegte Shiitake-Pilze, Foto (C) Jennifer Murawski / flickr

*

Sie wachsen auf Holzstämmen, Stroh, Pferdemist und verschiedenen Substrat-Mischungen, die man fertig kaufen oder selber herstellen kann. Man kann sie im Garten züchten, am Balkon, im Keller, aber auch im Badezimmer. Hauptsache, das Plätzchen ist schattig, feucht und nicht zu kalt. Manche Sorten benötigen eine Verbindung zur Erde, andere gedeihen auch auf mobilem Untergrund. Wer nur einen Balkon hat oder auf die Innenräume beschränkt ist, sollte sich für die ersten Versuche eine Shiitake-Pilz-Brut zulegen, denn diese ist universell einsetzbar. Fertigkulturen sind so weit vorgezüchtet, dass man sie nur noch aufstellen und feucht halten muss, bis sich nach wenigen Tagen die ersten Sprösslinge zeigen. Nach der ersten Erntewelle hält man eine Pause von 3-4 Wochen ein, in der der Substrat-Block ein wenig austrocknen darf. Danach legt man den Block für 24 Stunden unter Wasser und achtet wieder auf konstante Feuchtigkeit mittels Wasser-Sprühflasche oder Gießkannen-Brause. Dann erntet man den zweiten Schub und wiederholt diesen Vorgang so lange, bis das Substrat vollständig aufgezehrt ist.

3 Tage alte Shiitake-Pilze auf Substrat, Foto (C) Irmgard Brottrager

3 Tage alte Shiitake-Pilze auf Substrat, Foto (C) Irmgard Brottrager

*

Impfdübel- und Körnerbrut-Methode

Wer mehr Geduld aufbringt, kann die Pilz-Brut auch als Dübel- oder Körner-Brut erwerben. Die Holz-Dübel bzw. Getreide-Körner benötigt man, um das Substrat (die Holzstämme oder das Stroh) damit zu „impfen“. Bei der Impfdübel-Methode werden Löcher in ca. 1 Meter lange und 8-15 cm dicke Baumstämme gebohrt, die etwas abgelegen, aber weder ausgetrocknet noch von Schimmel- oder anderen Pilzen befallen sein sollen. Wenn man schnelle Ergebnisse sehen möchte, nimmt man weiches Laubholz. Ansonsten ist hartes Laubholz besser geeignet. Mit 6-12 Monaten muss man auf jeden Fall rechnen. Ja, es kann bis zu zwei Jahre lang dauern, bis die Brut den Stamm durchwachsen hat und die ersten Pilze sich zeigen. Nachdem die Stämme entweder mit den Dübeln geimpft worden sind oder die Körnerbrut in tiefe Sägeschnitt-Kerben eingefüllt worden ist, stapelt man sie auf einem schattigen Platz, schichtet eventuell Stroh dazwischen und deckt das Ganze mit einer Folie ab. Die Kerben müssen vorher mit einem Klebeband verschlossen werden, damit die Körnerbrut nicht herausfällt. Auf Strohballen geht es etwas schneller. Hier darf man sich bereits nach 2-3 Monaten erste Ergebnisse erhoffen. Dazu wird ein Strohballen 48 Stunden lang unter Wasser getaucht. Dann werden Löcher gebohrt und die Pilzbrut eingefüllt. Für die Lagerung gelten dieselben Bedingungen wie für Holzstämme und Substrat-Mischungen.

Reife Shiitake-Pilze, Foto (C) Joeri Cornille / flickr

Reife Shiitake-Pilze, Foto (C) Joeri Cornille / flickr

*

Zutaten für Substrat-Mischungen

Nicht jeder Pilz wächst auf jedem Untergrund, daher muss man sich vorher informieren, was die gewünschte Sorte benötigt. Ein Grundrezept, auf dem z.B. auch Shiitake wachsen, besteht aus 4 Liter Buchenspänen, 1 Liter Getreide, 0,1 Liter Kalk und 2 Liter Wasser. Champignons bevorzugen Pferde- und Hühnermist. Grundsätzlich eignen sich verschiedene Holz- und Getreide-Abfälle als Zutaten: Sägemehl und Sägespäne, zerkleinertes Stroh, brauner Karton, Laub, Heu, Zapfen, klein gehäckselte Zweige, Rindenmulch, Holzwolle, Maiskolben, Sonnenblumen-Schalen und Ähnliches. In geringer Menge kann man auch Samen und Körner dazu geben. Die Substrat-Kombination wie einen Kuchen in einem Eimer vermischen, gut durchnässen und ziehen lassen, bis die Masse durchgehend feucht aber nicht tropfnass ist. Damit das Ganze nicht zu schimmeln anfängt muss die Beimpfung mit Pilz-Myzel (Pilz-Brut, Pilz-Saat) unter sterilen Bedingungen erfolgen. Wegen dieser Schwierigkeit ist der Anbau auf Substraten eher der gewerblichen Pilzzucht vorbehalten. Man findet aber auch Anleitungen für Hobby-Experimente im Internet. Wenn man mal einen Pilz zu Hause hat, kann man das netzartige weiße Pilz-Gewebe weiter auf geeignete Untergründe übertragen und den Pilz auf diese Weise fortpflanzen. Eine Beschreibung zur Herstellung einer Körner-Pilzbrut auf Basis von Weizen- oder Roggen-Körnern gibt es zum Beispiel hier.

Shiitake nach 5 Tagen, Foto (C) Irmgard Brottrager

Shiitake nach 5 Tagen, Foto (C) Irmgard Brottrager

*

*

Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

Link zur Homepage: http://irmgardbrottrager.npage.at/

*

Buch “Europäisches Fengshui”:

Druck-Version

E-Book-Version

Buch “Planen und Bauen in Zeiten des Wandels”:

E-Book-Version

Buch “BODY FENG SHUI”, Band 1+2:

E-Book-Version, Band 1 

E-Book-Version, Band 2 

Druck-Ausgabe Band 1

Druck-Ausgabe Band 2

Buch “Happy Aging mit westlichem Fengshui”:

E-Book-Version

*

Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil:

http://www.feng-shui-katalog.de/berater/irmgard-brottrager-ganzheitlich-denkende-architektin-europaeisches-fengshui.html

Advertisements