Textile Bodenbeläge aus Naturfasern sind vielleicht nicht die langlebigste Investition, aber konkurrenzlos, wenn es auf die Behaglichkeit und die Trittschall-Dämmung ankommt. Sie kommen vor allem für Kinderzimmer, Schlafzimmer und im Gastgewerbe in Betracht. Für welches Material man sich am besten entscheidet, hängt von den Anforderungen ab. 

Foto (C) flickr / jeyulio_

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Teppichböden aus Wolle

sind als Fliesen und Bahnen-Ware erhältlich. Erste haben den Vorteil, dass sie sich leichter austauschen lassen. Man unterscheidet langflorige, kurzflorige (Velour-) und Schlingen-Beläge. Bei den Flor-Teppichböden sind die Schlingen aufgeschnitten, bei den Schlingen-Belägen sind sie geschlossen. Die Schlingen-Teppiche sind naturgemäß robuster und werden nicht so leicht abgetreten. In allen Fällen benötigt man einen starken Staubsauger. Denn das Problem ist weniger, dass die Beläge kaputt werden, sie können durchaus jahrzehntelang halten. Aber sie nehmen viel negatives Chi auf, werden unansehnlich und verlieren ihre Spannkraft. Irgendwann ist die Wolle einfach ausgelaugt wie ein alter Pullover. Lose aufgelegte Teppiche kann man von Zeit zu Zeit in die Reinigung geben oder bei passendem Wetter auf einer Teppichstange auslüften. Teppich-Beläge mit schadstofffreien Fasern aus Öko-Anbau gibt es zum Beispiel von „Greenline“, bei „Hess Natur“ und „Grüne Erde“. Auf keinem anderen Boden kann man so gut barfuß laufen, turnen und spielen. In der Hotellerie zählt auch das Argument, dass man die Schritte in den Nebenzimmern nicht hört und die Gäste daher ruhiger schlafen können.

Foto (C) flickr / rosmary

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Jute und Sisal

Teppiche aus Jute und Sisal sind grundsätzlich robuster als Schafwoll-Teppiche oder Textil-Beläge aus Baumwolle oder gar Seide. Jute reinigt sich beinahe von selbst, weil sie sehr schmutzabweisend ist, darf aber nicht feucht werden. Frische Flecken kann man schnell mit wenig Seifenlauge entfernen, ansonsten sollte der Teppich nie eingeweicht oder gar gewaschen werden, weil er sonst komplett aus der Form geraten und sogar verrotten kann. Direkt unter dem Esstisch ist kein Teppich zu empfehlen, weil nasse Speisen auf den Boden fallen können und keine Natur-Faser so abriebfest ist, dass sie die Belastungen durch Tisch- und Stuhl-Beine spurlos hinnimmt. Es sei denn, man kalkuliert den Verschleiß mit ein und ist bereit, den Teppich jährlich zu erneuern. Die Jute ist für den Haut-Kontakt nicht ideal, weil sie sich eher kratzig anfühlt. Sisal-Teppiche sind etwas geschmeidiger und auch als Bahnen-Ware gebräuchlich. Ähnlich wie bei Jute besteht die Gefahr, dass sie an stark beanspruchten Stellen abgetreten werden. Tischbeine und Stuhl-Rollen können Abdrücke hinterlassen. Jute und Sisal sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, sind aber ganz verschiedener Herkunft. Sie bestechen vor allem durch ihre natürliche Farbtönung und kräftigte Struktur, ohne inszeniert oder spießbürgerlich zu wirken, wie es bei gefärbten und gemusterten Textil-Teppichen oft der Fall ist.

Jute, Foto (C) Flickr / Mrs.KLF

Jute, Foto (C) Flickr / Mrs.KLF

Hanf

Beläge aus Hanf-Fasern sind extrem widerstandsfähig und werden sogar in Nass-Räumen empfohlen, weil sie schneller trocken sind als Wolle und eine antibakterielle Wirkung haben. Das Material ist sehr schmutzabweisend und wird ähnlich wie Jute und Sisal oft in ungefärbten Natur-Tönen verarbeitet. Bei Woll-Teppichen können Hanf-Fäden zugemischt werden, um die Stabilität des Teppichs zu erhöhen. Hanf-Garne sind dreimal so reißfest wie Baumwolle und gelten als haltbarste Naturfaser überhaupt. Wer also auf Qualität setzt und ein reines Naturprodukt möchte, sollte sich für Hanf entscheiden. Hanf-Textilien sind außerdem wohltuend für die Haut und werden auch von empfindlichen Menschen gut vertragen. Sie sorgen für optimalen Temperatur-Ausgleich, kühlen im Sommer und wärmen im Winter. Einziger Nachteil: Hanf-Teppiche gehören preislich nicht zu den Schnäppchen.

