Wie Energiesparen, Wohlstand, reduzierte Architektur und Fengshui-Prinzipien zusammenhängen.

Der Übergang zwischen Yin und Yang ist fließend. (Foto: fdecomite)

Der Übergang zwischen Yin und Yang ist fließend. (Foto: fdecomite)

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Der sparsame Umgang mit Energien ist grundsätzlich nicht von technischen Konstruktionen abhängig, sondern eine Lebenseinstellung mit vielen Vorteilen. Nicht der Verbrauch von Energien und ständiges Wachstum, sondern Mühelosigkeit, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und positive Bilanzen führen zu Überschüssen und Wohlstand. Fernöstliche Kampf-Techniken wie Taiji, Qigong, Kungfu und Aikido lehren den minimalen Einsatz von Körperkräften, um ein Maximum an Wirkung zu erreichen. Die eigenen Grenzen zu überschreiten und sich Auszupowern ist typisch westlich. Nicht der Geschickteste gewinnt hierzulande, sondern der, der am meisten Energien zu verpulvern hat. Auch im wirtschaftlichen Bereich glauben viele Unternehmer/innen, sie müssten viel investieren, sich anstrengen, fleißig sein, Risiken eingehen, Widerstände überwinden und persönliche Bedürfnisse hintanstellen. Es lässt sich jedoch nichts erzwingen, sondern es gibt für alles ein richtiges Maß und einen optimalen Zeitpunkt. Mit den Energien zu haushalten hat nichts mit Einschränkung zu tun, sondern macht das Leben leichter und müheloser.

Ganzheitlichkeit verbindet 

„Die Zeit ist reif für eine ganzheitliche Lebenssicht“, erklärte Ruediger Dahlke 2010 in einem Interview für das niederösterreichische Magazin „Moderne Region“. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Menschen mit den materialistischen und kapitalistischen Wirtschaftssystemen immer weniger zurechtkommen. Allergien, Fettsucht und Burnout nehmen zu. Eigentlich ist es unvernünftig, über grenzüberschreitende Themenbereiche zu schreiben, denn ein Werk, das sich nicht klar in eine bestimmte Rubrik einordnen lässt, fällt zwischen die Stühle. Die Dinge nur getrennt voneinander zu betrachten, ist jedoch völlig unnatürlich und umständlich, denn jeder von uns ist als vielseitig begabtes Wesen und ohne Scheuklappen geboren. Die Seele möchte alle ihre Anlagen gleichermaßen ausleben und sich nicht beschränken. Der Arbeitsmarkt jedoch kann nur spezialisierte Arbeitskräfte verwenden, weil die Grenzen zwischen den Berufen sonst immer mehr verschwinden würden und man nicht mehr wüsste, was eine Architektin ist, was ein Ernährungsberater und was eine Fengshui-Expertin. In der westlichen Welt muss sich jeder erwerbstätige Mensch irgendwie definieren, damit die Regierung ihn klassifizieren und zuordnen kann. Aber die Spaltung in unterschiedliche Interessenswelten, die nur schwer miteinander kommunizieren können, ist nur eine von vielen Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft. Die Arbeitsteiligkeit hat ihre Vorteile, aber viele Tätigkeiten wären viel einfacher, schneller und kostengünstiger zu erledigen, wenn nicht so viele Hände und Hirne daran beteiligt wären. Durch die vielen Schnittstellen im Arbeitsablauf entstehen hohe Verluste. Es muss kommuniziert werden, es müssen Fahrten zurückgelegt werden, es entstehen Lagerkosten, Leerlaufzeiten, steuerliche Belastungen usw.. Viel sinnvoller wäre es, wenn jede Person ALLES tun dürfte, was sie selber machen kann. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir uns trotz hoher Mechanisierung kein einfaches Leben mehr leisten können, weil alles viel zu teuer geworden ist. Die Lebensqualität ist nicht im entsprechenden Ausmaß mitgewachsen, wir müssen heute mehr arbeiten als vor 20 Jahren. Die 40-Stunden-Woche wurde vor ca. 50 Jahren eingeführt, damals waren die meisten Frauen noch als Hausfrauen tätig bzw. „mussten“ keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Abgesehen vom emanzipatorischen Aspekt wäre das heute undenkbar, denn die wenigsten Familien können sich von nur einem Gehalt ernähren. Ein hoher Prozentsatz der „Produktivität“, die wir um des Wirtschaftswachstums willen benötigen, ist reine Energieverschwendung. Die Regierungen suchen sogar gezielt nach Möglichkeiten, möglichst viele Menschen beschäftigen zu können, auch wenn die Tätigkeiten nur Kosten verursachen und keinen Nutzen bringen.  Die eigentlichen Ziele der Anstrengungen, nämlich gute Produkte und hohe Lebensqualität, sind aus den Augen verloren worden. Wir arbeiten nicht, damit es uns gut geht, sondern damit der Finanzmarkt nicht zusammenbricht.

