Wohlbefinden am Arbeitsplatz hängt in hohem Maße von der Gestaltung der Räumlichkeiten ab. Es gibt allgemeine Wohlfühl-Kriterien aber auch ganz persönliche Bedürfnisse zu erfüllen. Je ungezwungener und natürlicher die Menschen sich im Raum verhalten können, umso besser.

Büroräume werden als angenehm empfunden, wenn man sich damit identifizieren kann. (Foto: Dwonderwall, David Wall)

Büroräume werden als angenehm empfunden, wenn man sich damit identifizieren kann. (Foto: Dwonderwall, David Wall)

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Büroarbeit bedeutet meist Bildschirmarbeit, oft 8 Stunden am Tag, selten von Besprechungen oder Außendienst-Tätigkeiten aufgelockert.  Neben allgemeinen Wohlfühl-Kriterien wie Helligkeit, gute Luft, Ruhe, Sicherheit, ergonomische Möbel und Geräte, Entspannungsmöglichkeiten und Gestaltungsfreiheit im eigenen „Revier“, hat jeder Mensch auch seine ganz persönlichen Bedürfnisse.  Diese individuellen Vorlieben stehen manchmal im Konflikt zu den Interessen der KollegInnen, denn Tätigkeiten wie Rauchen, Musikhören, Smalltalk, Witze, laute Privattelefonate, chaotische Kreativität und „familiäre“ Distanzlosigkeit können auch als störend empfunden werden. Auch die Optik und das Image der Büroräume wirken sich stark auf die Zufriedenheit aus, das Ambiente sollte gefallen oder wenigstens keine Abneigungen hervorrufen.

Ein guter Büroraum bietet sowohl selbstbestimmte Reviere, wo konzentriertes Arbeiten möglich ist, als auch kommunikative Bereiche und Orte der Begegnung. (Foto: Dwonderwall, David Wall)

Ein guter Büroraum bietet sowohl selbstbestimmte Reviere, wo konzentriertes Arbeiten möglich ist, als auch kommunikative Bereiche und Orte der Begegnung. (Foto: Dwonderwall, David Wall)

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Architektur, Mensch und Bewusstsein hängen zusammen

Daher lassen sich die Arbeitsplatz-Bedingungen nicht alleine auf der räumlichen Ebene lösen. Es ist leider nicht selbstverständlich, dass Arbeitgeber überhaupt ein besonderes Interesse zeigen am Wohlbefinden ihrer Arbeitnehmer.  Es scheint normal zu sein, dass die Dienstnehmer geduckt oder gestresst wirken und nach Feierabend erschöpft das Weite suchen. Übermäßig müde wird man in der Regel nur, wenn man sich verspannt, körperlich, geistig oder durch Unterdrücken von Gefühlen. Es kann natürlich auch sein, dass nach 8 Stunden Geradesitzen einfach die Augen brennen oder der Rücken schmerzt oder man sich mal bewegen muss. Aber im allgemeinen kann man davon ausgehen, dass Mitarbeiter, die sich gerne im Büro aufhalten, psychisch entspannter sind, und daher auch gesünder, motivierter, kooperativer, verlässlicher und belastbarer.

Menschen sind keine Roboter, sie haben Gefühle und brauchen einen Raum dafür   

Manche Bürotätigkeiten sind von Natur aus belastend, weil man es mit kranken, trauernden, wütenden, fordernden, frustrierten, hoffnungslosen oder kriminellen Menschen zu tun hat. Hier ist es besonders wichtig, dass der Arbeitsplatz Raum lässt für die eigenen Gefühle, die den beruflichen Kontaktpersonen nicht direkt gezeigt werden dürfen. Im Allgemeinen ist es in Großraumbüros schwieriger, offen, ehrlich und authentisch zu bleiben. Es sollte Rückzugsmöglichkeiten geben, wo man seine wahre Gemütslage nicht zur Schau tragen und auch niemandem etwas erklären muss.

