Was kann man tun, wenn man sich von den Nachbarn gestört oder belästigt fühlt? Wie sind Konflikte mit den Nachbarn energetisch zu bewerten? Tipps und Tricks aus der Sicht des EUROPÄISCHEN Fengshui.

Abgrenzungen als Form der Differenzierung sind wichtig und sinnvoll. Foto: longhomdave

Abgrenzungen als Form der Differenzierung sind wichtig und sinnvoll. Foto: longhomdave

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Bei Nachbar-Problemen machen die meisten Menschen den Fehler, dass sie die Ursache im Außen sehen und diese bekämpfen möchten. Der Nachbar ist vermeintlich schuld oder böse oder legt ein schädigendes Verhalten an den Tag. In Wahrheit lebt der Nachbar einfach ein anderes Leben, er hat ein anderes Weltbild und andere Glaubenssätze. Der Nachbar bewertet es vielleicht negativ, wenn er merkt, dass Sie sich zurückziehen oder abzuschotten versuchen. Kann durchaus sein, dass er deswegen schlecht auf Sie zu sprechen ist, weil er sich einbildet, Sie seien arrogant oder hätten keine gut-nachbarliche Einstellung. Diese gegenseitigen Ansprüche sind weit verbreitet. Der eine beansprucht Ruhe, der andere Kontakt. Der eine möchte anonym wohnen und am liebsten niemanden sehen. Der andere hält es alleine (oder mit seiner Familie) nicht aus und neigt zu Aggressionen, wenn die Leute ihm ausweichen, ihn nicht grüßen oder Barrikaden errichten. Vielleicht sind die Rollen auch umgekehrt und Sie sind derjenige, der Kontakt möchte und sich darüber ärgert, dass der Nachbar Ihnen die Kehrseite zeit. Sie fühlen sich schlecht behandelt, weil der Nachbar seinen Mist an der Grundgrenze abstellt oder sein Haus fast keine Fenster in Ihre Richtung aufweist. Bedenken aber nicht, dass die Südseite Ihres eigenen Hauses für den anderen die Nordseite ist und dass es daher ganz normal ist, hier wenig Fenster zu haben und den Komposthaufen zu errichten.

Regel Nr. 1: Energie folgt der Aufmerksamkeit. Das wichtigste ist daher, den Kontakt zu unterbinden, denn damit werden die gegenseitigen Projektionen aufgelöst. Suchen Sie nach unauffälligen Lösungen, um die Störung beseitigen, aber vermeiden Sie jede Auseinandersetzung und gehen Sie auf Provokationen nicht ein. Wenn Sie z.B. von einem Metall-Teil aus dem Nachbarhaus geblendet werden, dann unterstellen Sie bitte dem Nachbarn keine böse Absichten. Er hat das Metall-Element garantiert nicht so montieren lassen, damit Sie gepeinigt werden. Da der Einstrahl-Winkel der Sonne ständig wechselt, ist das Problem wahrscheinlich nach ein paar Tagen sowieso verschwunden.

Regel Nr. 2: Wenn mich etwas sehr aufregt, dann existieren in mir selber unerlöste Gefühle zu diesem Thema. Wir sollten uns diesen Gefühlen zuwenden, ihnen volle Aufmerksamkeit schenken und ihnen allen Raum geben, den sie verlangen. Es ist ja vollkommen logisch: Wenn der Nachbar keinen Frieden hat, nur weil ich anonym wohnen möchte, dann hat er ein Problem, das mich nichts angeht. Das muss er mit sich selber abklären. Und wenn jemand wegen jeder Kleinigkeit explodiert und sich in Verschwörungstheorien verbeißt, wird ebenfalls offensichtlich, dass nicht der Auslöser schuld ist, sondern eine Disharmonie in dem Betroffenen selber.

Regel Nr. 3: Reagieren Sie nicht, sondern beobachten Sie. Wann immer Sie den Verdacht haben, dass Sie ein Nachbar nicht freundschaftlich kontaktiert, sondern weil er in irgendeiner Form gereizt ist, dann tun Sie so, als würden Sie nicht verstehen oder hätten Sie keine Zeit. Das gilt übrigens auch für Netzwerk-Kontakte. Wenn Sie das Reagieren nicht lassen können, dann liegt das Problem nicht nur beim Nachbarn. Seien Sie ausdauernd im Nicht-Reagieren, auch wenn Sie innerlich zittern oder kochen. Die meisten Probleme erledigen sich von selbst, wenn man ihnen genug Zeit einräumt. Machen Sie es wie die Kinder! Wenn Kinder von jemanden angesprochen werden, dessen Tonfall und Inhalt für Sie nicht einfühlbar ist, reagieren sie NICHT. Man muss nicht jedem Menschen, der Aufmerksamkeit möchte, die Tür öffnen! Es ist mein gutes Recht, mich NICHT mit der Einsamkeit oder dem sonstigem Trübsinn des Nachbarn zu beschäftigen, wenn mich das nicht interessiert. Man muss sich weder belehren lassen noch muss man überall seine Meinung abgeben. Wenn die Belästigung rechtswidrig ist, schreiben Sie einen freundlichen Brief, schalten Sie die Hausverwaltung und notfalls einen Rechtsbeistand ein. Sie müssen es natürlich nicht zulassen, dass die Nachbarskinder Ihre Mauern beschmieren, den Putz herunterschlagen oder den Postkasten demolieren. Aber nehmen Sie nichts persönlich, sondern bringen Sie die Dinge auf eine sachliche Ebene und setzen Sie vernünftige Grenzen!