Die Geschäfte mit dem Geld, das nicht vorhanden ist

Inzwischen ist es beinahe selbstverständlich geworden, dass man einkaufen geht und Leistungen ordert, ohne etwas auf dem Konto zu haben. Das Geld kommt von der Bank, aber die Bank hat auch kein Geld, es ist ein reiner Buchungswert. Das Geldsystem ist im Prinzip von Schwarzgeld verseucht und es ist völlig legal, dass die Banken Geld verleihen, das sie nicht besitzen, und dafür auch noch Zinsen verlangen. So wird das Geld ständig vermehrt, ohne dass es entsprechende Gegenwerte gibt. Dass das Geld jährlich weniger wert wird, erscheint uns normal, wir kalkulieren die Inflation fix mit ein. Diese aber hält sich nur im Rahmen, solange die Wirtschaft wächst. Sobald das Wachstum zum Stillstand kommt oder gar zurückgeht, werden Kredite unbezahlbar. Denn sie wurden zu einer Zeit aufgenommen, wo das Geld viel mehr wert war. Die Dinge, die mit den Krediten angeschafft wurden, sind nach 20-30 Jahren viel weniger wert in Relation zum neuen Preisniveau, sie sind nur teurer. Viele Immobilienbesitzer glauben tatsächlich, dass ihre Häuser mit den Jahren „mehr wert“ werden, weil sie vom alten Preisniveau ausgehen. Wird der Finanzmarkt vom „Schwarzgeld“ (hier meine ich die ungedeckten Kredite) gereinigt, kann es leicht zu einer Deflation kommen. Man bekommt dann wieder mehr für sein Geld. Aber wie sollen die Kreditnehmer/innen mit dem weniger gewordenen Geld dann die hohen Kreditsummen zurückzahlen, noch dazu zuzüglich Zinsen und Spesen? Die Immobilien zu verkaufen, bringt dann auch nichts mehr, denn mit den relativ kleinen Erlösen lassen sich die vergleichsweise hohen aushaftenden Beträge nicht decken. Die Geschäfte mit den Krediten funktionieren nur solange, solange Inflation und Wirtschaftswachstum zusammenspielen. Wenn dieses System zusammenbricht, sind leider nicht nur jene Menschen betroffen, die in der Kreide stehen, sondern ALLE. Und so wie es aussieht, MUSS es zusammenbrechen. Es ist nur die Frage, ob das schnell geht oder sich langsam entwickelt.