Für die Mittags- oder 10-Minutenpause tut es gut, sich mal vom Schreibtisch wegzubewegen, zurückzulehnen, flachzulegen oder ins Grüne zu sehen. (Foto: Dwonderwall, David Wall)

Für die Mittags- oder 10-Minutenpause tut es gut, sich mal vom Schreibtisch wegzubewegen, zurückzulehnen, flachzulegen oder ins Grüne zu sehen. (Foto: Dwonderwall, David Wall)

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Mobbing am Arbeitsplatz

Ein anderes, sehr häufig vorkommendes Problem ist Mobbing bzw. soziale Ausgrenzung. Auch hier geht es um Authentizität, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Die gemobbte Person wird nicht anerkannt so wie sie ist und an dem Platz, wo sie sich gerade befindet. Sie nimmt meist eine Sonderstellung ein, von der sich die anderen bedroht fühlen, z.b. weil sie erfahrener oder besser qualifiziert ist oder eine Beförderung fällig wäre. Das Mobbing kann daher auch von der Chefebene ausgehen. Es kann aber auch sein, dass das Klima im Büro ganz allgemein so ist, dass Abweichungen von den Gruppenregeln nicht geduldet werden, d.h. dass von allen Mitarbeitern eine gewisse Selbstverleugnung verlangt wird. Wer sich diesen Regeln nicht fügt, sondern irgendwie anders benimmt oder anders spricht oder andere Wege beschreitet, wird hinausgedrängt, weil er nicht zum „Image“ des Betriebes passt. Ein Sommelier darf logischerweise kein Nicht-Alkoholiker sein und eine Vegetarierin macht sich schlecht als Wurstwarenhändlerin. Der „Fehler“ kann hier also auch beim Beschäftigten selber liegen, weil er etwas zu vertreten versucht, woran er selbst nicht glaubt.

Manchmal sind es auch ganz einfach an die Umgangsformen der Firmeninhaber, wenn die Atmosphäre zum Heulen ist. Wird allgemein viel gehetzt, geschimpft und kritisiert, werden die Mitarbeiter herablassend und respektlos behandelt, mangelt es sicher gleichzeitig an Wohlwollen und Grundvertrauen, man ist einander eher Feind als Kollege. Wenn jemand nicht mehr gerne ins Büro kommt oder sich vor der Chefin fürchtet, ist ohne durchgreifenden Bewusstseinswandel nicht mehr viel zu retten. ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen sind grundsätzlich gleichberechtigt, sie befinden sich nur in verschiedenen Rollen, wie VertragspartnerInnen.

Die Organisation und Struktur des Räumlichkeiten ist kein Zufall, es ist jemand verantwortlich dafür

Kein Office-Room ist von selber so ist wie er ist, sondern es steckt  immer ein menschlicher Geist dahinter. Der Raum ist daher nie „schuld“ an etwas, sondern nur insoferne nützlich für unsere Betrachtungen, weil er physisch erfahrbar ist und als materielle Manifestation analysiert werden kann. Im Raum spiegeln sich die Arbeitsverhältnisse und das Arbeitsklima. Möchte man eine Veränderung herbeiführen, kann man mit einer räumlichen Untersuchung beginnen, im Endeffekt muss man aber immer alle Ebenen gemeinsam betrachten. Im „Europäischen Fengshui“ erfolgt die Analyse mit einem Lebensrad westlichen Ursprungs, das sich an den 4 Himmelsrichtungen, den Tageszeiten, den Jahreszeiten, den Lebensaltersstufen und den 4 Elementen orientiert.  Mein Arbeitsplatz spiegelt mich, ebenso wie mein Zuhause, mein Haustier und meine Bezugspersonen es tun! Dies gilt auch für Räume, die nicht privat sind, sondern von vielen Menschen gleichzeitig genutzt werden. Denn es gibt immer eine Einzelperson oder eine kleine Gruppe, die für die Strukturgebung und Gestaltung verantwortlich ist. Und damit ist nicht der Planer oder die Planerin gemeint, sondern der Personenkreis, der die Planung beauftragt hat.

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Arch. Dipl.Ing. Irmgard Brottrager, Ganzheitliche Architektur und Europäisches Fengshui in Graz.

Link zur Homepage: http://irmgardbrottrager.npage.at/

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Buch “Europäisches Fengshui”:

http://www.amazon.de/gp/product/3200019220

E-Book: “Planen und Bauen in Zeiten des Wandels”:

http://www.amazon.de/Ganzheitliches-%C3%B6kologisches-Bewusstsein-Europ%C3%A4ischem-ebook/dp/B0088XT2NC/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1338983690&sr=1-3

E-Book: “BODY FENG SHUI”, Band 1+2:

http://www.amazon.de/BODY-FENG-SHUI-basisch-veganer-ebook/dp/B00D19L6Y6/ref=pd_sim_sbs_b_1

http://www.amazon.de/BODY-FENG-SHUI-basisch-veganer-ebook/dp/B00D19YYCC/ref=pd_sim_sbs_kinc_1

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Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil:

http://www.feng-shui-katalog.de/berater/irmgard-brottrager-ganzheitlich-denkende-architektin-europaeisches-fengshui.html

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