Regel Nr. 4: Trainieren Sie Ihr Differenzierungsvermögen und schließen Sie nicht von den eigenen Bedürfnissen auf andere. Je toleranter und verständnisvoller Sie eingestellt sind, umso weniger Probleme werden Sie haben. Wenn Sie Kinder nicht mögen, werden Sie vermutlich ständig Troubles mit Kindern bekommen. Versuchen Sie die Eigenarten Ihrer Nachbarn zu durchschauen! Nehmen Sie nicht alles so ernst, versöhnen Sie sich mit Ihren ungeliebten Seiten. Wenn Sie von alten und senilen Menschen umgeben sind, müssten Sie sich vielleicht abgewöhnen, Leistung und Intelligenz zu erwarten. Auch die Erfahrung, dass einem jemand nicht zuhört, weil er nichts mehr hört oder nichts mehr versteht, ist lehrreich und kein Grund, mit Abneigung, Hass und Verachtung zu reagieren. Sie schimpfen vielleicht jemanden als geistesgestört und fühlen sich voll im Recht, weil Sie nicht wissen, dass die Person tatsächlich geisteskrank ist und entsprechende Gutachten vorliegen … Wer wird sich über einen kranken Mitmenschen aufregen, der kann einem doch nur leid tun, oder?

Regel Nr. 5: Nehmen Sie Ihre Eigentümer- oder Mitsprache-Rechte vollständig wahr und achten Sie in allen Belangen darauf, dass Sie sich nicht vereinnahmen lassen. Abgrenzung ist keine Sünde, sondern eine ständige Notwendigkeit im Zusammenleben mit Menschen, die einem nicht nahe stehen. Wir alle möchten, dass die Mitmenschen derselben Meinung sind und unsere Ansichten bestätigen. Daher läuft jeder mit seiner Eigen-Propaganda herum und versucht Verbündete für seine Ideen zu gewinnen. Die meisten Menschen haben die Tendenz, ihre eigenen Interessen hintanzustellen, um sich in einer Gemeinschaft wohl zu fühlen. Es entstehen unehrliche Nahe-Verhältnisse, die zum Nährboden für alle möglichen Konflikte, Eifersüchteleien, Verlustängste, Ausgrenzungen, Intrigen etc. werden. Wenn jeder zu sich selber steht und sich der Andersartigkeit des anderen bewusst ist, kann das nicht passieren.

Regel Nr. 6: Seien Sie höflich, aber nicht jovial. Grüßen Sie, aber lassen Sie sich nicht in Gespräche verwickeln, wenn Sie keine Lust dazu haben. Wenn jemand Ihre Art nicht mag oder versteht, ist keine Basis für eine Annäherung vorhanden. Freundschaften ergeben sich von selbst, nicht durch ständige Reibereien und Auseinandersetzungen. Die meisten Menschen wollen ihre Nachbarn eher NICHT sehen, einsehbare Wohnungen und Terrassen gelten als minderwertig. Im Allgemeinen ist der Wunsch nach einem ungestörten Privatleben größer als nach sozialen Kontakten im engsten Umfeld. Dieses Bedürfnis muss respektiert werden.

Regel Nr. 7: Es kann auch sein, dass das Verhalten der Nachbarn ein direkter Spiegel ist. Fühlen Sie sich durch laute Nachbarn gestört, machen aber selber einen mords Wirbel? Möchten Sie eine Wohnung, in der Sie von anderen nicht gestört werden, oder eine, die so konstruiert ist, dass die Nachbarn nicht gestört werden, auch wenn bei Ihnen die Hölle los ist? Stoßen Sie sich selber an Eigenschaften des Nachbar-Hauses, die Sie nichts angehen, z.B. an der Fassaden-Farbe oder bestimmten Gartenpflanzen, die Ihrer Meinung nach eine schädliche Ausstrahlung haben? Und wundern Sie sich dann, dass der Nachbar Sie persönlich nicht zu mögen scheint? Der Nachbar spürt natürlich, dass Sie ihn kritisieren, auch wenn Sie es nicht aussprechen.

Fazit: Am besten begegnen Sie Ihren Nachbarn mit einer wohlwollenden, aufmerksamen und verständnisvollen Einstellung und ohne große Erwartungen. Freundlich, aber mit einer gesunden Distanz, damit Sie Ihre Interessen im Notfall behaupten und verteidigen können, ohne jemanden zu vergraulen. Wenn Sie von vorneherein wenig Kontakt möchten und entsprechende Signale setzen, wird man das umso leichter respektieren, je korrekter, entspannter und gelassener Sie Ihr Revier abstecken.

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Arch. Dipl.Ing. Irmgard Brottrager, Ganzheitliche Architektur und Europäisches Fengshui in Graz.

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