Schulden sind Vorgriffe auf die Zukunft

Schulden sind nicht nur in Form von Verbindlichkeiten am Konto vorhanden, sondern genau genommen jede Art von Vorgriffen auf die Zukunft, für die langfristig oder zu einem späteren Zeitpunkt Kosten entstehen. Auch die Ausbeutung von Bodenschätzen, das Abwälzen von Rentenzahlungen auf die nächste Generation, und die Produktion von Abfall ist eine Form von Schulden. Um die Belastungen, die in Zukunft auf uns warten, tilgen zu können, ohne spürbare Einbußen zu erleiden, müssen wir immer mehr produzieren. Ein- und Ausgaben sind nicht im Gleichgewicht, wir haben Raubbau auf allen Ebenen betrieben, auch bei unserer Psyche und unserer Gesundheit. Die Wiederbelebung dieser Brachen kostet Energie. Gleichzeitig raubt uns die Kompliziertheit der Verwaltungsstrukturen, mit denen die Vollbeschäftigung aufrechterhalten wird, immer mehr Energien. Die Abgaben und Vorschriften werden immer höher, zahlreicher und teurer, sie schränken unsere Freiheit ein und pressen uns in ein Hamster-Rad mit unzähligen, eigentlich völlig unnötigen Abhängigkeiten.

Hinter den Bedürfnissen nach Überfluss verbergen sich Mangel-Gefühle

Ein weiterer Punkt ist, dass wir offiziell nur über Geld als Tauschmittel verfügen. Alle anderen energetischen Zuwendungsformen wie Zeit, Zuneigung, Mitgefühl, Feingefühl, Solidarität, Wärme, Aufmerksamkeit, Engagement, Zuverlässigkeit, Informationen, Ideen, Ausstrahlung, Ästhetik, Humor, Inspiration etc. werden wenig wertgeschätzt oder gänzlich vernachlässigt. Für Leistung in diesem (meist immateriellen) Bereich gibt es keine Vergütung. Daher ist bei vielen Menschen die Bilanz zwischen Geben und Nehmen nicht im Gleichgewicht. Sie geben entweder zu viel oder nehmen sich zu viel heraus. Die einen leiden an chronischer Überlastung oder Unterbezahlung, die anderen an Zivilisationskrankheiten und Übergewicht. Das Gefühl für das rechte Maß ist verloren gegangen, die Schere geht auseinander. In vielen Branchen, die gesetzlich nicht reglementiert sind, gibt es keine oder zu niedrige Mindestlöhne. Viele 1-Personen-Unternehmen sind nicht sozialversichert oder leben unter der Armutsgrenze. Gute bezahlte Arbeitsplätze werden Mangelware, dafür blüht der Arbeitsmarkt mit Billigstlohn-Jobs. Und falls jemand dann auch noch Zeiten im Ausland arbeitet oder zwischen verschiedenen Versicherungssystemen wechselt, sind finanzielle Verluste vorprogrammiert. Wir müssen (wieder) lernen, im Umgang miteinander mit „Echtgeld“ zu bezahlen, und zwar auf allen Ebenen, jetzt, in diesem Augenblick, nicht irgendwann. Jede einzelne Beziehung sollte so gestaltet sein, dass die Energien im Ausgleich fließen und alle Beteiligten sich wohl fühlen. Viele Menschen in unserer Überflussgesellschaft haben immer noch das Gefühl, dass sie nicht gut genug seien und daher noch mehr haben müssten, als sie bereits besitzen. Sie versuchen sich die Achtung, Bewunderung, Anerkennung ihrer Freunde mit Investitionen zu erkaufen, oft mit geborgtem Geld. Sie wollen „mithalten“, „jemand sein“, „etwas hermachen“, wobei der Maßstab nicht die realen Verhältnisse der Freunde sind, sondern die Vorgaben der Werbeindustrie. Leider sind viele Menschen allzu anpassungswillig und leicht zu beeinflussen, sie folgen nicht ihren wahren Bedürfnissen. Und schaffen es daher nicht, zu sagen: „Nein, ich mache das anders, ich finde das nicht sinnvoll! Ich rackere mich nicht ab, um von Leuten beneidet zu werden, die mich sowieso nicht mögen! Was ich wertvoll finde im Leben, bestimme ich selber!“

Wenn die Energien frei fließen können, ist das Leben ein Tanz. Foto: familymwr (U.S. Army)

