In keinem anderen Raum ist Entspannung wichtiger als im Schlafzimmer. Die Funktion Schlafen lässt sich gut mit anderen Funktionen kombinieren, die ebenfalls dem Rückzug dienen. Manchmal sieht man daher auch Badewannen in der Relax-Zone. Auch Ruhe-Sessel, Schaukelstühle und Sofa-Liegen passen dazu.

Ob man im Bett auch Lesen, Musik hören, Fernsehen, Frühstücken oder Yoga betreiben möchte, ist Geschmacksache. Manche mögen es am liebsten völlig pur mit einem Bett und sonst nichts. Andere haben auch ihre Kleider, ihr Home-Office und ihre Haustiere in Bettnähe. Ja, und auch ein Sonnenplatz auf der Terrasse ist eine Option. Auf jeden Fall möchte man seine Ruhe haben und vor Einblicken geschützt sein. Nachfolgend 15 hilfreiche Tipps, worauf man achten sollte, damit das Abschalten möglichst schnell und störungsfrei gelingt.

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Schlafzimmer mit leicht schrägem Betthaupt, Gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

Schlafzimmer mit leicht schrägem Betthaupt, Gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

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1) Das Bett sollte sich in psychologisch sicherer Position befinden, mit dem Rücken an eine Wand gestellt, alle Tür- und Fensteröffnungen im Blickfeld. Durchgangs-Situationen, bei denen das Bett im Weg steht, sind zu vermeiden.

2) Doppel-Betten sind oft sehr sperrig und finden kaum Platz in knapp geschnittenen Zimmern. Auch bei beengten Verhältnissen, sollte man den Bewegungsraum so flüssig wie möglich gestalten. Manchmal hilft es, wenn man das Bett ein wenig schräg aufstellt.

3) Auch wenn man nachts die Augen zu hat, ist man besonders empfänglich für optische Eindrücke – schließlich gibt es keine Ablenkungen. Ideal ist daher ein Ausblick ins Grüne, auf eine Bilderwand oder auf ein Bord mit persönlichen Gegenständen.

4) Der Raum sollte Ruhe ausstrahlen. Dynamische, aufregende und bunte Elemente wirken zu animierend und erschweren die Entspannung. Das bedeutet nicht, dass man keine Farben verwenden darf. Erdtöne, Gelb, Grün, Blau und Violett wirken nicht aufdringlich. Weiß lässt den Raum größer und weiter erscheinen. Dunkle Farben können gruselige Fantasien schüren, sie sollten daher nicht großflächig eingesetzt werden. Oft sieht man auch ganz wild gemusterte Bettwäsche, die einen zerwühlten und chaotischen Eindruck macht.

5) Diagonalen und Metallteile sind zu minimieren oder ganz zu vermeiden. Dach-Schrägen und schräge Balken können bedrohlich wirken. Manche Menschen fühlen sich jedoch ganz wohl, wenn sie sich in eine Höhle zurückziehen können. Daher werden die Betten im Dachgeschoß oft im niedrigsten Raumbereich angeordnet. Wenn man nicht aufrecht neben dem Bett stehen kann, ist das Aufstehen und Bettenmachen mit Einschränkungen verbunden. Das gilt auch für Hochbetten und Stockbetten. Ist der Raum zu niedrig, leidet auch die Luftqualität.

6) Die Betten sollten breit genug, um sich ungestört bewegen zu können. Manchmal müssen Doppelbetten seitlich an eine Wand gestellt werden, so dass ein Partner über den anderen klettern muss. Auch bei Einzelbetten ist es nicht ideal, mit dem Kopf in einer Raumecke zu liegen, weil sich hier die Energie-Linien der Wände kreuzen. Zwischen Bett und Wand kommt es außerdem gerne zu Staub-Ansammlungen – und wer sieht schon gerne gegen eine Wand?

