Lärm ist eine Umweltbelastung, die direkt auf den Menschen einwirkt. Die häufigsten Lärmquellen, die die Nacht-Ruhe stören, sind der Verkehr, Rangier-Flächen und laute Betriebs-Einrichtungen. Lärmschutz-Wände sollten das Landschaftsbild bzw. Ortsbild möglichst wenig beeinträchtigen und so nahe wie möglich an der Lärm-Quelle stehen, damit sie optimal wirken.

Koko Wall Lärmschutzwand, Foto (C) www.vegasonic.de

Koko Wall Lärmschutzwand, Foto (C) http://www.vegasonic.de

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In den meisten Fällen ist eine Höhe von 2 bis 2,5 Metern ausreichend. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen absorbierenden und reflektierenden Oberflächen, wobei letztere den Schall nicht vermindern, sondern in eine andere Richtung lenken und daher in bebauten Gebieten zu vermeiden sind. Wenn der Lärmschutz nicht nachträglich erfolgt, sondern man ihn von vorneherein mit einplanen kann, sollte man das Gebäude so hinstellen, dass der Wohnbereich auf der lärm-abgewandten Seite liegt und auf der Straßenseite wenig Öffnungen vorhanden sind. Die straßenseitige Fassade kann man zusätzlich mit Rank- oder Kletterpflanzen begrünen.

Fertige Lärmschutz-Systeme für begrünte Wände gibt es zum Beispiel in Form von Gabionen (Drahtgitter-Käfigen), stapelbaren Kunststoff-Behältern, Beton-Hohlsteinen oder Löffel-Steinen sowie Streckgitter-Verkleidungen, in die passende Pflanz-Behälter eingehängt werden. Interessant ist auch das Konzept Kokowall der Firma Vegasonic. Hier sind zwei Reihen Recycling-Kunststoff-Röhren mit Kokosfasern ummantelt und durch eine Stahlplatte getrennt. Das Ganze wird mit einem verzinkten Stahl-Rahmen in Form gehalten und ergibt auch ohne Bepflanzung eine naturnahe Optik. Auch unbehandelte Holzwände, die im Laufe der Zeit abwittern, fügen sich unauffällig  in natürliche Umgebungen ein, wenn sie kleinteilig gegliedert sind. Mit einer feinen Latten-Struktur kann so eine Holz-Konstruktion wie ein harmloser Zaun aussehen. Wände aus massiven Materialien sind eher zu vermeiden, weil sie wie Hausmauern in Erscheinung treten und mit ihren meist grauen oder bunten Farbe zu sehr ins Auge fallen.

Schallschutz mit reflektierendem Glas und absorbierener Grün-Wand, Heinrichstraße in Graz, Foto (C) Irmgard Brottrager

Schallschutz mit reflektierendem Glas und absorbierener Grün-Wand, Heinrichstraße in Graz, Foto (C) Irmgard Brottrager

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Eine Bepflanzung ist immer von Vorteil, weil sich der Schall-Absorbtionswert der Anlage verbessert, Staub gebunden wird und die Tierwelt besser damit zurecht kommt. Die Bepflanzung kann direkt in die Wand integriert sein oder vor der Wand verfolgen. Bei Vertikal-Pflanzungen sollte man zuerst mehrere Sorten ansetzen, weil vermutlich nicht alle fortkommen werden. Jene Sorten, die sich durchsetzen, kann man dann nachpflanzen. Schräge Wände und horizontal montierte Behälter sind grundsätzlich leichter zu begrünen als Wände ohne Neigung, weil sonst das Wasser gleich davon rinnt – außer man greift auf Kletter-Pflanzen zurück, die überall gedeihen. Direkt begrünte Wand-Konstruktionen sind in der Regel mit Erde gefüllt, es können aber auch Steine oder Substrat-Matten sein. Hügelig angelegte Schallschutz-Wälle sehen am Natürlichsten aus, brauchen aber ausreichend Platz und sind daher nicht überall möglich. Bei der Wahl der Bepflanzung sollte man natürlich auch den Pflegeaufwand bedenken. Wer keinen Aufwand betreiben möchte, entscheidet sich am besten für Efeu. Der wächst nicht zu üppig und bleibt sogar im Winter schön grün.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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