Foto (C) Flickr / Horia Varlan

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Kokosfasern

Teppiche aus Kokosnuss-Fasern haben eine ähnliche Optik wie Sisal und Jute. Da die Fasern relativ kurz sind, kann die Oberfläche leicht borstig aussehen. Das Material findet sich auch in Form von Fußabstreifern wieder. Der Gesamteindruck ist mehr struppig als glatt und mehr öko-rustikal als elegant. Um die Reinigung zu erleichtern, sollten die Schlaufen dicht gewebt sein. Kokos-Fasern sind etwas weniger feuchtigkeitsempfindlich als Jute und Sisal. Sie können bis zu 70% Wasser aufnehmen, ohne nass zu wirken. Schmutzige Schuhe sind daher kein Problem, Flecken lassen sich auswaschen. Ein Vor- und Nachteil, der alle Teppichböden betrifft, ist, dass Staub gebunden wird. Die Raumluft wird zwar entlastet, aber wenn man sich auf den Boden setzt, sitzt man im Staub. Kokos- und Sisal-Fasern werden auch gemischt verwendet. Sie sehen etwas eleganter aus als reine Kokos-Teppiche und sind strapazierfähig genug, um auch im Büro- und Gastronomie-Räumen zum Einsatz zu kommen. Richtig nass werden dürfen beide Materialien nicht, weil sie dann ihre Form verändern.

Seegras

Seegras hat einen schönen, lederartigen Glanz und lässt sich zu dicken Garnen verspinnen, die wie Stoffe zu Teppichen verwebt werden. Die Optik erinnert an Korbwaren, ähnlich wie Beläge aus Jute, Sisal und Kokosfasern. Das Material verträgt viel Luftfeuchtigkeit, sollte aber nicht tropfnass werden, weil es dann zuerst quellen und dann schrumpfen wird. Man sollte es also nicht in ungedämmten Kellern oder in Bereichen vorsehen, in denen Kondenswasser anfallen kann. Alle fix verlegten Naturfaser-Teppiche mit hygroskopischen Eigenschaften, die sich an den Enden nicht ausdehnen können, können Wellen bilden, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird. Ansonsten ist Seegras beinahe unverwüstlich, sehr elastisch, schwer verrottbar und nicht leicht abzutreten. Nicht zufällig wird es auch für Körbe und Taschen verwendet, wo es starker mechanischer Belastung ausgesetzt ist. Es lässt sich nicht gut färben und wird daher in Naturtönen verarbeitet.

Leinen (Flachs)

Glatte Teppiche aus Segel-Leinen kann man temporär auch im Freien verwenden, zum Beispiel auf der Terrasse, fürs Picknick und auf dem Camping-Platz. Langhaarige Leinen-Teppiche aus feinen Garnen werden als Akzent-Objekte bei besonderen gestalterischen Ansprüchen eingesetzt, um zum Beispiel die Struktur einer Wiese nachzuahmen. Leinen ist hochwertiger und widerstandsfähiger als Wolle und Baumwolle, es fuselt weniger und hat einen natürlich schönen Glanz. Man verwendet das reißfeste Linnen, wie es früher genannt wurde, traditionell für Textilien, die stärker beansprucht werden, vor allem für Tischdecken, Geschirrtücher und Polstermöbel-Bezüge, aber auch für Seile und Schnüre. Das Wort „Leine“ erinnert daran. Es ist ein eher steifes Material, wirkt aber sehr edel und hält hundert Jahre lang, sofern man es nicht komplett misshandelt. Leinen ist nicht das richtige Garn, wenn man es am Boden mollig warm und gemütlich haben möchte, denn es isoliert keine Wärme und wirkt eher kühlend auf der Haut.

Foto (C) flickr / Lisa Dusseault

Foto (C) flickr / Lisa Dusseault

Baumwolle

Wenn es kostengünstig sein soll und nicht ewig halten muss, nimmt man am besten Baumwolle. Kleine Teppiche kann man sogar in der Maschine waschen. Das Material ist warm und geschmeidig wie ein Kleidungsstück, es lässt sich leicht einrollen und beißt garantiert nicht auf der Haut. Diese Flexibilität hat wiederum den Nachteil, dass das Gewebe nicht fest am Boden liegt. Es kann schnell davon rutschen, zur Stolper-Falle werden und Falten werfen. Billige Kinder-Teppiche sind meist nicht farbecht und verbleichen bei Sonnen-Einstrahlung. Größere Formate findet man daher kaum im Handel. Eine Ausnahme sind die dicker gewebten Flicken-Teppiche. Diese sind wesentlich robuster und haben auch genug Gewicht, um plan auf dem Boden zu bleiben. Die unregelmäßige und noppige Oberfläche wirkt wie eine Rutsch-Bremse und ist daher auch barfuß angenehm zu begehen.

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Arch. Dipl.Ing. Irmgard Brottrager, Ganzheitliche Architektur und Europäisches Fengshui in Graz.

Link zur Homepage: http://irmgardbrottrager.npage.at/

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Buch “Europäisches Fengshui”:

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E-Book: “Planen und Bauen in Zeiten des Wandels”:

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E-Book: “BODY FENG SHUI”, Band 1+2:

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Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil:

http://www.feng-shui-katalog.de/berater/irmgard-brottrager-ganzheitlich-denkende-architektin-europaeisches-fengshui.html

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