Wenn die Energien frei fließen können, ist das Leben ein Tanz. Foto: familymwr (U.S. Army)

Die Ökologie-Bewegung darf nicht als Wirtschaftsmotor missbraucht werden

Das Bedürfnis nach Wohlstand und Überfluss ist immer noch ungebrochen, koste es, was es wolle. Aber viele, vor allem ältere und ganz junge Menschen haben schon bemerkt, wie sehr der Überfluss zur Last werden kann und wie schnell die vielen Konsumgüter ihren Reiz verlieren. Bücher, die zum Abspecken und Entrümpeln anleiten, stehen auf den Bestsellerlisten ganz vorne. Eine wachsende Anzahl von Menschen wünscht sich ein einfacheres Leben, das unbeschwerlicher ist im wahrsten Sinne des Wortes. Aber bei vielen ist auch beides gleichzeitig vorhanden, Mangelgefühle und Übersättigung, Gier und der Wunsch, sich zu erleichtern. Noch setzen die Regierungen auf umweltverträgliches Wachstum, aber das ist vermutlich nur eine Übergangsphase. Spätestens in ein paar Jahren wird man feststellen müssen, dass die gewünschten Einsparungen nicht erreicht werden, wenn nicht tatsächlich gespart wird. Man soll jetzt möglichst viele alte Dinge wegwerfen oder austauschen gegen angeblich effizientere Produkte, ohne Betrachtung der Gesamtenergiebilanz. Die Kunden werden geködert wie beim Ausverkauf. Für mehrstellige Prozente auf der einen Seite soll man möglichst viel ausgeben auf der anderen Seite für Dinge, die man eigentlich überhaupt nicht benötigt hätte. Die meisten Menschen glauben im Ernst, dass sie der Umwelt was Gutes tun, wenn sie Ihre Geräte, Fahrzeuge und Fassaden erneuern. Es kann natürlich keiner nachrechnen, wie es mit der Nachhaltigkeit tatsächlich aussieht. Da sich die Investitionen kaum amortisieren und viel unnötiger Müll erzeugt wird, ist jedoch anzunehmen, dass es zu keiner echten Ersparnis kommt, weil die Teile noch vor Ablauf der Amortisationsfrist kaputt werden oder veraltet sind. Der Wartungsaufwand beginnt in der Regel bereits nach 5 Jahren und bei vielen Produkten z.B. neuen Dämmstoffen hat man noch gar keine Erfahrungen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Umweltgedanke ist gut, wichtig und zukunftsweisend. Aber nicht in der Form, dass er nur dem Wirtschaftswachstum dient. Das Bauen wird durch die strengen Umweltauflagen immer teurer und reglementierter, mit Energiesparen hat das nichts mehr zu tun. Denn wo viel Aufwand ist, wird auch viel Energie verbraucht, nur eben an anderer Stelle. Für die Gesamt- Ökobilanz ist auch entscheidend, wie lange eine Gegenstand in Verwendung ist, ohne erneuert oder entsorgt werden zu müssen.  Vorgriffe auf Zeiträume über 10 Jahre sind sowohl bei Krediten als auch bei Investitionen viel zu weitreichend.

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Arch. Dipl.Ing. Irmgard Brottrager, Ganzheitliche Architektur und Europäisches Fengshui in Graz.

Link zur Homepage: http://irmgardbrottrager.npage.at/

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Buch “Europäisches Fengshui”:

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Buch “Planen und Bauen in Zeiten des Wandels”:

E-Book-Version

Buch “BODY FENG SHUI”, Band 1+2:

E-Book-Version, Band 1 

E-Book-Version, Band 2 

Druck-Ausgabe Band 1

Druck-Ausgabe Band 2

Buch „Happy Aging mit westlichem Fengshui“:

E-Book-Version

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Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil:

http://www.feng-shui-katalog.de/berater/irmgard-brottrager-ganzheitlich-denkende-architektin-europaeisches-fengshui.html

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