Dass unbeschichtete Holz-Fassaden nicht immer wie neu aussehen, liegt in der Natur des Materials. Naturholz nimmt im Laufe der Jahre eine graue bis grauschwarze Patina an, die nicht jedem gefällt. Wenn man sich für naturbelassenes Holz entscheidet, sollte man die Verwitterung in das Gestaltungskonzept miteinkalkulieren. Wie kann die Oberfläche trotz langjähriger Bewitterung attraktiv bleiben? Was ist bei der Planung zu beachten?

Holzfassade mit feiner Lattenstruktur, Foto (C) Irmgard Brottrager

Holzfassade mit feiner Lattenstruktur, Foto (C) Irmgard Brottrager

verwitternde Holzfassade an einem Zubau, Foto (C) Irmgard Brottrager

verwitternde Holzfassade an einem Zubau, Foto (C) Irmgard Brottrager

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Struktur und Plastizität

Besonders wichtig ist die Strukturierung der Verkleidung, denn diese sorgt für Gliederung und Plastizität. Die ursprüngliche Maserung des Holzes wird im Laufe der Zeit stärker, auch die Fugen und Leisten heben sich auffälliger ab. Um ein sauber gestaltetes Bild zu erhalten, sollte man sich keine Schlampereien bei der Fugen-Anordnung leisten, sondern die Gliederung exakt planen. Weiters ist zu bedenken, dass sich das Holz im Bereich von Vor- und Rücksprüngen weniger stark verfärbt. Um ungewollte Farbunterschiede zu vermeiden, ist darauf zu achten, dass Flächen, die die gleiche Tönung haben sollen, gleichmäßig bewittert werden. Die Tür- und Fenster-Laibungen treten meist heller in Erscheinung, ebenso der Bereich unter Dachvorsprüngen oder Balkonen.

Holzfasse mit überdachtem Bereich, Foto (C) Irmgard Brottrager

Holzfassade mit überdachtem Bereich, Foto (C) Irmgard Brottrager

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Die Erneuerung von alten Anstrichen zahlt sich kaum aus

Gegen chemische Holzschutz-Maßnahmen sprechen nicht nur Umweltschutz-Gründe, sondern auch wirtschaftliche. Denn die Erneuerung von Lacken, Lasuren und Anstrichen ist oft so kostenintensiv, dass man gleich die ganze Fassade austauschen kann. Für ein optimales Resultat muss der Maler die alte Farbe zuerst entfernen (durch Schleifen oder Abbeizen) und die neue Beschichtung mehrmals auftragen. Durch die einseitige Behandlung – auf der Rückseite kommt man ja nicht mehr dazu – kann sich das Holz verziehen. Außerdem können Astlöcher, Risse und Spalten optisch noch auffälliger in Erscheinung treten.

Holzschindel-Fassade, Foto (C) Irmgard Brottrager

Holzschindel-Fassade, Foto (C) Irmgard Brottrager

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Vorpatinierte Verkleidungen

Es spricht also einiges dafür, konsequent zu sein, wenn man sich für eine Holzfassade entscheidet, und keinen künstlichen Holzschutz zu verwenden, sondern auf die natürliche Patina zu setzen.  Wenn man konstruktiv dafür sorgt, dass das Holz nach dem Regen austrocknen kann, ist keine Beschichtung erforderlich. Es gibt auch Fassaden-Bretter am Markt, die bereits vorgewittert sind und daher etwas edler aussehen. Man muss hier nicht warten, bis das Holz langsam fleckig wird, sondern sieht sofort das Endergebnis. Um den Farb-Kontrast zu betonen oder Akzente zu setzen, kann man ergrautes Holz mit beschichtetem Holz kombinieren. Ein guter Kompromiss ist eine Behandlung mit Farbtönen, die ins Graue oder Schwarze gehen, denn hier fällt es weniger auf, wenn die Beschichtung sich verabschiedet. Selbstverständlich sollte man nur Naturprodukte verwenden oder eine thermische Behandlung in Betracht ziehen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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