7) Bei konventionellen Heizsystem sind die Wände relativ kalt, vor allem die Außenwände und Fensterflächen. Durch die Temperatur-Unterschiede entstehen Zug-Erscheinungen. Man hält daher möglichst Abstand von Außenwänden und unbehaglichen Innenwänden. Dieses Problem entfällt, wenn die Konvektions-Heizung gegen eine Strahlungs-Heizung ausgetauscht wird. Stahlungs-Heizungen erwärmen nicht die Luft, sondern die Raumflächen. Dazu gehören zum Beispiel Infrarot-Heizungen, Kachelöfen, Fußboden-Heizungen und Wand-Heizungen.

8) Auch der Fußboden kann unangenehm kalt sein. Weil sich hier außerdem gerne die Staub-Mäuse versammeln, plant man besser einen Abstand ein, über den die Matratze von unten Luft bekommt. Das ist hygienischer als studentisches Campieren direkt am Boden.

9) Wenn man das Bett nicht wirklich nur zum Flachliegen benutzen möchte, sollte man darin auch sitzen können. Wird das Bett zu zweit verwendet, erleichtert es die Kommunikation. Auch Singles schätzen die Möglichkeit, sich zurücklehnen zu können, um ein Glas Wasser zu trinken oder sich beim Wachwerden Zeit zu lassen, statt sofort aus dem Bett zu springen.

10) Einen Radiowecker sollte man, wenn überhaupt, nur mit einem Respekt-Abstand von mindestens einem Meter aufstellen. CD-Player, Fernseher und Computer schließt man am besten so an, dass man sie mit einem einzigen Schalter vom Netz nehmen kann.

11) Die Rückwand hinter dem Bett darf keine Wasserleitungen enthalten, vor allem kein WC-Abflussrohr. Die Fließgeräusche hinter dem Kopf stören auch dann, wenn niemand Wasser laufen lässt, weil man sich unbewusst darauf einstellt. Selbstverständlich sollte sich auch kein Elektrokasten oder Trafo in der Nähe befinden.

12) Für Frühaufsteher ist es eine riesige Bereicherung, morgens den Sonnenaufgang miterleben zu können. Daher ist die ideale Orientierung nach Osten. Auch wenn man die Sonne beim Schlafen nicht braucht, ist es doch ein wenig traurig, wenn ein Zimmer nur nach Norden ausgerichtet ist oder im düsteren Untergeschoß liegt. Man neigt dann dazu, den natürlichen Tagesverlauf aus dem Bewusstsein zu verlieren und zu spät ins Bett zu gehen.

13) Liegt das Schlafzimmer nach Süden oder Westen, sollte man für wirksame Beschattung sorgen, weil es sich sonst im Sommer zu stark aufheizt. Auf der Südseite genügt vielleicht ein Dach-Vorstand, weil die Sonne relativ hoch steht und daher nicht so tief in den Raum eindringt. Die Westseite ist gefährlicher, denn im Gegensatz zur Morgensonne ist die Abendsonne stärker erwärmt und kann das ganze Haus durchfluten.

14) Der Raum muss sich optisch und akustisch abschotten lassen von den Umgebungseinflüssen. In Stadtgebieten sind das oft Straßenlaternen, der Verkehr und die Nachbarn. Am Land kann es der Vollmond sein, ein heulender Hund oder das Gequake der Frösche.

15) Achten Sie bei der Einrichtung auf Ordnung und Reduktion! Verbannen Sie alles, was mit Entspannung nicht vereinbar ist! Das Schlafzimmer ist keine Rumpelkammer, so verlockend es auch sein mag, in den Kleiderschränken alles Mögliche zu lagern, was nicht in diesen Bereich gehört. Auch das Bügelbrett und der Hometrainer passen nicht hierher. Das Schlafzimmer sollte nicht an Arbeit oder Workout erinnern, sondern dem Loslassen, dem Träumen, der Regeneration, der Intimität und der Transformation vorbehalten bleiben.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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